Donnerstags ist es am gefährlichsten

Unfallstatistik der Polizeiinspektion Mühldorf für das vergangene Jahr

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Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf (ohne Autobahn A94) ereigneten sich im vergangenen Jahr insgesamt 1.910 Unfälle. Im Vorjahr lag die Zahl der Unfälle noch bei 1.758. Sie gliederten sich in 226 Unfälle mit Personenschaden, 416 Unfälle mit schwerwiegendem Sachschaden und 1.268 Kleinunfälle, allein davon 724 Wildunfälle.Die Gesamtzahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle stieg im vergangenen Jahr nach dem Fall von 2015 auf 2016 wieder um 8,56 % an. Die Kleinunfälle stiegen wieder um 11,62 % an, was unter anderem auch an den um 9 % gestiegenen Wildunfällen liegt. Die Verkehrsunfälle mit Sachschaden blieben im Vergleich zum Vorjahr fast gleich, es ist lediglich eine leichte Steigerung von 0,48 % zu erkennen. Leider stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Vergleich zum Vorjahr um 8,65 % wieder merklich an.

 

Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten Personen, sowohl Schwer- als auch Leichtverletzte, stieg dadurch um zirka 14 %.

Die Zahl der Schwerverletzten stieg zum Vorjahr um 24,44 % an.

Erfreulicherweise kam im Bereich der Polizeiinspektion Mühldorf im vergangenen Jahr keine Person bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

 

Dennoch ist jeder verletzter Person im Straßenverkehr einer zu viel, weshalb die Polizeiinspektion Mühldorf auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen legen wird.

Bei zwei Schulwegunfällen wurden zwei Kinder leicht verletzt. Diese Zahlen gleichen dem Vorjahr. Die Schüler waren als Fußgänger beziehungsweise Radfahrer beteiligt.

Der unfallträchtigste Tag im vergangenen Jahr war der Donnerstag, dicht gefolgt von Freitag. Die anderen Werktage folgen in etwa zu gleichen Werten. Am Wochenende waren die wenigstens Unfälle zu verzeichnen. Die meisten Unfälle mit Personenschäden ereigneten sich morgens im Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr sowie nachmittags zwischen 15 und 19 Uhr.

 

Die fünf Hauptunfallursachen im vergangenen Jahr waren: Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren und Rückwärtsfahren (384), Ungenügender Sicherheitsabstand (223), Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes (201), Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges (119) und Nichtangepasste Geschwindigkeit (76), wobei allein bei diesen Unfällen 43 Personen verletzt wurden.

 

Neben den oben genannten Ursachen dürfte noch Ablenkung, zum Beispiel durch Mobiltelefone und Smartphones nicht unerheblich zu den Verkehrsunfällen beigetragen haben. Hierzu liegen jedoch keine konkreten Zahlen vor.

 

Bei 26 Fällen war der Fahrzeugführer alkoholisiert, einmal stand ein Fahrer unter Drogeneinfluss, sieben Personen wurden hierbei verletzt.

Nach wie vor ein Problembereich sind die Verkehrsunfallfluchten. Ein Fremdschaden tritt sehr schnell ein und ist unter Umständen auch nicht sofort erkennbar. Anstatt zu warten und vorsorglich die Polizei zu verständigen, fahren viele Verursacher weg. Im Dienstbereich ereigneten sich 299 Unfälle, bei denen sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort entfernte, in vielen Fällen handelte es sich um Parkrempler auf den Parkplätzen der Großmärkte oder in den Innenstädten. In erster Linie durch die Mithilfe der Bevölkerung, aber auch durch die Ermittlungen der Polizei, konnten 115 dieser Unfälle geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von zirka 39 %.

 

Bei 19 Verkehrsunfallfluchten wurden zwei Personen schwer und 17 leicht verletzt. Bei zwei Unfallfluchten war der Flüchtige alkoholisiert.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern ist im Dienstbereich die letzten Jahre in etwa gleichgeblieben, im vergangenen Jahr ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Auch die Kombination von Radfahren mit E-Bikes durch Senioren und Beteiligung bei Verkehrsunfällen ist im Dienstbereich im Gegensatz zu anderen Bereichen in Bayern erfreulicherweise gering.

Senioren –  Personen im Alter ab 65 Jahren – waren an 137 Verkehrsunfällen beteiligt. Dies entspricht in etwa sieben Prozent der Gesamtzahl. 30  Senioren wurden hierbei verletzt.

 

Die jungen Erwachsenen – Personen von 18 bis 24 Jahren – waren an 167  Verkehrsunfällen beteiligt, dies entspricht zirka neun Prozent der Gesamtunfallzahlen. 61 von ihnen wurden bei Unfällen verletzt, zirka 20 % zur Gesamtzahl der Verletzten.

 

Im Gemeindebereich Mettenheim, Staatsstraße 2550 (vormals B12) im Bereich der Anschlussstelle Mühldorf-West der BAB A94, kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Dort ereigneten sich an den drei Einmündungen/Kreuzungen 13 Unfälle mit 14 Leichtverletzten und vier Schwerverletzten. Eine seit letzten Jahr vom Straßenbauamt geplante Lichtzeichenanlage befindet sich gerade im Bau.

 

Die Kreuzung der Kreisstraßen MÜ4/MÜ36 in Haunertsholzen, Gemeinde Niedertaufkirchen ist seit Jahren auffällig. Dort kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, im vergangenen Jahr waren es vier Verkehrsunfälle, einer mit zwei Leichtverletzten und zwei mit zwei schwerverletzten Personen. Die Ursachen sind Vorfahrtsverletzungen beziehungsweise Fehler beim Abbiegen. Hier erscheint ein Kreisverkehr als sinnvolle Maßnahme, welcher nach Vorschlag der Unfallkommission im Landkreis auch dieses Jahr gebaut wird.

 

Die Kreuzung der Kreisstraßen MÜ13/MÜ25 in Haigerloh, Gemeinde Heldenstein war in der Vergangenheit eher unauffällig, im vergangenen Jahr bis Ende April diesen Jahres ereigneten sich an der Kreuzung jedoch wieder drei (vier) Unfälle mit einem (einem) Schwer- und sechs (drei) Leichtverletzten. Die Sicht auf der MÜ13 wurde bereits eingeschränkt, zwischenzeitlich wurde eine Sichtschutzhecke gepflanzt.

Durch die Unfallkommission wird der Bau eines Kreisverkehrs empfohlen.

 

Im Mühldorfer Stadtgebiet fällt insbesondere der „Giggenbachstachus“ auf. Hier treffen die Brücken-, Berliner-, Hohenauer- und Friedhofstraße zusammen. Im vergangenen Jahr wurden zwölf unterschiedliche Verkehrsunfälle registriert, bei sieben Unfällen wurden zehn Personen leicht verletzt, die verbliebenen fünf Unfälle verursachten hohe Sachschäden. Die Ursachen sind unterschiedlich und reichen von Rotlicht-, Vorfahrtsverstößen über Fehler beim Fahrstreifenwechsel und beim Abbiegen.

 

Auch der Kreisverkehr, welcher die Geschäfte an der Siemensstraße mit der Kapellen- beziehungsweise Adolf-Kolping-Straße verbindet, ist nach wie vor auffällig. Hier ereigneten sich sechs (fünf) Unfälle mit Ursache Vorfahrt.

Beobachtungen haben ergeben, dass viele Fahrzeuglenker ungebremst in den Kreisverkehr einfahren. Die neu aufgebrachten Markierungen im Kreisverkehr könnten zu einer Verringerung der Geschwindigkeiten beitragen und dadurch die Unfallzahlen an dieser Örtlichkeit senken.

 

Zusammenfassend konnte die letztjährige Verringerung der Verkehrsunfälle nicht gehalten werden und die Zahl der Verkehrsunfälle stieg über das Niveau von 2016 wieder an.

Hierzu haben allerdings auch die deutlich gestiegenen Wildunfälle beigetragen. Auch nahmen die Zahlen im Bereich der Unfälle mit verletzten Personen wieder zu.

Hier wird die Polizeiinspektion Mühldorf sowohl mit präventiven aber auch repressiven Maßnahmen versuchen, diese wieder zu senken.

 

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