Wo der Himmel die Erde berührt

Kirchliche Segnung der Außenwohngruppe der Stiftung Ecksberg in Au am Inn

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Niemand, der am letzten Wochenende bei der kirchlichen Segnung der Außenwohngruppe der Stiftung Ecksberg in Gerer, oberhalb von Au am Inn, dabei war und auf die Terrasse des Hauses trat, konnte sich dem beeindruckenden Ausblick und der einmaligen Lage entziehen. Marianne Osl, die Leiterin der Wohngemeinschaften Ramsau begrüßte alle Anwesenden und betonte, sie wäre vom ersten Moment an fasziniert gewesen und schon bei der ersten Besichtigung beeindruckt von der Lage und dem Zuschnitt des Hauses. „Da habe ich mich sofort heimisch gefühlt“.

Das Projekt lief recht reibungslos und unbürokratisch, kleinere Umbauten und Ergänzungen waren schnell gemacht. „Hier soll die Gruppe eine Heimat finden und sich daheim fühlen“, schloss sie ihre Begrüßung.

 

Redemptoristenpater Alois Stautner verwies bei der kirchlichen Segnung auf die Bibelstelle vom Haus Gottes mit vielen Wohnungen und leitete über auf dieses Haus, in dem jeder Bewohner seine für ihn geeignete Wohnung finden möge. Mit der Segnung von zwei Kreuzen und dem Marienlied „Segne du Maria, segne dieses Haus“, schloss die Einweihung.

 

Norbert Strahllechner, Bürgermeister der Marktgemeinde Gars, freute sich über eine weitere Einrichtung für Menschen mit Behinderung: „Gars beherbergt ja schon mehrere Wohngruppen oder Außenstellen von Behinderteneinrichtungen. Die sind ganz natürlich ins tägliche Leben eingegliedert, Menschen mit Behinderung gehören zu unserem Ortsbild, Inklusion wird und wurde gelebt, lange bevor der Begriff bekannt war“, so das Gemeindeoberhaupt.

 

Der zweite Vorstand der Stiftung Ecksberg, Stefan Reiter, betonte, dass die verteilte Unterbringung durchaus so gewollt ist, auch wenn eine zentrale Lösung einfacher wäre. Derzeit gibt es in der Stiftung Ecksberg zehn dezentrale Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung, vier für körperlich und fünf für psychisch Beeinträchtigte. Die Aufteilung in kleine autarke Wohngruppen ermöglicht eine individuelle Betreuung und Lebensgestaltung nach dem Motto: jedem das Seine, soweit als möglich.

 

Die Bewohnerin Florentine Krieger stellte ihre Mitbewohner und das betreuende Personal, Gruppenleiter Reinhard Hierl mit seinem Team, vor und verlas einen Text zum Einzug ins neue Heim. Am Schluss zitierte sie ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, in dem er einen Ort beschreibt, wo man sich daheim fühlen kann, wo der Himmel die Erde berührt. Florentines Mutter überreichte an Gruppenleiter Reinhard Hierl zusammen mit der Bewohnerin Brigitte Huber noch symbolisch Brot und Salz.

 

Diesen Gedanken nahm abschließend Ernst Grundner, der zuständige Hausmeister auf, der jetzt noch ein Objekt mehr zu betreuen hat, und meinte: „Ob der Himmel die Erde berührt? Aber weit weg ist er auf alle Fälle nicht – hier in der Außenwohngruppe in Au.“

Johann Grundner

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