Spielhügel, Waldgarten und Baumhaus

Haager Gemeinderat stimmt ab: Außenbereich des Kindergartens „Arche Noah“ soll neu gestaltet werden

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Um den Außenbereich des katholischen Kindergartens „Arche Noah“ optimal zu gestalten, hat sich Landschaftsarchitektin Daniela Reingruber vom Architekturbüro ,,Grünfabrik“ mit zwei Gestaltungsvarianten auseinandergesetzt. Nach Absprache mit der Kindergartenleitung stellte sie diese nun in der vergangenen Sitzung den Mitgliedern des Gemeinderats vor.

Bei der Freiflächenplanung war der Landschaftsarchitektin besonders wichtig, den wertvollen Baumbestand sowie die wichtigsten Spielgeräte wie die Weltenschaukel oder den Verkehrsparcours zu erhalten. Außerdem soll der Höhensprung, der schon jetzt zwischen Garten und Terrasse besteht, in Zukunft deutlicher herausformuliert werden. „Wir wollen eine Kletterstruktur anbringen, die oben und unten verbindet“, so Reingruber. „Der Hügel soll zu einem Spielhügel werden.“ Auch soll es einen geführten Weg nach unten geben, der sich in der Mitte des Gartens öffnet, sowie eine Treppe am Gebäude.

Um ihre Ideen zu veranschaulichen zeigte die Landschaftsarchitektin Bilder mit Möglichkeiten für die Ausarbeitung des Spielhügels. „Wir können eine Kletterstruktur mit unterschiedlichen Aufstiegen schaffen. Holzpfade, Steintreppen und gespannte Netze können Garten und Terrasse verbinden.“

 

Was Reingruber an der ersten ausgearbeiteten Variante des Außenbereichs besonders gefällt: „Durch den Baumbestand haben wir die Möglichkeit, einen Waldgraten anzulegen.“ Mit weiteren Bepflanzungen als Versteckmöglichkeiten und zum Beispiel einem Balancierpfad aus Baumstämmen oder Brücken zwischen den Bäumen soll der Waldcharakter weiter herausgearbeitet werden. „Als besonderes Highlight könnte man ein Baumhaus anlegen“, so die Landschaftsarchitektin.

Die Ausarbeitung des Waldgartens hätte allerdings zur Folge, dass der Verkehrsparcours verlegt werden muss. Hier stellte Reingruber die Idee vor, den Parcours nach oben zu verschieben und die Weltenschaukel in dessen Mitte anzubringen.

 

In der zweiten Variante ist keine Verschiebung des Verkehrsparcours vorgesehen, stattdessen soll im Norden ein abgetrennter Bereich für die Weltenschaukel angelegt werden. „Wenn der Verkehrsparcours bliebt, beeinträchtigt das aber den Waldgarten. Er funktioniert nur in abgespeckter Variante ohne Baumhaus“, gab Reingruber zu bedenken.

 

Unabhängig von der Gartengestaltung stellte die Landschaftsarchitektin außerdem Möglichkeiten zur Parkplatzerweiterung vor. Vor dem Gebäude seien drei weitere Stellplätze vorgesehen. Zusätzlich gäbe es noch weitere Vorschläge, die Parkmöglichkeiten zu erweitern. So könnten an der Bergerstraße etwa fünf Stellplätze zum Längsparken geschaffen werden, oder sogar zehn Plätze durch Querparken zur Verfügung gestellt werden. Dies bedeute allerdings einen großen Einschnitt in den Garten und es müssten Bäume gefällt werden, um die Parksituation umzusetzen.

Die Parksituation stellte die Mitglieder des Gemeinderats vor größere Diskussionen. „Wir müssen mehr Parkplätze schaffen“, so Stefan Högenauer (CSU). Er betonte, dass durch die weiteren Krippengruppen noch mehr Verkehr herrsche, dem man damit entgegenwirken könne und „ein paar Parkplätze machen den Garten nicht kaputt.“

Herbert Zeilinger (WFH) war entgegengesetzter Meinung: „Die Fläche sollte ausschließlich den Kindern zur Verfügung stehen.“ Er befürchte, die Parkplätze stünden die meiste Zeit leer, sobald die Eltern ihre Kinder abgegeben haben. Auch Eva Rehbein (SPD) war wichtig, dass den Kindern so viel Raum wie möglich gegeben wird. „Komfortables Parken steht nicht im Vordergrund – sondern das Kind.“

Rosmarie Heimann (PWG) betonte, dass für weitere Stellplätze keine Bäume gefällt werden sollen. Deshalb ließen sich Längsparkplätze eventuell umsetzen. „Damit fällt das Rangieren weg, die Eltern können direkt nach dem Absetzen weiterfahren.“ Auch Hans Urban (CSU) hielt die Längsparkplätze für einen guten Kompromiss, solange der Baumbestand erhalten bliebe. „Zu den Stoßzeiten wird es trotzdem ein Problem sein“, stellte er allerdings klar, „da wird es nie genug Parkplätze geben.“

Hermann Jäger (PWG) wies darauf hin: „Durch die Längsparkplätze wird die Hecke beeinträchtigt. Die sehe ich auch als Baumbestand und ist Nistplatz für viele Vögel.“ Außerdem befürchte er, dass die Parkplätze hauptsächlich von Anwohnern statt von Besuchern des Kindergartens genutzt würden.

 

Die deutliche Mehrheit des Gemeinderats stimmte schließlich gegen die zusätzlichen Parkplätze an der Bergerstraße. Zur Gestaltung des Außenbereichs einigte man sich darauf, den ausgearbeiteten Waldbereich mit Baumhaus als Vorschlag für die Umsetzung auszuwählen. „Die Idee mit dem Waldgarten finde ich besonders schön“, betonte Fini Deliano (SPD) zum Ende des Tagesordnungspunktes.

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