Der Schlossturm zum Anfassen

3D-Modell und Gebäudeumrisse sollen den Schlosshof anschaulich darstellen

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bei der jüngsten Verwaltungs- und Kulturausschusssitzung war die Gestaltung der Haager Burganlage Thema. Anhand eines Tastmodells und angedeuteten Gebäudeumrissen soll es für Besucher auch ohne Führung möglich sein, sich ein Bild von den ehemaligen Bebauungen zu machen.

Bauhistoriker Dr.-Ing. Christian Kayser vom Ingenierbüro Barthel und Maus begleitete die Maßnahmen im ehemaligen Burgbereich bereits seit Jahren. Zur Ausschusssitzung stellte er die weiteren Maßnahmen vor. „Die Haager Burg hat landesweite Bedeutung“, stieg Kayser ein. „Die Burganlage greift weit in den Ort hinein und betrifft auch den kleinen Turm, die Löwenbrücke und den Zehentstadel.“

Der Burgturm soll wieder für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden, gleichzeitig soll es Erläuterungen und Präsentationen über Haag geben: Wie Haag wurde, was es jetzt ist. „Wir wollen den Leuten vorlegen können, darstellen können, wie sich die Burg entwickelt hat“, so Kayser. Hierfür könne ein Tastmodell hilfreich sein.

 

Ein Vorschlag, der im Ausschuss auf große Begeisterung stieß. „Anhand eines Tastmodells können sich Besucher selbst informieren und brauchen keine Führung“, so Peter Syr, der als Besucher an der Ausschusssitzung teilnahm. „Und es hat einen guten Nebeneffekt für Blinde oder Menschen, die schlecht sehen.“ In Verbindung mit angedeuteten Grundrissen der Gebäude mit Hilfe von Bezugslinien ließe sich das ehemalige Burggelände gut darstellen.

Auch Schautafeln sollen verständlich machen, wie sich die Burg in der vergangenen Zeit entwickelt hat. „Es besteht ein wahnsinniges Potential. Der Turm ist ein Baudenkmal, das verdient hat, entsprechend erforscht und Besuchern aus nah und fern präsentiert zu werden“, so Kayser. Im weiteren Verlauf der Maßnahmen wolle er eine vollständige Baugeschichte der Burganlage zusammenstellen, die Burggeschichte datieren und Informationstafeln gestalten.

Die anfängliche Skepsis der Ausschussmitglieder konnte größtenteils aufgeräumt werden. „Die Maßnahmen versprechen eine gute Grundlage für das Museum“, so Josef Hederer. Und auch Peter Bauer betonte: „Es ist notwendig, den Leuten die Burganlage näher zu bringen.“

 

Der Geschichtsverein legte besonderen Wert darauf, die ehemals innenliegenden Gebäude im Schlosshof darzustellen. Die Grundrisse sollen zusätzlich zu Tafeln und Modellen die Neugier und das Verständnis der Besucher wecken. Mit den Linien solle die räumliche Enge dargestellt werden, die es damals im Burghof gab.

„Linien ohne Kommentare sind wahrscheinlich völlig sinnlos“, überlegte Bauer. „Eine Kombination mit Tafeln und einem 3D-Modell wäre allerdings sehr einprägsam.“ Auch Hans Urban betonte, Schautafeln und ein Modell hätten einen besseren Effekt.

Peter Syr stand den Grundrissen ebenfalls skeptisch gegenüber: „Von oben erkennt man die Umrisse wunderbar, aber wenn man auf der Fläche steht, ist da nur ein Gewirr aus Linien.“ Deshalb, so betonte er, sei ein Modell als Ergänzung zu dieser Darstellung notwendig, um die Räume erkennbar zu machen.

 

Der Ausschuss einigte sich letztendlich auf die Darstellung der Grundrisse zur Veranschaulichung der ehemaligen Burganlage. Dies soll mit Stahlbändern im Boden umgesetzt werden. Auch für ein Tastmodell soll im nächsten Schritt eine Planung erstellt und die Kosten ermittelt werden.

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