Der Weg zum Rettungssanitäter

Haag: Interessantes Ehrenamt fordert intensive Ausbildung

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Ob auf Volksfesten oder Diskopartys, Festumzügen oder beim Autounfall: die ehrenamtlichen Sanitäter in Haag sind aktiv unterwegs, um Großveranstaltungen medizinisch abzusichern oder den Rettungsdienst in seiner Arbeit zu unterstützen. Doch um die Patienten auch medizinisch korrekt versorgen zu können, bedarf es einiger Schulungen, Praktika und Prüfungen bis man sich Rettungssanitäter nennen darf. Die Basisausbildung aller ehrenamtlicher Mitglieder, dem Grundlehrgang Sanitätsdienst, beläuft sich auf 80 Stunden.

Danach folgt die Weiterbildung zum Rettungssanitäter. Es besteht zudem die Möglichkeit, sich innerhalb drei Jahre zum Notfallsanitäter ausbilden zu lassen.

Dieses Jahr hat die Haager Bereitschaft drei ehrenamtliche Mitglieder auf den Weg zum Rettungssanitäter geschickt. Stefan Bachmaier hat als erster die Abschlussprüfung erfolgreich gemeistert. Im ersten Ausbildungsabschnitt von 160 Stunden wurden ihm die theoretischen Grundlagen wie zum Beispiel Anatomie und Physiologie, Krankheitslehre, Organisation und Einsatztaktik vermittelt.

Im zweiten Ausbildungsabschnitt von 160 Stunden, dem klinischen Teil konnte er Kenntnisse im praktischen Umgang mit medizinischen Geräten und Grundlagen der Krankenpflege erlernen. In der Regel erfolgen die Praktika in den Fachbereichen Intensivpflege, Notaufnahme und OP-Bereich. Stefan beschreibt insbesondere das Klinikpraktikum als eine Erfahrung die ihm keiner mehr nehmen kann. Besonders einprägsam war für ihn die Möglichkeit, im OP einen Patienten unter der Aufsicht eines Anästhesisten selbst mit Maske und Beutel 10 Minuten lang beatmen zu dürfen. Eine Erfahrung, die man nur selten machen kann.

Im dritten Ausbildungsabschnitt an der Rettungswache sammelte er in 160 Stunden praktische Einsatzerfahrung und lernte das vermittelte Wissen anzuwenden.

Im Abschlusslehrgang von  40 Stunden wurde er auf die Abschlussprüfung zum Rettungssanitäter vorbereitet, für den er in schriftlicher, mündlicher und praktischer Form geprüft wurde. Stefan hat nun die Qualifikation erhalten, das Notarzteinsatzfahrzeug zu fahren und Betreuer auf dem Krankenwagen zu sein.

Die beiden anderen Bereitschaftsmitglieder Sarah Schwarz und Rebecca Konietzko haben den ersten Abschnitt, die Ausbildung zum Rettungsdiensthelfer erfolgreich bestanden. Innerhalb der nächsten drei Jahre müssen sie die Praktika durchlaufen, um für die Abschlussprüfung zugelassen zu werden. So wie die meisten ehrenamtlichen Mitglieder, müssen sie hierfür ihren Urlaub „opfern“. Bereitschaftsleiter Florian Ferschmann gibt an, sehr stolz auf das Engagement seiner ehrenamtlichen Mitglieder zu sein. Die Ausbildungen seien sehr kostspielig, kommen aber letztendlich immer der Bevölkerung zu gute. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man seine Freizeit und Urlaub für Weiterbildungen im Ehrenamt verwendet“, so Ferschmann. FF

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