Nächste Schlappe für den EHC

Löwen unterliegen im Heimspiel dem VER Selb vor über 600 Zuschauern mit 2:6

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Erneute Niederlage für den EHC Waldkraiburg. Am Mittwochabend unterlagen die Löwen im Heimspiel in der Raiffeisen-Arena dem VER Selb vor über 600 Zuschauern mit 2:6. Zwar gab die Mannschaft von Interimscoach Sebastian Wolsch fast doppelt so viele Torschüsse ab, wie der Gast aus Oberfranken, mehr als die beiden Treffer von Damian Martin und Tobias Thalhammer sprang aber nicht heraus. Am heutigen Freitag geht es nun nach Peiting (Beginn: 19.30 Uhr), am Sonntag kommt der SC Riessersee in die Industriestadt (17.15 Uhr).

Selten gab es beim EHC Waldkraiburg eine derart launige Pressekonferenz nach einer Niederlage- besonders in dieser Spielzeit. Aber Löwen-Coach Sebastian Wolsch, Gäste-Trainer Henry Thom und Stadionsprecher Thomas Föckersperger wussten, wie man die Leute unterhält und Thom hat offenbar auch eine gute Kinderschule gehabt: „Waldkraiburgs Mannschaft muss ich loben, sie hat 60 Minuten aufopferungsvoll Gas gegeben. Das machen nicht viele Mannschaften, wenn es 4:0 nach dem ersten Drittel steht. Und da haben wir uns dann schwer getan“, erklärte Thom und hatte dabei sicher auch die Schussstatistik im Kopf, die mit 40 zu 24 für die Waldkraiburger sprach.

Aber treffen die Löwen wie auch in den letzten Wochen eher selten und das machte Coach Wolsch betroffen, der auch die zusätzlich geschehenen Fehler bemängelte: „Lobende Worte hören wir schon seit 3, 4 Wochen aber wieder stehen wir mit leeren Händen da“ so Wolsch. „Das erste Drittel war ausschlaggebend – wir wollten Selb nicht ins Spiel kommen lassen, haben sie aber reinkommen lassen wegen Dummheiten. Wir haben uns Wechselfehler erlaubt, das waren Fehler einer Knabenmannschaft“, bemängelte Wolsch.

Aber man wolle weitermachen, positiv bleiben und dann auch hoffentlich den Fans, die für 60 Minuten bedingungslose Unterstützung von beiden Trainern gelobt wurden, etwas zurückgeben, für das, was sie auf der Tribüne abliefern. Ryan McDonough hatte Selb früh mit 1:0 in Führung gebracht (07:40), nach gut zehn Minuten stand es durch Florian Ondruschka bereits 2:0 für die Wölfe (10:52). Ein Doppelschlag von McDonough in der letzten Minute vor der Pause (19:18 und 19:57) sorgte für das 4:0 und somit eigentlich klare Verhältnisse vor dem ersten Pausentee.

 

Doch die Löwen kämpften – an Moral fehlt es dieser Truppe wahrlich nicht – und Damian Martin (25:54) und Tobias Thalhammer (35:21) brachten die Industriestädter mit ihren jeweils ersten Saisontoren auf 2:4 heran. Im Schlussdrittel traf Michail Sokolov erst nur den Pfosten (41.Minute), drei Minuten später verzog der starke 16-Jährige Leon Decker knapp, ebenso kurz drauf Christof Hradek (46.). Selb machte es dagegen besser, wusste seine Chancen zu nutzen und Andreas Geigenmüller (46:23) und Lanny Gare (58:01) machten den Sack zu.

 

Am heutigen Freitag reisen die Löwen nun zum EC Peiting, der am Mittwoch durch eine 2:5-Niederlage die Tabellenführung im direkten Duell an die Eisbären Regensburg verlor. Es war erst die zweite Pleite für die Mannschaft von Sebastian Buchwieser im zwölften Spiel, auch das Hinspiel in Waldkraiburg konnte Peiting mit 8:4 erfolgreich bestreiten.

Die einzige weitere Niederlage musste Peiting spektakulär in Rosenheim hinnehmen: da gelang Peitings bestem Torjäger Milan Kostourek 40 Sekunden vor dem Ende noch das 4:4, doch 18 Sekunden vor dem Ende sicherte Dominik Daxlberger noch den Starbulls den Sieg. Topscorer des ECP ist Anton Saal mit 22 Scorerpunkten in 12 Spielen (17 Assists), vor dem Tschechen Kostourek (19 Punkte), Andreas Feuerecker (19 Punkte) und Simon Maier (18 Punkte). Der zweite Kontingentspieler, der Verteidiger Brad Miller folgt dahinter mit 14 Assists und vier Treffern in 10 Spielen.

 

Am Sonntag heißt der Gegner dann SC Riessersee. Der Traditionsverein, der in der letzten Spielzeit im Endspiel der DEL2 gegen Bietigheim unterlag, kommt nicht nur mit großem Namen, sondern auch starken Spielern. Torhüter Daniel Fießinger steht eigentlich beim amtierenden deutschen Meister EHC Red Bull München in der DEL unter Vertrag und spielt nur mit Förderlizenz in Garmisch, ebenso Goalie Kevin Reich, die Verteidiger Hagen Kaisler und Emil Quaas, sowie die Angreifer Maxi Daubner, Andreas Eder, Bruder Tobias Eder und Jakob Mayenschein – zudem stehen Spieler im Kader des SCR, die in Salzburg unter Vertrag stehen und schon für Garmisch und München aufliefen.

Aktuell steht die blutjunge Mannschaft von Trainer Toni Söderholm auf Rang 4 der Oberliga Süd und feierte nach zuletzt drei Niederlagen gegen Weiden (3:4 nach Penalty-Schießen), Regensburg (3:6) und Landshut (1:6) am Mittwoch in Sonthofen wieder einen 5:2-Sieg. GM

 

Eishockey Oberliga Süd 2018/ 2019, 12.Spieltag. EHC Waldkraiburg – VER Selb 2:6 (0:4/ 2:0/ 0:2). Tore: 0:1 07:40 McDonough R. (Moosberger A., Müller D.), 0:2 10:52 Ondruschka F. (McDonald I., McDonough R.), 0:3 19:18 McDonough R. (Ondruschka F., Moosberger A.), 0:4 19:57 McDonough R. (Ondruschka F., McDonald I. PP1), 1:4 25:54 Martin D. (Hradek C., Galoha K.), 2:4 35:21 Thalhammer T. (Vogl N., Gulda P. PP1), 2:5 46:23 Geigenmüller A. (Lüsch F., McDonough R.), 2:6 58:01 Gare L. (Müller D., Ondruschka F. SH1). Strafen: EHC Waldkraiburg 14 Strafminuten, VER Selb 14 Strafminuten. Zuschauer: 621.

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