Mehr als nur schwimmen

Haager Gemeinderat diskutierte über Dampfkabinen und Kinderbecken für das Hallenbad

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Nach dem Schwimmen in Dampfkabinen entspannen und ein separates Becken für die Kleinen – über diese zusätzlichen Angebote für das Haager Hallenbad diskutierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Nachdem im kommenden Jahr mit der Sanierung begonnen werden soll, schlugen einige Mitglieder des Gemeinderates vor, das vorhandene Angebot zu erweitern.

Das Kinderbecken soll in einer Art Wintergarten an das bestehende Bad angebaut werden. Hier bietet sich die angrenzende Liegewiese an der Westseite der Halle an. Für die Badtechnik ist außerdem eine Unterkellerung notwendig.

Die beiden Dampfkabinen können ohne baulichen Aufwand im Bereich der Geräteräume platziert werden. So bestünde ein direkter Zugang von der Schwimmhalle.

 

Beide Vorhaben lassen sich allerdings nicht in die Förderung für die Sanierung der Schwimmhalle einbeziehen. „Der Schulverband sieht sich hier nicht zuständig“, stellte Bürgermeisterin Sissi Schätz klar. Da es sich dabei nicht um Schulschwimmeinrichtung handelt, sondern eher ein Familienangebot darstellen, ist es Sache der Gemeinde.

 

Der Vorschlag, das Hallenbad zusätzlich mit zwei Dampfkabinen auszustatten, stieß auf Zustimmung. „Man sieht am Prienavera und Badria, dass ein solches Angebot gefragt ist“, so Hermann Jäger (PWG) und auch Rosmarie Heimann (PWG) findet: „Dampfkabinen sind ein richtig schönes Zuckerl.“

 

Die Erweiterung des Bades um ein zusätzliches Kinderbecken führte im Gemeinderat allerdings zu größeren Diskussionen.

„Ich bin kein Fan von Plantschbecken“, stellte Eva Rehbein (SPD) zu Beginn klar. Zwar sei es gut, wenn Kinder die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen, aber für die ersten Erfahrungen gebe es den vorderen Nichtschwimmerbereich im Hallenbad. „Statt einem zusätzlichen Schwimmbecken können wir das Geld eher für weitere Schwimmkurse investieren“, so Rehbein. „Schwimmen lernen ist wichtiger als ein Spaßbad.“

Ebenso zeigte sich Fini Deliano (SPD) wenig begeistert über das Angebot eines Kinderbeckens. „Ein Plantschbecken widerspricht dem sportlichen Charakter des Schwimmbads.“ Kinder können auch im Nichtschwimmerbereich an das Wasser herangeführt werden, so Deliano weiter.

Auch Herrmann Jäger ist der Meinung, ein Becken für Kinder sei zwar eine schöne Idee, allerdings gebe es diese Möglichkeit bereits im Freibad. „Es ist schöner im Sommer draußen zu plantschen.“

Die Öffnungszeiten sieht auch Konrad Lipp (WFH) als Problem. „Erlebnisbäder haben wir im Umkreis. Wir brauchen hier etwas zum Schwimmen.“ Der Kostenaufwand für ein Kinderbecken, das im Winter vermutlich nicht angenommen wird, sei viel zu hoch.

 

Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) dagegen hält ein zusätzliches Kinderbecken für sinnvoll. „Damit lassen sich Kinder allmählich an Wasser heranführen.“ Abschreckend seien allerdings die hohen Kosten. Deshalb verwies Weißmüller darauf, öffentliche Förderprogramme anzufragen und in Anspruch zu nehmen.

Eine Förderung über das Schulsportprogramm ist laut der Bürgermeisterin jedoch nicht möglich. Allerdings gebe es andere Fördermöglichkeiten, die vor einer konkreteren Planung angefragt werden sollen.

Peter Bauer (SPD) sprach sich ebenfalls deutlich für ein Kinderbecken aus. Damit öffne man das Bad für neue Besuchergruppen. Und auch Wolfgang Obermeier (FW Haag) ist der Ansicht: „Wir müssen uns weiterentwickeln.“

 

Letztlich beschloss der Gemeinderat, die Ergänzung um ein Kinderbecken anhand der konkreteren Planung und Kostenberechnung sowie der Fördermöglichkeiten zu entscheiden. Die zwei Dampfkabinen sollen allerdings im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden.

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