Das Wahrzeichen in neuem Glanz

Sanierung des Haager Schlossturms abgeschlossen - Besichtigungen ab September

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Risse in der Fassade, abbröckelnde Mauerstücke und schwer beschädigte Dächer – Der Schlossturm in Haag hatte eine Sanierung bitter nötig. Vor vier Jahren wurde mit den Arbeiten begonnen und nun erstrahlt er in neuem Glanz. Die Haager Stimme durfte heute ins neue Innere des Haager Wahrzeichens blicken – ab September soll dies für alle Interessierten möglich sein.

„Der Turm war stark einsturzgefährdet. Wir haben aber versucht, nur das Nötigste auzutauschen. Am Ende war’s dann aber doch ganz schön viel Arbeit“, so Bauamtsleiter Andreas Grundner (Foto unten). Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde die Ringmauer, die den Schlossturm umschließt, neu hergerichtet, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Schutz vor Frost- und Nässeschäden lag. Außerdem wurde die Mauer unterirdisch mit einem Betonring zur besseren Stabilität untersetzt. Die Kosten für die Sanierung der Mauer beliefen sich schlussendlich auf rund 400.000 Euro.

Die Arbeiten am Turm selbst gestalteten sich weitaus schwieriger, da die Mauern von Hand neu verfugt wurden, um die größtenteils noch originalen, 500 Jahre alten Putze zu erhalten. „Wir hatten zwei große Risse am Turm. Auf der Nord- und auf der Südseite. Der Turm ist quasi auseinandergedriftet“, so Grundner. Dennoch wurde die Außenfassade so restauriert, dass die Maßnahmen kaum sichtbar sind, um den Charakter des Gebäudes zu erhalten.

 

Im Inneren des Turms sind die Baumaßnahmen jedoch klar zu erkennen. „Alles, was wir eingebaut haben, sieht von Form und Farbe her gleich aus, damit das ganz klar als Sanierung erkennbar ist.“ So befinden sich nun unter anderem neue Treppenelemente, eine Säule für die Elektrik und eine Sprinkleranlage im Turm. „Das ist von der Sicherheit her und brandschutztechnisch auch nicht anders möglich gewesen“, schließlich will man den Turm auch künftig öffentlich zugänglich machen.

Die neuen Bauelemente wurden in Grautönen gehalten.

Teilweise war es unumgänglich, Balken auseinanderzuschneiden oder Böden komplett neu zu verlegen, „aber nur soweit, wie es die statisch-konstruktive Instandsetzung verlangt hat.“ Im Dachstuhl seien laut Berechnungen beispielsweise keine zusätzlichen Elemente erforderlich gewesen. „Das zeigt, dass die Statik vom Mittelalter auch den heutigen Ansprüchen noch standhalten würde“, erklärt der Bauamtsleiter.

Neue und alte Balkenteile im Dachstuhl.

Schwierigkeiten bereitete die Sanierung im allgemeinen aber doch, zumal die Handwerker im und am Turm nicht mit genormten Maßen arbeiten konnten, sondern alle Fenster, Türen, Böden und Decken unterschiedlich groß sind. Das Erhalten des Schlossturmes in seiner Ursprungsform und die Wiedernutzbarmachung summierten sich auf Kosten von rund 1,4 Millionen Euro. „Ich denke aber, dass wir die verträglichste, wenn auch vielleicht nicht die günstigste Lösung gefunden haben“, zeigt sich Grundner zufrieden.

In den unteren Etagen des Turms soll in den nächsten Jahren ein Museum entstehen, im vierten Stock laufen die Planungen für ein Trauungszimmer mit Bergpanorama und auch der Schlosshof befindet sich schon im Sanierungsprozess. „Mir ist es einfach wichtig, dass da Kultur stattfinden kann und dass man auch den Schlosshof jederzeit anschauen und sich dort aufhalten kann“, freut sich Bürgermeisterin Sissi Schätz (Foto) auf die künftige Nutzung des Haager Wahrzeichens.

Am 9. September, dem Tag des offenen Denkmals, kann der Schlossturm dann erstmals von allen Interessenten per Führung besichtigt werden. Die Anmeldung hierfür wird voraussichtlich ab Ende August möglich sein.

 

Unsere Fotos von der Begehung des neusanierten Turms:

 

 

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