Neue Entwürfe für Turn- und Schwimmhalle

Architekten stellten der Schulverbandsversammlung die gestalterische Änderung des Badebereichs vor

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Bei der jüngsten Schulverbandsversammlung der Grund- und Mittelschule Haag stellten die Architekten Betsch und Zickert der Architekturgemeinschaft die neuesten Entwürfe für die Generalisierung von Turn- und Schwimmhalle vor. Dabei ging es vor allem um die neuen Lüftungsanlagen der Hallen sowie die Gestaltung des Badebereiches. 

Da die alte Lüftungsanlage nicht mehr ausreicht, wollen die Architekten die Flächen zu Gunsten der neuen Anlage vergrößern. Beispielsweise soll der Luftraum oberhalb der Umkleiden dafür genutzt werden. Sie stellten die Entwürfe zur Belüftung vor und zeigten die Pläne für die Zu- und Abluft im Innenhof. Aufgrund einer Diskussion über deren Erscheinungsbild, werden nun Alternativen erarbeitet, um die Belüftung dezenter an das Gebäude anzupassen.

 

Die Architekten prüften außerdem, ob die Turnhalle als Versammlungsstätte genehmigt werden kann. „Die Lüftung ist für zwei Klassen ausgelegt“, so Betsch. „Wenn die Halle als Versammlungsstätte genutzt werden soll, braucht es eine vergrößerte Lüftung.“ Außerdem bestünden Bedenken zum Thema Brandschutz. Deshalb empfahlen die Architekten, keine Versammlungsstätte genehmigen zu lassen.

„Dort sollen keine häufigen Veranstaltungen stattfinden“, so  Bürgermeisterin Sissi Schätz, „und in seltenen Fällen können auch Sondergenehmigungen beantragt werden.“

 

Anhand einer 3D-Konstruktion stellten die Architekten anschließend drei gestalterische Änderungen des Schwimmbereiches vor: Die Eingangssituation, die Bademeisterkabine und die abgesenkte Decke.

 

Zickert ging mit den Anwesenden den bisherigen Zwischenstand durch. So deutete er darauf hin, dass die Fluchttreppe in der alten Planung zu schmal sei, außerdem führten die Fluchtwege der Schule durch die Eingangshalle der Schwimm- und Turnhalle. „Die Rettungswege sollten getrennt sein“, so Zickert. Er präsentierte einen alternativen Entwurf.

 

Im neuen Entwurf wurde außerdem der Einblick in den Bademeisterarbeitsbereich angepasst. „Weil dort auch der Erste-Hilfe-Platz ist, ist nicht wünschenswert, dass eine Einsicht möglich ist. Wenn dort jemand versorgt wird, sollte das nicht von außen sichtbar sein.“ Der neue Arbeitsbereich des Bademeisters liegt nun zwischen dem Nichtschwimmerbereich und dem Eingang. „Durch die bauliche Ausgestaltung in der Halle strahlt er dort mehr Dominanz und Autorität aus“, sagte Zickert. „Und so hat der Bademeister optimale Einsicht: Er sieht den Eingangsbereich, Außenbereich und das gesamte Schwimmbecken.“ Außerdem soll im Umkleidenbereich noch eine Tür angebracht werden, über die zum Beispiel eine Krankentrage transportiert werden kann, oder die Tickets verkauft werden.

 

Auch die Decke der Schwimmhalle und die Beleuchtung soll anders gestaltet werden. Zickert zeigte die niedriger abgehängte Decke, in der einzelne Lichtelemente vorgesehen sind. „Das ist auch wichtig für die Lüftung“, stellte er klar. „Die Abluft strömt zwischen abgehängter Decke und Decke aus.“ Aktuell würde die Luft durch Fugen in der Holzdecke angesaugt. Eine Methode, die laut Zickert heute nicht mehr zulässig ist.

 

Bei der Sanierung der Schwimmhalle besteht außerdem die Überlegung, ob ein Becken mit Fliesen oder eines aus Edelstahl die bessere Alternative für Haag ist. Ein Planungsteam besichtigte gemeinsam mit der Schulverbandsversammlung Ende April einige Edelstahlbecken in der Oberpfalz. Ein positiver Eindruck zeigte sich bereits beim Betreten der Bäder: „Es gibt kaum unangenehmen Chlorgeruch“, stellte die Bürgermeisterin fest. Da die Reinigung solcher Becken mit Salz erfolgt, sorge es für ein angenehmeres Raumklima.

 

Bei den besichtigten Bädern handle es sich aber hauptsächlich um kleine Bäder. Außer Schulen und Vereine würden diese nicht genutzt, es gebe keinen Bademeister und am Wochenende keinen Betrieb. Den Anwesenden aber ist wichtig, das Haager Bad in seiner Größe beizubehalten. „Wir haben ein großes Angebot an normalen Schwimmern“, weiß Sissi Schätz. „Wir wollen es auch weiter für die Öffentlichkeit zugänglich lassen.“

Die Schulverbandsversammlung wird das neue Edelstahlbecken in Vilsbiburg besichtigen, sobald es in Betrieb genommen wurde.

 

„Ich habe dabei noch gemischte Gefühle“, so die Bürgermeisterin. „Edelstahl ist beständiger und technisch hochwertiger – aber ein Fliesenbecken, welches das Wasser blau macht und wir alle gewohnt sind, hat diesen Schwimmbadcharme.“

Welche Form für die Sanierung des Hallenbades gewählt wird, hängt auch von den damit einhergehenden Kosten ab. Hierzu konnten die Architekten noch keine konkreten Aussagen machen. „Wir wollen das gut durchrechnen“, so Betsch. „Bis Ende des Sommers können Zahlen vorliegen.“

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