Gemeinsam üben für den Ernstfall

BRK-Bereitschaft Haag veranstalte den dritten Blaulichttag

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Gemeinsam mit der Bayerischen Roten Kreuz Bereitschaft Dorfen, Waldkraiburg und Mühldorf sowie den umliegenden Feuerwehren Haag, Ramsau, Lengmoos, Allmansau, Kirchdorf, Winden und den First Respondern Sankt Wolfgang wurde einen Tag lang intensiv für den Ernstfall in Haag geübt.

Die Bereitschaften beteiligten sich mit neun Einsatzfahrzeugen, die mit Nachwuchsmitgliedern, auszubildenden Notfallsanitätern und drei Notarztteams besetzt waren. In realitätsnahen Unfallszenarien konnten die verschiedenen Einsatzgruppen die Versorgung der Patienten, die Zusammenarbeit untereinander und einen möglichst reibungslosen Ablauf der Hilfeleistung üben.

 

Zu Beginn ging es gleich mit einem Großeinsatz „Brand Brauerei Moy“ mitten in Haag am Bräuhausplatz los. Insgesamt wurden durch die Feuerwehr 18 Personen aus dem weitläufigen durch Nebelmaschinen verrauchten Gebäude gerettet, darunter mehrere Schwerverletzte. Drei Notärzte, die First Responder der Feuerwehr und alle Besatzungen des Rettungsdienstes betreuten und versorgten die zum Teil Schwerverletzten am Einsatzort.

 

Nach Abwicklung des Einsatzes alarmierte die Übungsleitstelle einen Teil der Einsatzkräfte gleich zum nächsten Einsatz: Gefahrstoffaustritt undefinierbarer Flüssigkeit im Milchwerk Jäger. Ein für die Einsatzkräfte zunächst nicht sichtbarer Mitarbeiter des Milchwerks war beim Zurückweichen vor Natronlauge mit Verätzungen in einen Schacht gestürzt.

 

Im Laufe des Tages wurden alle Beteiligten zu unterschiedlichsten Einsätzen alarmiert, die Pausen am Depot der Haager Bereitschaft blieben kurz.

 

Es ging zu einer Wohnungsöffnung mit anschließender Reanimation, einer Rettung aus einem Abfallcontainer der Firma Herzog, einem schwerverletzten Motorradfahrer, einem abgestürzten Wanderer an einem schwer zugänglichen Abhang und einer Rauchentwicklung in einem Wohnhaus mit mehreren Verletzen.

 

Eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte stellte ein abgestürzter Fallschirmspringer dar, der bewusstlos in einem Baum hing. Die Feuerwehr konnte ihn unter großer Anstrengung durch ihre Drehleiter retten und den Sanitätern zum Behandeln bringen.

Ebenso kompliziert schien das Szenario eines Mannes, der unter die Hinterachse eines Traktoranhängers geraten war. Die Feuerwehr sicherte sofort das noch laufende Fahrzeug und konnte in Zusammenarbeit mit Notarzt und Rettungsdienst den Mann schließlich befreien.

 

Am Nachmittag wurden die Einsatzkräfte zu einem Silo gerufen, in das zwei Personen gestürzt waren. Hierbei mussten Atemschutzträger zwei Meter tief hinuntersteigen und die Personen mittels einer Trage und Seilen ins Freie befördern. Draußen wurden diese dann durch den Rettungsdienst behandelt und abtransportiert.

 

Einen größeren Einsatz stellte eine „Drogenparty“ mitten in der Siedlung von Haag dar. Bei Ankunft des Rettungsdienstes drohte ein Patient, vom Balkon zu springen, falls das Haus betreten werde. Der Rettungsdienst forderte die Feuerwehr zur Unterstützung nach, die binnen weniger Minuten eintraf. Nachdem sich die Einsatzkräfte Zutritt zum Haus verschaffen konnten, fanden sie eine bewusstlose Person auf dem Sofa und eine weitere aufgebrachte Person vor. Souverän entzerrten sie die Situation und versorgten die Partywütigen.

 

Krönender Abschluss des Tages stellte ein schwerer Verkehrsunfall dar: Die eintreffende Feuerwehr fand einen Wagen vor, dessen Frontscheibe durch die Ladeklappe eines anderen Autos durchbohrt wurde. Ein weiterer Wagen fuhr durch ein Ausweichmanöver seitlich in das eingeklemmte Fahrzeug. Insgesamt galt es, vier schwer verletzte Patienten aus den Autos zu befreien. Nachdem die eingetroffenen Rettungsdienste die Patienten stabilisiert hatten, schnitten die Feuerwehren die Dächer und Seiten der Wagen auf und befreiten so die Verletzten. Hierzu wurden alle Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes und der Feuerwehren beteiligt, die am Blaulichttag teilgenommen hatten.

Feuerwehrkommandanten Thomas Göschl und Richard Decker von der Feuerwehr Haag beziehungsweise Kirchdorf waren am Ende des Tages sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit bei den Einsätzen. Auch Tobias König vom Bayrischen Roten Kreuz Kreisverband Dingolfing lobte die enge Zusammenarbeit unter den verschiedenen Organisationen.

 

Florian Ferschmann und Niklas Nitsche konnten in ihrer Funktion als „Leitstelle“ ebenfalls auf einen gelungenen und reibungslosen Ablauf zurückblicken.

 

Die Bereitschaft Haag veranstaltet diese Übung immer wieder gerne, denn nur wer gemeinsam übt kann für den Realeinsatz die Zusammenarbeit optimieren und damit den Bürgern bestmöglich Hilfe zukommen zu lassen. RK

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