Heiraten im Schlossturm

Haager Gemeinderat macht viertes Obergeschoss zum Trauungszimmer

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Romantik pur: Heiraten in einem Schlossturm. Ab dem kommenden Mai 2019 wird das für alle Hochzeits-Paare möglich, nicht nur für die Haager. Nachdem nun die Sanierungsarbeiten am Haager Schlossturm abgeschlossen sind, will die Gemeinde das gesamte Areal wieder nutzen. Neben dem Museum des Geschichtsvereins soll es im vierten Obergeschoss außerdem ein Trauungszimmer geben, das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Ab November können Heiratswillige Termine buchen.

Einen Samstag im Monat können sich Brautleute zukünftig im Haager Schlossturm das Ja-Wort geben.

Von Mai bis Oktober wird der Turm für Hochzeitsfeiern geöffnet.

Anmeldungen für das kommende Jahr sind ab November möglich.

„Bis Dezember bekommen Haager Bürger ein Vorbuchungsrecht“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz. Ab dann könne jeder den Schlossturm für seine Trauung buchen. „Bei großem Andrang können wir häufigere Termine für das nächste Jahr einplanen.“

Eine Absprache mit dem Geschichtsverein ist Stefan Högenauer (CSU) hierbei besonders wichtig: „Wir sollten nicht in einer Nutzungskonkurrenz mit dem Verein stehen.“ Die Bürgermeisterin stellte in der Sitzung klar: „Der Geschichtsverein wird frühestens am Nachmittag Führungen anbieten, die Trauungen dagegen finden vormittags statt.“

Auch die Kosten spielen für Högenauer eine erhebliche Rolle. „Die Sanierung war teuer, mit welchen Einnahmen ist das Trauungszimmer für die Gemeinde verbunden?“

„Die Eheschließungen dort werden mehr kosten als im Trauungszimmer in der Gemeinde“, stellte Sissi Schätz klar und verwies auf den höheren Verwaltungsaufwand. „Samstags-Trauungen sind allgemein teurer.“ Mit etwa 300 Euro ließe sich hier rechnen.

Dr. Bernhard Grabmeyer (FW Haag) äußerte seine Bedenken aufgrund älterer Hochzeitsgäste. Er schlug vor, die Leute auf den schwierigen Aufstieg hinzuweisen, gegebenenfalls auch Fotos der Treppen online zu stellen.

„Die meisten, die in Türmen heiraten, wissen, dass es schwierig ist“, so die Bürgermeisterin. Es sei außerdem möglich und ratsam, den Turm vorab bei den Führungen des Geschichtsvereins zu besichtigen. Schätz: „Interessenten werden außerdem entsprechende Sicherheitshinweise bekommen und darauf hingewiesen, dass für den Aufstieg hohe Absätze zum Problem werden können oder ältere Menschen Schwierigkeiten haben könnten.“

Auch für Fini Deliano (SPD) ist wichtig: „Die Besucher sollten darauf hingewiesen werden, dass sie statt über die Freitreppe auch über den Spielplatz in den Schlosshof gelangen.“ Sie schlug ebenfalls die Bestuhlung des Eingangsbereiches gerade für betagtere Leute vor, dies sei allerdings von den Brautleuten selbst zu organisieren.

Große private Feiern seien am Schlosshof sowieso nicht umsetzbar. Konrad Lipp (WFH) wollte wissen, ob sich der Schlosshof für eine anschließende Hochzeitsfeier mieten ließe, allerdings sei aktuell lediglich die Möglichkeit eines Stehempfangs geplant.

Allgemein solle der Schlosshof zukünftig nachmittags für die Bevölkerung geöffnet sein. Dadurch würde eine private Feier schwierig, da Spaziergänger oder spielende Kinder sich im Areal aufhalten können.

Diskussionspunkt war auch die Mitgestaltung des Raumes durch den Geschichtsverein. Diese wollen dort Hochzeitstruhen aufstellen. Hans Urban (CSU) betonte, ihm gefiele die Lösung gut. „Aber das Zimmer darf nicht vollgeladen werden“, so Urban. Außerdem solle die Ausstattung zu den Führungen passen.

Auch Konrad Lipp ist der Meinung: „Wenn der übrige Raum schlicht gehalten ist, geht durch Truhen die Wirkung vielleicht verloren.“ Ihm ist wichtig, dass das Zimmer nicht zu vollgestopft aussieht, sondern in sich stimmig ist.

Die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder unterstützte den Vorschlag, das vierte Obergeschoss des Schlossturms zum Trauungsraum zu machen.

Ab Mai nächsten Jahres können sich Eheleute dort das Ja-Wort geben. Die Termine werden im kommenden November von der Gemeinde veröffentlicht.

 

 

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