2017: Weniger Tote und Verletzte

Polizeipräsidium Rosenheim präsentiert aktuelle Verkehrsunfallbilanz

image_pdfimage_print

Der langjährige positive Trend setzt sich zum Glück fort: Auch 2017 gab es weniger Tote und Verletzte auf den Straßen im Bereich des Polizeipräsidums Rosenheim. Das zeigt die Verkehrsunfallbilanz, die heute veröffentlicht wurde. Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd umfasst die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die neun Landkreise Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen.

Zusätzlich sind im Bereich der Landeshauptstadt und des Landkreises München knapp 50 Autobahnkilometer als Übertragungsbereich zu betreuen. Insgesamt summiert sich das Straßennetz auf eine Länge von zirka 15.500 Kilomter.

Erfreulicherweise ereigneten sich 2017 weniger Unfälle mit Personenschaden und es gab weniger Verletzte. Mit 77 Verkehrstoten wurde der zweitniedrigste Wert im südlichen Oberbayern erreicht. Der langjährige, positive Trend setzt sich damit fort.

Überhöhte nicht angepasste Geschwindigkeit ist für fast die Hälfte der Verkehrstoten ursächlich.

 

In der Summe ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Vorjahr allerdings gestiegen.

 

Genau 1.167.880 Fahrzeuge waren zum Stichtag 31. Dezember 2017 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zugelassen, was einer Steigerung von 2,2 Prozent beziehungsweise 25.287 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr (31. Dezember 2016) entspricht.

 

Auf den Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ergab sich bei der Gesamtunfallentwicklung ein Anstieg um 4,7 % von 38.088 auf 39.893 Unfälle. Die Zahl der schwerwiegenden Unfälle mit Sachschaden erhöhte sich von 10.987 auf 11.314 (+3,0%); deutlich stärker fiel mit 7,6% der Anstieg der sogenannten Kleinunfälle aus (von 20.858 auf 22.436 Unfälle). Bei den Kleinunfällen sind 6.776 Wildunfälle enthalten (Vorjahr 6.184; +9,6%).

Die Unfallfluchten blieben auf nahezu auf gleichem Niveau (+1,7% auf 8.098 Unfälle).

 

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahm erfreulicherweise um 1,6% auf 6.143 ab. Verletzt wurden dabei 8.204 Personen (-0,5%). Der Rückgang der Getöteten im Straßenverkehr auf 77 (Vorjahr: 83; -7,2%) stellt den zweitniedrigsten Wert seit Einführung der Statistik im Zuständigkeitsbereich des PP Oberbayern Süd dar. Damit setzt sich damit der langjährige positive Trend fort.

Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielt überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit nach wie vor eine bedeutsame Rolle. 34 Personen, und damit fast die Hälfte der Verkehrstoten, wurden im Straßenverkehr tödlich verletzt, weil ein Unfallbeteiligter zu schnell unterwegs war. Die Unfallursache Geschwindigkeit ist zudem für 1.461 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich.

Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer ist erneut ein leichter Anstieg auf 619 Unfälle zu verzeichnen. Alkoholbeeinflussung gehört nach wie vor zu den Hauptursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder Getöteten. 17 Personen starben und 393 erlitten Verletzungen, weil Fahrer nach vorhergehenden Alkoholkonsum am Steuer saßen.

 

Hauptrisikogruppen

Bei Verkehrsunfällen wurden 13 Radfahrer tödlich verletzt, was einem Rückgang von -18,8% entspricht (2016: 16). Die Anzahl der beteiligten Radfahrer blieb im Vergleich zum Jahr 2016 konstant (2.137), verletzt wurden aber bei Unfällen geringfügig mehr Radfahrer (1.894; +3,6%).

 

Die steigende Beliebtheit von E-Bikes und Pedelecs wirkt sich zunehmend auch in der Verkehrsunfallstatistik aus. Dies zeigt die erhebliche Zunahme von beteiligten Pedelecs (von 137 auf 188; +37,2%) und der dabei verletzten Personen (von 129 auf 176; +36,4%) an Verkehrsunfällen sehr deutlich. Erfreulich hingegen ist der Rückgang der getöteten Fahrer von Pedelecs von fünf auf zwei.

 

Verletzungen bei Fahrradunfällen würden in vielen Fällen weit weniger dramatisch ausfallen, wenn die Radfahrer einen Fahrradhelm getragen hätten. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd appelliert daher an alle Fahrradbegeisterten, beim Radfahren stets einen Fahrradhelm zu tragen.

 

Erfreulicherweise waren Fußgänger im Vorjahr wieder seltener an Verkehrsunfällen beteiligt (Abnahme von 574 auf 563 oder -1,9%) und wurden auch weniger häufig verletzt (Abnahme um 0,7% von 418 auf 415). Die Zahl der getöteten Fußgänger ging 2018 von 10 auf 7 zurück.

 

Zu den Hauptrisikogruppen zählen nach wie vor Motorradfahrer. 1.090 Biker waren an Unfällen beteiligt (2016: 1.133), was einem Rückgang um 3,8% entspricht. Bei den Motorradunfällen wurden 927 Kradfahrer bzw. Sozius verletzt (-2,7%). 16 Personen kamen ums Leben, eine Person mehr als 2016. Hauptunfallursache bei Unfällen mit Krafträdern ist nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit.

In der Gesamtheit ist die Unfallentwicklung ein Indiz dafür, dass die behördenübergreifenden Anstrengungen zur Verbesserung der Motorradsicherheit zusehends ihre präventive Wirkung entfalten.

Die Zahl der Schulwegunfälle sank in 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich von 99 auf 70. Die Anzahl der dabei verletzten Schüler verminderte sich von 101 auf 72. Die meisten der Schulkinder (62) wurden „nur“ leicht verletzt. Die insgesamt positive Bilanz wird allerdings dadurch getrübt, dass leider ein Kind bei einem Schulwegunfall tödlich verletzt wurde.

 

Bei den unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) ist sowohl die   Gesamtunfallzahl (4.137; 2016: 4.076) als auch bei den verletzten Personen mit 1.149 Verletzten (2016: 1.057) eine negative Entwicklung festzustellen:

Rückläufig fällt hingegen der Trend mit 24 getöteten Senioren (2016: 28) bei Verkehrsunfällen aus. Um ältere Menschen für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren, wird das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auch in diesem Jahr kostenlose Sicherheitskurse für Senioren anbieten. Ebenso bieten auch andere Akteure im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit präventive Tests und Trainingseinheiten für ältere Verkehrsteilnehmer an.

 

Bei der Risiko-Zielgruppe der „Jungen Erwachsenen“ (18-24 Jahre) ist die Gesamtzahl mit insgesamt 3.719 Unfällen deutlich rückläufig (2016: 3.821). Dabei wurden 1.177 Personen verletzte (2016: 1.241). Mit 12 Getöteten (2016: 14) hält die positive Tendenz bei der jüngeren Generation an, wenngleich sie dennoch überproportional am Gesamtunfallaufkommen beteiligt ist.

 

Polizeipräsident Robert Kopp zur Verkehrsunfallbilanz: „Die Polizei steht im südlichen Oberbayern für Sicherheit – auch für höchstmögliche Sicherheit im Straßenverkehr. Insoweit ist es erfreulich, dass wir bei der Verkehrsunfallentwicklung trotz zunehmender Mobilität und gestiegenen Kfz-Zulassungen in wichtigen Bereichen einen positiven Trend feststellen können. Auch in diesem Jahr werden wir im Rahmen des polizeilichen Streifendienstes, vor allem aber auch mit Schwerpunktaktionen, wie zum Beispiel dem Blitzmarathon oder bei Aktionstagen im Rahmen der Verkehrsüberwachung tätig sein. Hinzu kommt eine Vielzahl öffentlichkeitswirksamer Präventionsveranstaltungen.“

Kopp weiter: „Verkehrssicherheit geht alle an. Mein Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Helfen Sie mit und seien Sie ein Vorbild im Straßenverkehr. Nehmen Sie den Fuß vom Gas und geben Sie in kritischen Situationen – ganz nach dem Gebot der Vorsicht und der gegenseitigen Rücksichtnahme – lieber nach!“

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren