Gewerbenutzung war der Streitpunkt

Haager Gemeinderat diskutierte über den Ausbau des Zehentstadels

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Die künftige Nutzung des Zehentstadels ist in Haag weiter brandheißes Thema. Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es dazu erneut jede Menge Diskussionsstoff. Thematisiert wurden die Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten des neuen Pfarrheims, das im Stadel geplant ist, sowie der Vorschlag von Hans Urban (CSU), den Mittelteil auf Nutzung für den Einzelhandel hin zu prüfen.

Das Interesse der Pfarrgemeinde, den östlichen Teil des Zehentstadels als Pfarrheim zu nutzen, sei definitiv vorhanden, so Pfarrer Pawel Idkowiak, der der Gemeinderatssitzung beiwohnte. Vorab wolle die Kirchenverwaltung jetzt weitere Gespräche mit der Diözese führen. „Wir versuchen, bessere Konditionen auszuhandeln.“ Der Pfarrer sorgte für einiges Schmunzeln bei den Räten, als er kundtat: „Geld ist genug da, da bin ich mir sicher. Wir müssen nur schauen, wie und wo man es anzapft.“

Der Pfarrgemeinde sei es wichtig, das  Pfarrheim im Zehentstadel einrichten zu können, auch deshalb, weil das jetzige Pfarrheim in keinem guten Zustand sei, so der Geistliche.

Vor dem Hintergrund, dass die Kirchenverwaltung nochmals mit der Diözese verhandeln will, stellte Bürgermeisterin Sissi Schätz den Antrag, die Diskussion über den Ausbau des Zehentstadels zu vertagen, und die Ergebnisse dieser Verhandlungen abzuwarten. Der Vertagung stimmten die Haager Räte zu.

Größeren Diskussionsbedarf gab es beim Antrag von Hans Urban (CSU), der sich anschließend ebenfalls mit dem Ausbau des Stadels beschäftigte. Er schlug vor, den mittleren Teil des Zehentstadels dem Einzelhandel zur Verfügung zu stellen. Schließlich suche die Gemeinde schon seit über zwei Legislaturperioden nach einer Nutzung für den zentralen Teil des Gebäudes. Es soll auch bereits Interessenten gegeben haben. In ersten Gesprächen habe der Betreiber des Sportgeschäfts „Ampuls“ Interesse ihm gegenüber signalisiert, so Urban. Die Bürgermeisterin sah das aber anders: „Das kann ich so nicht stehen lassen. Mir hat der Betreiber ganz klar kundgetan, dass er derzeit nicht wisse, wie es mit seine Geschäft weitergehe.“

Dr. Bernhard Grabmeyer (FWG) befürchtete zudem, dass bei Einrichtung einer Gewerbefläche keine Förderung des Zehentstadels mehr möglich sei, was Verwaltungsleiter Manfred Möhrwald aber klarstallte: „Mit der Gemeinde als Eigentümer ist der Ausbau des Stadels sehr wohl förderfähig. Allerdings müssen spätere Einnahmen gegengerechnet werden ein Teil der Förderung deshalb gegebenenfalls zurückbezahlt werden.“

Auch Eva Rehbein (SPD) sprach ihre Bedenken bezüglich der enormen Investition aus, die erbracht werden müssten, um den Zehentstadel für den Einzelhandel herzurichten.

Hans Urban abschließend: „Dann brauch ma eigentlich nimma drüber diskutieren. Das ist doch klar, dass ein privater Interessent nicht ewig warten kann. Wir hätten uns mehr ins Zeug legen müssen.“ Seiner Meinung nach fühle es sich nun an, als bestünde keine Bereitschaft der Gemeinde, solche gewerblichen Flächen zeitnah einzurichten.

Letztlich entschieden sich die Räte mit knapper Mehrheit dennoch dafür, neben einer „multifunktionalen Nutzung“ und einer Nutzung als Lagerraum auch Gewerbe für den Mittelteil des Stadels vorzusehen.

 

Johanna Furch

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