VHS Haag „beinahe zahlungsunfähig“

Vorsitzender Herbert Schlesinger bittet Verwaltungs- und Kulturausschuss um finanzielle Hilfe

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In der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Kulturausschusses beantragte die Volkshochschule Haag eine Erhöhung des Jahreszuschusses. Vorsitzender Herbert Schlesinger schilderte dem Ausschuss die schwierige Situation: Die VHS sei dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um weiterhin Kurse anbieten zu können.

„Als Verein sollen wir keine großen finanziellen Anhäufungen tätigen, andererseits müssen wir zahlungsfähig bleiben“, erklärte Vorsitzender Herbert Schlesinger die Situation. Pro Jahr veranstaltet die VHS Haag fast 200 Kurse, doch es zeige sich immer häufiger, dass Kurse abgesagt werden müssten. Dadurch fehlen die nötigen Einnahmen, um die Ausgaben vor allem im Verwaltungsbereich zu decken. „Wir stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit“, so Schlesinger weiter. Ihm ist wichtig, dass der Verein nach 46 Jahren weiterhin bestehen kann.

In einer Statistik über die Einnahmen und Ausgaben der vergangenen Jahre, ließ sich erkennen, dass seit einigen Jahren die Ausgaben überwiegen.

 

Josef Hederer schlug eine Anpassung des Angebots vor, um den Einnahmerückgang entgegenzuwirken und auch Herbert Zeilinger empfahl, den großen Katalog auf die wesentlichen und gefragten Kurse zusammenzuschrumpfen, um die Verwaltungskosten niedrig zu halten.

Schlesinger stellte klar, dass selbst Kurse, die früher gefragt waren, inzwischen weniger Teilnehmer finden. „Vor allem bei Sprachkursen fehlt es an Interessierten sowie an Kursleitern“, so der Vorsitzende. Allerdings habe man nun vor, mit der VHS Waldkraiburg ein Zukunftskonzept zu besprechen.

 

Hans Urban war der Ansicht, der Zuschuss solle gewährt werden. „Wir sollten auch unattraktive Kurse erhalten“, so Urban, „aber wichtig sind Maßnahmen für die Zukunft.“ Hier hatte die VHS bereits eine Maßnahmenliste erarbeitet, um etwa Zielgruppen zu erschließen und ein zielgruppenorientiertes Kursangebot zu erstellen. Auch habe man bereits einen Feedbackprozess erarbeitet, sodass Kursleiter und Teilnehmer ihre Erfahrungen schildern können.

 

Schlesinger betonte, die Zuschusserhöhung sei nur eine momentane Hilfe, zahlungsfähig zu bleiben. „Wir besprechen monatlich unsere Maßnahmen, um der Situation entgegenzuwirken.“ Es zeigt sich allerdings deutlich, dass die Volkshochschule auf lediglich zwei Personen gestützt nicht zu stemmen ist. Eine dritte Hilfe in der Verwaltung wäre aufgrund des großen Verwaltungsaufwandes wünschenswert – aber aktuell nicht finanzierbar.

 

Der Verwaltungs- und Kulturausschuss einigte sich auf einen einmaligen Zuschuss in Höhe von einem Euro pro Einwohner, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Nun warte man das Gespräch mit der Volkshochschule Waldkraiburg ab und hoffe darauf, dass in Zukunft getätigte Maßnahmen helfen werden, den Verein zu erhalten. JF

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