Mühldorfer Straße unter der Lupe

Haag: Konzept zur Sanierung im Gemeinderat vorgestellt - Intensive Diskussion

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Für viel Diskussion im Gemeinderat sorgte die geplante Sanierung der Mühldorfer Straße und die Planung des Gehwegs und der Überquerungshilfe. Schon in mehreren Sitzungen hatten sich die Mitglieder des Gemeinderates mit dem Thema beschäftigt, nun beauftragte der Landkreis das Ingenieurbüro Behringer und Partner mit der Planung und Kostenschätzung für die Maßnahme.

Bauingenieur Martin Gebler vom Ingenieurbüro Behringer und Partner stellte die Maßnahme bezüglich des Fußgängerwegs vor. „Wir denken an eine Erweiterung des Gehwegs in Richtung Ortsausfahrt“, so Gebler. Um sich von der Fahrbahn abzuheben, soll der Fußweg komplett gepflastert werden, hierfür werde auch der bestehende Gehweg teilweise wiederverwendet.

 

Der aktuell südlich gelegene Weg ließe sich aber wegen der Böschungen und Mauern von anliegender Bebauung nicht verwirklichen. „Deshalb“, so Gebler weiter, „sollen die Fußgänger auf die verkehrsberuhigte Straße, die alte Mühldorfer Straße wechseln. Eine Mittelinsel bietet hierfür mehr Sicherheit für die Fußgänger.“

 

Der Bauingenieur zeigte Pläne für eine Überquerungshilfe, gab aber zu bedenken: „Wir brauchen 3,25 Meter je Fahrstreifen, zwei Meter für die Mittelinsel, dann bleibt noch ein Meter Fußweg im Süden – im Norden sind wir aber direkt an der Mauer, also haben wir keinen Spielraum für den notwendigen Fußgängerweg.“

 

Die fehlende Möglichkeit einer Überquerungshilfe warf im Gemeinderat bereits die ersten Fragen auf. Stefan Ott (PWG) wollte wissen, ob prinzipiell auch ein Zebrastreifen möglich sei. Dies wies Bürgermeisterin Sissi Schätz aber zurück: „Zebrastreifen bieten nur eine Scheinsicherheit, vor allem an Ortseingängen.“

 

Auch Egon Balarg (FW Haag) zeigt sich nicht überzeugt. „Wo anders klappen Zebrastreifen wunderbar.“ Und Stefan Ott beteuerte: „Immerhin besser, als wenn man gar nichts macht.“

Aber Stefan Högenauer (CSU) ist sich sicher: „Ich kann nur vom Zebrastreifen abraten. Es gibt keinen Sicherheitsgewinn, sondern gerade für die Schwächsten, die Kinder, gaukelt es Sicherheit vor, die nicht da ist.“

Aufgrund der Diskussion machte die Bürgermeisterin den Vorschlag, die Straße auf einen möglichen Zebrastreifen prüfen zu lassen, was der Großteil des Gemeinderats befürwortete.

 

Im Anschluss fuhr Bautechniker Robert Sagstetter mit den Plänen zur Sanierung der Straße fort. Die Entwässerung solle ins freie Feld laufen. Außerdem wies er auf die bestehenden Sinkkästen hin, die an den Regenwasserkanal angeschlossen sind. „Für die Entwässerung ist nur wenig Umbau nötig“, so Sagstetter. Nördlich lief die Entwässerung über den freien Fahrbahnrand, im Kurvenbereich bestehe eine Entwässerungsrinne. „Das Oberflächenwasser läuft in den Mischwasserkanal. Im Süden werden die Entwässerungsrinnen komplett erneuert, nördlich lässt man drin, was noch funktioniert.“

Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) brachte den Vorschlag, das Wasser in den Untergrund sickern zu lassen, anstatt es wegzuleiten, aber Sagstetter verwies auf die Bodenwerte. „Wenn es regnet, läuft das Oberflächenwasser in die Wiese und wird zu einem Weiher“, so der Bautechniker.

Weißmüller kam außerdem auf das Thema Fußgänger zurück: „Wichtig wäre aber vor allem, die Überquerungshilfe realisierbar zu machen. Wir haben drei Möglichkeiten: Ein Zebrastreifen, der wahrscheinlich nicht genehmigt wird, eine Ampelregelung, über die wir noch gar nicht gesprochen haben, und die Überquerungshilfe.“

Diese sei aber, so Sagstetter, nicht zu realisieren. „Wir brauchen beidseitig eine Fahrspur von 3,25 Meter für den Schneepflug und eine Mittelinsel von zwei Metern. Für die Umsetzung mitsamt Gehwegen fehlen uns noch zwei Meter.“

„Um die Fußgänger zu schützen, brauchen wir also eine Ampelregelung“, stellte Weißmüller fest, aber auch das sei nicht leicht umzusetzen.

Sissi Schätz erklärte: „Dafür brauchen wir eine gewisse Frequenz an Fußgängern.“ Dem Gemeinderat ist allerdings wichtig, dass auf die Fußgänger Rücksicht genommen wird, selbst wenn der Verkehr an der Mühldorfer Straße deutlich geringer ist, als in der Münchener Straße. „Wir können zusätzlich zum Zebrastreifen auch eine Ampel prüfen lassen“, so die Bürgermeisterin weiter. „Dann können wir verwirklichen, was in den Augen der Verkehrsplaner das Bessere ist.“

Dem Beschlussvorschlag, die Planung und Kosten zu Kenntnis zu nehmen und die Leistungen auszuschreiben, stimmten die meisten Mitglieder des Gemeinderates zu.

Johanna Furch

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