Jugendförderung bald transparenter?

Haag: Verwaltungs- und Kulturausschuss diskutiert neues Konzept für Vereine

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Bereits von mehreren Vereinen kam der Anstoß, die Jugendförderung transparenter zu gestalten. Nun war das Konzept zur Förderung der Jugendarbeit in Vereinen Thema im letzten Verwaltungs- und Kulturausschuss. Jugendreferentin Eva Rehbein hat sich viel damit beschäftigt und in der Sitzung ihre Diskussionsgrundlage vorgestellt.

„Wir wollen Vereine nicht nur nach dem Gießkannenprinzip fördern. Alle, die Jugendarbeit leisten, sollen wertgeschätzt und bezuschusst werden“, stellte die Jugendreferentin Eva Rehbein ihren Vorschlag zur transparenteren Gestaltung der Jugendförderung vor.

Dabei stellt sie vorab klar, dass es schwierig sei, die Kriterien der Förderung konkret festzulegen. „Oft hängt Jugendarbeit mit weichen Faktoren – wie etwa der Qualität der Arbeit – zusammen. Diese sind schwierig zu bewerten. Stattdessen haben wir versucht, harte Kriterien anzusetzen.“

Beispielsweise brauchen Vereine, die gefördert werden wollen, einen Jugendleiter oder -betreuer, ein Ansprechpartner für die Jugendlichen.

Außerdem sollen mindestens sieben Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren in den Vereinen Mitglieder sein. „Die Zahlen haben wir als Diskussionsgrundlage festgelegt“, so Rehbein.

Besonders wichtig: Die Mitglieder der Vereine sollen hauptsächlich aus dem Gemeindebereich stammen, der Verein selbst muss aber nicht im Ort ansässig sein. Als Beispiel nannte die Jugendreferentin den Judo-Verein Isen.

Auch Peter Bauer ist der Meinung: „Wir müssten die Förderung dann so formulieren, dass solche Vereine auch etwas bekommen.“ Er äußerte außerdem seine Bedenken darüber, dass jedes Jahr ein neuer Antrag auf die Förderung gestellt werden muss.

„Für Vereine ist wichtig, ob sie mit dem Geld planen können, oder nicht“, so Bauer. „Bei einer Umsetzung ab sofort fallen für einige Vereine auch Gelder weg, mit denen sie bereits gerechnet haben. Sie brauchen die Planungssicherheit.“ Ihm wäre lieber, die Umsetzung für nächstes Jahr anzusetzen.

Bürgermeisterin Sissi Schätz aber versicherte: „Wer die Kriterien erfüllt, erhält auch den Zuschuss.“ Der Gemeinde liege viel daran, das Konzept schon in diesem Jahr umzusetzen.

Aber auch beim Kriterienkatalog blieben bei Peter Bauer Zweifel. „Es wäre sinnvoll, Kriterien zu haben, die sich auf die Intensität der Betreuung beziehen. Ein Verein braucht vielleicht nur eine Stunde pro Woche mit zwei Trainern – ein anderer nimmt viel Geld in die Hand.“

Auch Stefan Ott war der Meinung, die Vereine „nicht nach Kindern, sondern nach geleisteten Stunden“ zu fördern.

„Das ist so nicht umsetzbar“, stellte die Bürgermeisterin klar. „Für jede Veranstaltung, jede Übung zu protokollieren, wer wie lange da ist, das ist ein viel zu großer Aufwand.“

Hans Urban sprach sich eindeutig für das Konzept aus. „So viel muss uns Jugendarbeit wert sein“, machte er deutlich. Außerdem möchte er Vereine, die sich für die Allgemeinheit engagieren, wie etwa die Feuerwehr oder das Rote Kreuz, anders bewerten. „Ich schlage vor, den Förderbeitrag für solche Vereine zu verdoppeln.“

Insgesamt stieß das Konzept auf positive Stimmung.

Der Vorschlag, Kinder aus dem Gemeindebereich zu bezuschussen, wurde vom Verwaltungs- und Kulturausschuss genehmigt. Ein Grundbetrag in Höhe von 300 Euro wurde festgesetzt und der variable Betrag pro Kind liegt bei drei Euro.

Auch soll die Förderung die Vereine motivieren, sich am Kinderferienprogramm zu beteiligen. Der Verwaltungs- und Kulturausschluss stimmte einer einmaligen Zuzahlung für die Teilnahme am Programm zu.

Im nächsten Schritt sollen die Vereine über die Bezuschussung informiert werden und den Kriterienkatalog erhalten, an dem sie feststellen können, ob sie für die Förderung in Frage kommen.

Eva Rehbein zeigte sich zufrieden mit dem Beschluss des Ausschusses: „Mir ist wichtig, dass eine Grundförderung auf den Weg gebracht wird.“

jf

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