Wohin mit dem Regenwasser?

Haag: Diskussion über eine mögliche Sportplatz-Bewässerung

image_pdfimage_print

Die Mitglieder des Haager Verwaltungs- und Kulturausschusses berieten in ihrer letzten Sitzung über die Regenwassernutzung. Dabei ging es einerseits um ein Förderprogramm bereits ab 1. Mai für eine private Anschaffung einer Zisterne, außerdem wurde über eine mögliche Sportplatz-Bewässerung mit gesammeltem Regenwasser diskutiert.

Wer sich privat eine Zisterne anschafft, soll mit bis zu 250 Euro bezuschusst werden, so die Idee des Förderprogramms. Insgesamt werden im Jahr Fördergelder von 2.500 Euro angesetzt. Allgemein stieß der Vorschlag auf Zustimmung.

Wolfgang Obermeier (FW Haag) aber zweifelte: „Das entspricht zehn Förderungen – was macht der Elfte?“

Bürgermeisterin Sissi Schätz wies darauf hin, dass in einem solchen Fall die Bezuschussung auf das nächste Jahr übertragen werden könne.

Auch Hans Urban (CSU) macht sich dabei keine Sorgen: „Wenn es viel Anklang findet, kann man immer noch über eine Erhöhung des Betrags reden.“

Der Verwaltungs- und Kulturausschuss beschloss einstimmig, die Förderung ab 1. Mai für fünf Jahre laufen zu lassen.

„Auffällig ist“, so Urban weiter, „dass der Wasserverbrauch im Sommer deutlich höher ist, als im Winter. Das betrifft hauptsächlich Gartenwasser und die Sportplatzbewässerung.“

Daher stammte auch die Idee, über die Wassergewinnung und -vorhaltung für die Bewässerung der Sportplätze zu diskutieren. Urbans Vorschlag: Die Rasenbewässerung mit Regenwasser.

Hierfür prüfte Wassermeister Werner Eß, dass für einmaliges Beregnen insgesamt 60 Kubikmeter Wasser benötigt werden. Daher wäre eine Zisterne mit 150 Kubikmetern nötig, um einen Nutzen daraus zu ziehen. Die Bewässerung sei außerdem sehr witterungsabhängig. Während im letzten Jahr nur sechs Tage bewässert werden musste, waren es vor zwei Jahren insgesamt fünfzehn Bewässerungen.

Die Bürgermeisterin machte schnell deutlich: „So wünschenswert es wäre, das Regenwasser zu nutzen, es ist unrealistisch.“ Der finanzielle Aufwand sei zu hoch. Schließlich brauche es neben der Zisterne auch Pumpanlagen. Und das Regenwasser vom Dach des Sportheims allein reiche nicht aus.

„Wir haben zwei große Schulen, das Wasser würde reichen“, war sich Hans Urban sicher. Außerdem interessierten ihn die Kosten der benötigten Zisterne, um eine klare Kosten-Nutzen-Übersicht zu haben.

Auch Stefan Ott (PWG) fragte nach den Kosten, denn „es wird eine brutale Menge Trinkwasser verbraucht.“

Die Bürgermeisterin aber lenkte ein: „Es geht dabei nicht nur um die Kosten der Zisterne – auch Pumpen, Stromanschluss, die Leitungen von der Schule sind Kosten, die auf uns zukommen.“ Auch die laufenden Betriebskosten seien nicht zu unterschätzen.

Urban machte deutlich, wie viel ihm an dem Thema lag. „Das andere Wasser muss auch gepumpt werden“, machte er klar und forderte, eine Berechnung der Kosten zu sehen.

Zum Ende der Diskussion beschloss der Ausschuss, dass sich Wassermeister Werner Eß sowie Umweltreferent Hans Urban erneut mit der Kostenschätzung für die Umsetzung befassen sollen.

Foto: pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren