Sickerwasser kommt in Kläranlage

Bauausschuss beschließt: Abwasser aus der Deponie am Schachenwald soll in Haager Kläranlage entsorgt werden

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Durch einen Kanalanschluss soll das Sickerwasser der Deponie am Schachenwald in die Haager Kläranlage eingeleitet werden. Damit ließen sich die erheblichen Kosten für die aufwendigen Transporte deutlich reduzieren. Bisher wurde es zur Industriekläranlage nach Burgkirchen gebracht. Nun, nach Anfrage des Landratsamtes Mühldorf, beschäftigte sich der Bauausschuss damit, ob das Sickerwasser auch in der Haager Kläranlage entsorgt werden kann.

Durch einen Kanalanschluss ließen sich die Wässer direkt vom Sickerwassertank aus in das Kanalnetz der Kläranlage einleiten. „Damit lässt sich die Einleitung gedrosselt und zuverlässig durchführen“, erklärte Bürgermeisterin Sissi Schätz.

 

Nachdem aber die Entsorgung des Abwassers des Milchwerkes Jäger vor kurzem bereits im Gemeinderat für Diskussionen gesorgt haben (wir berichteten), zeigten sich die Mitglieder des Bauausschusses zunächst besorgt. „Hans Jahna berichtete uns, dass die Kläranlage am Limit ist“, so Egon Barlag. Er äußerte seine Bedenken, ob sie die zusätzliche Belastung schaffe. Auch Josef Hederer erinnerte an die erreichte Kapazität.

 

Die Bürgermeisterin aber versicherte, dass die Mengen erträglich seien. „Erst bei höher belastetem Wasser oder höheren Mengen wird es problematisch“, stellte sie klar. Auch Bauamtsleiter Andreas Grundner versicherte, die gegebenen Bedingungen würden berücksichtigt.

 

„Neue Baugebiete sind immer mit Abwässern verbunden“, gab Dr. Wolfgang Weißmüller zu bedenken. „Schrecklich wäre, wenn wir keine Baugebiete mehr erschließen können, weil wir keine Abwasserkapazitäten mehr haben.“ Ihm war wichtig, vorab zu klären, dass es hier nicht zukünftig zu Problemen kommen kann. Außerdem erinnerte er sich an die verschärften Auflagen des Milchwerks. „Dort haben wir eine genauere Überprüfung festgelegt“, so Weißmüller.

„Bei einer täglichen Produktion ist natürlich eine genauere Kontrolle notwendig“, stellte die Bürgermeisterin klar. Weißmüller forderte aber dennoch schärfere Auflagen. So sei zum Beispiel wichtig, dass jederzeit Proben entnommen und geprüft werden können.

Auch Andreas Sax betonte, dass vorab Maßnahmen erdacht werden sollten, falls es zur Erhöhung oder Verschlechterung der Abwassermenge komme. Wichtig sei außerdem, dass bei starken Niederschlägen das Abwasser nicht unkontrolliert in die Kläranlage einfließen kann.

 

Trotz anfänglicher Bedenken stimmte der Bauausschuss zu, das Sickerwasser aus der Deponie in die Kläranlage einzuleiten. Allerdings nur mit Aufnahme von Sondervereinbarungen in den Beschluss, wie etwa das jederzeitige Entnehmen von Proben.

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