Um 20 Prozent weniger Straftaten

Polizeiinspektion Waldkraiburg veröffentlichte Kriminalstatistik für das vergangene Jahr

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Für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg – betreffend die Stadt Waldkraiburg, den Markt Kraiburg und die Gemeinden Aschau, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit – fließen im Jahr 2017 insgesamt 1.345 Straftaten in die Polizeiliche Kriminalstatistik ein. Im Vorjahr waren es 1.688 Taten, das entspricht einem Rückgang um 20,3 Prozent und damit der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre.

Erster Polizeihauptkommissar Georg Deibl, der Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, die auch für Haag zuständig ist, betonte: „Ein sehr erfreuliches Ergebnis für die Stadt und die Region Waldkraiburg. In fast allen Deliktsfeldern sind die Fallzahlen rückläufig. Neben dem erheblichen Rückgang der Straftaten konnte die Aufklärungsquote nochmals geringfügig auf jetzt 68,9 Prozent gesteigert werden.“

 

Eine nennenswerte Zunahme ergibt sich lediglich im Bereich der Betrugsdelikte, Unterschlagungs- und Wirtschaftskriminalität.

 

Aufklärungsquote:

Von den 1.345 Straftaten konnten 927 Taten aufgeklärt werden. Dieses Ergebnis entspricht einer Aufklärungsquote von 68,9 Prozent und liegt über dem bayernweiten Durchschnitt von 66,8 Prozent.

 

Herausragende Delikte:

Immer noch bilden die Diebstahlsdelikte, wie auch schon in den vergangenen Jahren, den Schwerpunkt der Gesamtkriminalität (330 Fälle mit 24,5 Prozent Anteil an der Gesamtkriminalität).

„Der massive Rückgang aller Diebstahlsdelikte um 33,6 Prozent oder 167 Fälle bedeutet, dass jeder dritte Diebstahl im Vergleich zu 2016 nicht mehr stattgefunden hat“, so Deibl.

 

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark beeinflussen. Nach dem Anstieg auf 17 Fälle ist das vergangene Jahr wieder ein Rückgang auf das Niveau von 2015 (13 Fälle) festzustellen. Der Bereich ist nach wie vor von international organisierten osteuropäischen Tätergruppen geprägt. In knapp der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch – in diesen Fällen konnten die Täter nicht in den Wohnbereich vordringen oder wurden von aufmerksamen Nachbarn vertrieben. Hier setzt die Polizei neben akribischer Fahndungs- und Ermittlungsarbeit auch weiter auf öffentlichkeitswirksame Präventionsarbeit.

 

Nach der Steigerung der Fallzahlen bei Diebstählen an und aus Kraftfahrzeugen im Jahr 2016 fielen diese nun mit 23 Fällen sogar unter die Zahlen von 2015 (30 Fälle).

 

Wo 2015 noch eine Reihe von Kelleraufbrüchen die Fallzahlen in diesem Bereich auf 39 Taten steigen ließen, fielen diese nun nach 15 Taten in 2016 auf nur mehr drei Taten im vergangenen Jahr.

 

Der rückläufige Trend bei den Fahrraddiebstählen setzt sich weiter fort. Nach dem erheblichen Rückgang 2016 von fast 40 Prozent verringerten sich die Zahlen in diesem Segment weiter um nahezu 22 Prozent auf nunmehr 75 Fahrraddiebstähle.

 

Die Zahl der Ladendiebstähle war die letzten Jahre nahezu konstant. Jetzt ist ein Rückgang um 41 Fälle auf 76 Taten zu verzeichnen (minus 35 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt bei diesem Delikt mit 94,7 Prozent deliktspezifisch sehr hoch.

 

Hat sich 2016 noch der Anstieg der Rohheitsdelikte, also Körperverletzungen und Raubdelikte, negativ auf die Gesamtfallzahlen ausgewirkt, so ist in diesem Bereich ein erfreulicher Rückgang um 96 Fälle auf 310 Fälle zu verzeichnen. Dies entspricht einem prozentualen Rückgang von 23,6 Prozent. Der Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 23 Prozent. Der insgesamt zu beobachtende Rückgang bei Straftaten von Zuwanderern spiegelt sich auch hier wider. Wurden 2016 noch 104 Rohheitsdelikte durch Zuwanderer begangen, so hat sich diese Zahl 2017 mit 47 Fällen mehr als halbiert.

 

Eine Steigerung der Fallzahlen ist bei den Betrugsdelikten zu verzeichnen. Hier ist eine Erhöhung der Fallzahlen von 113 auf 126 Fälle gegeben (ein Plus von 11,5 Prozent). Viele Fälle stehen hier in Zusammenhang mit der immer umfangreicheren Nutzung des Internets, das bei der Begehung von Straftaten eine immer größere Rolle spielt.

 

Während die Zahlen bei den Sachbeschädigungen leicht zurückgingen, stiegen diese jedoch im Untersegment Sachbeschädigung an Kfz um über 37 Prozent an. Damit liegen die Zahlen wieder auf dem Niveau der Vorjahre. Überwiegend werden hier Spiegel abgetreten, Reifen zerstochen und Lack zerkratzt. Neben Vandalismus spielen dabei oftmals auch persönliche Differenzen, etwa Beziehungsprobleme, eine Rolle. Die Aufklärungsquote liegt bei diesen Taten nur bei etwa 13 Prozent.

 

Die Rauschgiftdelikte sind um 7,2 Prozent zurückgegangen. Auch im vergangenen Jahr wurde im Juli wieder eine öffentlichkeitswirksame 14-tägige Kontrollaktion im Stadtbereich Waldkraiburg durchgeführt.

 

Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wie zum Beispiel sexuelle Nötigung, ist von 21 auf nunmehr 13 Fälle zurückgegangen.

 

 

Häufigkeitszahl:

Die Häufigkeitszahl liegt in der Stadt Waldkraiburg bei 4.904. Im Vorjahr waren es 6.345. Dabei handelt es sich um einen rechnerischen Wert, der sich aus der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner zusammensetzt. Im Verhältnis kommen also auf 1.000 Einwohner der Stadt Waldkraiburg 49,04 Straftaten. Als Vergleichswerte seien hier die Häufigkeitszahlen der Stadt Mühldorf mit 5.900, Wasserburg mit 7.300 und Bayerns mit 4.533 genannt.

 

Tatverdächtige:

Die für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg ermittelten 756 Tatverdächtigen teilen sich in 76 Prozent Männer und 24 Prozent Frauen. 435 dieser Personen waren bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. Die Anzahl der delinquenten Kinder ist mit 23, im Vergleich zum Vorjahr mit 21, leicht gestiegen, wobei im Bereich der Jugendlichen mit 64 (Vorjahr: 95) die Tendenz fallend ist. Die Erwachsenen und Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren wurden mit 669 Personen (2016: 845) registriert. 237 oder 31,6 Prozent (Bayern 34,9 Prozent) der ermittelten Personen besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit ohne ausländerrechtliche Verstöße.

 

Zuwanderer:

Die Auswertung der Daten zur Zuwanderungskriminalität ergibt, dass 104 (13,75 Prozent aller Tatverdächtigen) dieser 237 Nichtdeutschen-Tatverdächtigen als Zuwanderer registriert sind. Der überwiegende Teil dieser Taten wird in den Einrichtungen für Asylbewerber durch Zuwanderer begangen. Zuwanderer waren in zwei Fällen (2016: drei) an Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, an 16 (2016: 19) Ladendiebstählen, null (2016: zwei) Fahrraddiebstählen, 20 (2016: 21) Rauschgiftdelikten und an vier (2016: drei) Fällen, die der Straßenkriminalität zugeordnet werden, beteiligt. Die Straßenkriminalität umfasst unter anderem folgende Delikte zusammen, die auf Straßen, Wegen oder Plätzen stattfinden: Sachbeschädigung, Fahrraddiebstahl, Kfz.-Aufbrüche, Körperverletzung

Straßenkriminalität:

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wird wesentlich von der Straßenkriminalität beeinflusst. Mit 217 (2016: 261) der Straßenkriminalität zuzuordnenden Fälle und dem damit verbundenen weiteren Rückgang um 16,9 Prozent ist das niedrigste Ergebnis der letzten zehn Jahre erreicht worden.

Georg Deibl: „Dieses herausragende Ergebnis der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr ist allen Behörden und Institutionen, die sich mit Sicherheit beschäftigen, zu verdanken. Neben den anderen Blaulichtorganisationen sind das natürlich das Landratsamt, die Stadt und die Gemeinden. Unser Dank gilt auch den Kolleginnen und Kollegen der Kriminalpolizeistation Mühldorf und den Operativen Ergänzungsdiensten Traunstein, die uns bei unseren Aufgaben regelmäßig mehr als nur unterstützen. In diesem Zusammenhang darf auch die Sicherheitswacht nicht unerwähnt bleiben, deren Mitglieder durch sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum ihren Beitrag leisten. Aber auch unsere Bürger helfen unter anderem durch schnelle Notrufe und Bereitschaft als Zeugen zur Verfügung zu stehen.“

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