Weitere Festnahmen

Ausschreitungen in Waldkraiburg: Stellungnahme des Polizeipräsidenten am Sonntag

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Nach den heftigen Ausschreitungen der vergangenen Woche in einer Asylbewerberunterkunft in Waldkraiburg (wir berichteten) laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Weitere Tatverdächtige wurden nun identifiziert und drei Personen noch am gestrigen Samstag festgenommen. Diese werden im Laufe des heutigen Sonntags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Vorwürfe lauten: Versuchter Totschlag, Landfriedensbruch und versuchte Gefangenenbefreiung.

Das Polizeipräsidium in Rosenheim hat alle zur Verfügung stehenden rechtlichen und personellen Mittel eingesetzt, um weitere Eskalationen zu verhindern und die Straftaten im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am Mittwoch aufzuklären.

In enger Zusammenarbeit der beteiligten Behörden wurde so eine Verlegung auffälliger Bewohner noch am Freitag vollzogen und durch erhöhte Polizeipräsenz rund um die Unterkunft, sowie mit der Einrichtung der Ermittlungsgruppe (EG) „Neisse“, auf die Vorfälle reagiert.

Der Ermittlungsgruppe, die bei der Kripo Mühldorf angesiedelt ist und von Beamten der Kripo Traunstein sowie anderen Dienststellen personell unterstützt wird, gelangen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein nun die Ermittlungserfolge.

Eine junge Frau steht in Verdacht, mit einer Schere Richtung Gesicht eines Unterkunftsverantwortlichen gestochen zu haben. Ein junger Mann wurde identifiziert und ermittelt, der während der Tumulte einen großen Müllbehälter, aus einer Gruppe heraus, auf Einsatzkräfte geworfen hatte. Einer weiteren festgestellten Person wird vorgeworfen, einen Tisch auf Personal der Unterkunft und polizeiliche Einsatzkräfte geworfen zu haben. 

Drei Personen im Alter von 19 bis 26 Jahren befinden sich mittlerweile in Polizeigewahrsam, nach einer vierten wird gefahndet.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein beantragte beim zuständigen Ermittlungsrichter Haftbefehle. Die Festgenommenen werden noch am Sonntag dem Richter zur weiteren Entscheidung vorgeführt.

Bereits seit dem Donnerstag, 7. Juni, befindet sich ein junger Mann in Untersuchungshaft, dem vorgeworfen wird, mit einem Messer einem Mitbewohner eine Stichverletzung zugefügt zu haben (wir berichteten)

Polizeipräsident Robert Kopp heute:

„Die schnellen Ermittlungserfolge der „EG Neisse“ unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein schließen nahtlos an die professionelle Einsatzbewältigung in der Erstaufnahmeeinrichtung in Waldkraiburg vom Mittwoch an und stehen für die Kompetenz unserer Polizei. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wird keine Gewalttätigkeiten – egal aus welcher Motivation sie auch begangen wurden – tolerieren. Gewaltsame „Konfliktlösungen“, auch wenn diese in anderen Kulturkreisen akzeptiert sein sollten, sind bei uns ein „no go“ und haben in einem demokratischen Rechtsstaat keinen Platz.

Um künftigen Sicherheitsstörungen präventiv entgegenzuwirken, ist es ein wichtiges Signal, dass im Zuge der kriminalpolizeilichen Ermittlungen, die mit Hochdruck und erheblichen polizeilichen Ressourceneinsatz durchgeführt werden, der „Aufwieglerin“ und weiteren Aggressoren strafrechtlich relevante Handlungen am Tattag zugeordnet werden konnten.

Ich bedanke mich bei allen Einsatzbeamten, die aktuell unser Präsenzkonzept im Umfeld der Einrichtung erfolgreich umsetzen, bei den Angehörigen der „EG Neisse“ für ihr ermittlungstaktisches Geschick und bei allen Beamtinnen und Beamten der Dienststellen, die am gestrigen Abend bei den Festnahmeaktionen unterstützt haben.“

 

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