Unwetter beenden Langzeit-Hitzewelle

Wetterexperte: „Ergiebiger Regen ist aber nach wie vor nicht in Sicht"

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Über 14 Tage am Stück gab es in Deutschland eine markante Hitzewelle mit Spitzenwerten von bis zu 39,5 Grad im Schatten. Auch am Dienstag und am gestrigen Mittwoch wurden wieder Werte von rund 38 Grad erreicht. „Heute ist es nur noch im Osten extrem heiß. Hier werden in Brandenburg nochmal bis zu 36 Grad im Schatten erwartet. Eine so lange Hitzewelle im Stück hat es in Deutschland selten zuvor gegeben“, so Dominik Jung von wetter.net.

„In Frankfurt am Main gab es beispielsweise noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen so viele Hitzetage an einem Stück. In anderen Regionen gab es eine Rekordzahl an Sommertagen. Nachdem der Sommer zunächst wochenlang, ja sogar monatelang, durch Dürre aufgefallen ist, kam dann noch die extreme Hitzewelle dazu. Doch die endet heute mit einem dicken Rums und gleich zwei spannenden Unwetterschwerpunkten“, so der Diplom-Meteorologe.

 

Der Experte weiter: „Zum einen bildet sich am Nachmittag über Deutschland eine Gewitterlinie. Von NRW bis nach Baden-Württemberg gibt es nach den neusten Berechnungen teils heftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Wie immer gilt: Es wird nicht jeden treffen, aber dort wie die Gewitter niedergehen kann es sehr heftig werden. Diese Gewitterfront zieht dann im weiteren Verlauf Richtung Osten weiter. Dort kann es heute zu heftigen Unwettern kommen. Erst in der Nacht zum Freitag lässt die Gewittergefahr nach. Dann gibt es noch einen zweiten möglichen Unwetterschwerpunkt. Über dem Norden Frankreichs bildet sich nach Meinung einiger Wettermodelle ein am Nachmittag kleines Sturmtief. Es zieht nach den aktuellen Berechnungen dann in der Nacht zum Freitag über die belgische, holländische und Teile der deutschen Nordseeküsten weiter nach Nordosten. Dabei sind an der Küste und auf den Inseln der Nordsee Böen um 100 km/h möglich. Urlauber entlang der belgischen, holländischen und auch teilweise der deutschen Nordseeküste sollten auf jeden Fall vorsichtig sein und die Wetterwarnungen genau beobachten. Das könnte eine kritische Lage werden“, warnt der Diplom-Meteorologe.

Grafik oben: Spitzenböen kurz nach Mitternacht laut amerikanischem Wettermodell: Es sind an der Nordseeküste Böen zwischen 90 und 100 km/h möglich, www.wetterdata.de

 

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

 

Donnerstag: 26 bis 36 Grad, erst sonnig und warm bis heiß, später von Westen nach Ost Gefahr schwerer Unwetter mit Sturmböen, Starkregen, Hagel

Freitag: 18 bis 27 Grad, deutlich kühler und frischer, den Tag sollte man zum Durchlüften nutzen

Samstag: 23 bis 27 Grad, vielfach freundlich und trocken

Sonntag: 25 bis 32 Grad, Sonne und Wolken im Wechsel, ein freundlicher Sommertag, am wärmsten am Oberrhein

Montag: 26 bis 34 , erst sonnig und heiß, später starke Gewitter möglich

Dienstag: 22 bis 27 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, einzelne Schauer

Mittwoch: 26 bis 31 Grad, freundlich und weitgehend trocken

Donnerstag: 26 bis 33 Grad, sonnig und vielfach heiß, später einzelne Gewitter

Freitag: 27 bis 34 Grad, hochsommerlich heiß, einzelne Gewitter

 

Dominik Jung: „Das Sommerwetter geht auch in der nächsten Woche weiter, nur auf einem nicht ganz so hohen Niveau wie in den vergangenen 14 Tagen. Doch es bleibt weiterhin warm, zeitweise auch sehr warm und ergiebiger Landregen ist weiter nicht in Sicht. Zeitweise erreichen die Höchstwerte in der kommenden Woche auch mal wieder 33 oder 34 Grad. Von einer nachhaltigen Abkühlung wird somit in vielen Regionen nicht viel zu spüren sein.“

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