Ein „Baumtor“ für die Ortseinfahrt

Haag: Nicht alle Räte begeistert - Heute Nachmittag Bürger-Info

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Ab Mitte Juni soll die Sanierung der Fahrbahndecke und Gehwege der Mühldorfer Straße starten. Nun diskutierte der Haager Bauausschuss in seiner gestrigen Sitzung Möglichkeiten, die Geschwindigkeit an der Ortseinfahrt zu reduzieren. Bürgermeisterin Sissi Schätz stellte die aktuellen Erkenntnisse vor: Eine Torsituation soll Abhilfe schaffen.

Mehrere mögliche Lösungen, die Geschwindigkeit zu drosseln, wurden im Bauausschuss diskutiert. So sollten die Möglichkeit einer Überquerungshilfe sowie eines Zebrastreifens oder einer Ampelschaltung überprüft werden.

Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass Stefan Högenauer bereits in einer vergangenen Sitzung seine Bedenken bezüglich eines Zebrastreifens geäußert habe. Die Sicherheitsgefährdung sei zu hoch.

Nun wurde außerdem eine Stellungnahme der Polizei eingeholt. Diese empfehle einen Zebrastreifen ab einem Durchgangsverkehr von 450 bis 600 Kfz und 50 bis 100 Fußgängern. Für eine Fußgängerampel gebe es ähnliche Voraussetzungen. „In der Spitzenstunde überqueren 14 Fußgänger und Radfahrer die Mühldorfer Straße“, so die Bürgermeisterin.

Weil weder eine Ampelschaltung, noch ein Zebrastreifen mit den aktuellen Zahlen umsetzbar sind, wurde eine andere Strategie zur Geschwindigkeits-Reduzierung erarbeitet. „Wir wollen eine Torsituation schaffen“, erklärte Sissi Schätz. „Vom Kreisel kommend soll die Fahrbahn optisch durch Bäume verengt werden.“ Zusätzlich schmälere sich die Fahrbahn aufgrund des einseitig geplanten Gehweges. Die Bürgermeisterin ist der Überzeugung: „Es würde die Ortseinfahrt optisch aufwerten, wenn dort Bäume gepflanzt sind.“

Der Vorschlag stieß allerdings auf Gegenstimmen. Christian Mangstl gab zu Bedenken: „Ein Baumtor ist eine potenzielle Unfallgefahr für alle Verkehrsteilnehmer.“ Er wies darauf hin, dass eine nasse, von Laub bedeckte Fahrbahn ein großes Sicherheitsrisiko darstelle. Auch Andreas Sax bemängelte das Unfallrisiko.

Josef Hederer allerdings stand hinter dem Vorschlag. Weil eine Fußgängerüberquerung in Form einer Ampel oder eines Zebrastreifens nicht möglich sei, brauche es eine andere Idee, um die Geschwindigkeit der einfahrenden Autofahrer zu drosseln. „Jedes Mittel, das den Verkehr abbremst, ist besser als nichts“, so Hederer.

Sissi Schätz betonte: „Die Planer haben uns versichert, dass dieser Effekt dadurch erzielbar ist.“

Die Signalschaltung will der Bauausschuss allerdings weiterhin im Hinterkopf behalten. Falls der Ortsteil weiter ausgebaut wird und die nötige Frequenz an Fußgängern erreicht ist, soll die Möglichkeit gegeben sein, eine Lichtsignalanlage zu installieren. Daher will der Bauausschuss bereits im nächsten Schritt die Vorbereitungen dafür treffen. An geeigneter Stelle sollen Leerrohrtrassen gelegt werden, durch die eine Ampelschaltung ermöglicht wird, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Die Mehrheit des Bauausschusses stimmte auch für die Torsituation der Ortseinfahrt durch eine Bepflanzung.

Bürgermeisterin Sissi Schätz wies zum Ende des Tagesordnungspunktes noch darauf hin, dass das Landratsamt mit dem Bauleiter die Termine zum Baubeginn durchgesprochen habe. Frühestens am 11. Juni und spätestens am 18. Juni sollen die Maßnahmen gestartet werden.

Für Anwohner gibt es am heutigen Mittwoch, 30. Mai, zwischen 16 Uhr und 18.30 Uhr die Möglichkeit, sich über die bevorstehenden Baumaßnahmen zu informieren. Im 1. Obergeschoss des Rathauses in Zimmer 104 wird das Ingenieurbüro Behringer für Rückfragen zur Verfügung stehen.

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