Sicherheitswacht sucht Bewerber

Mühldorf: Vierwöchige Bewerbungsphase startete gestern

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Immer mehr Städte und Kommunen im südlichen Oberbayern unterstützen den Vorschlag der Polizei, engagierten  Bürgern Verantwortung für das Gemeinwohl zu übertragen und eine Sicherheitswacht ins Leben zu rufen. Ab sofort können sich auch in der Kreisstadt Mühldorf Bürgerinnen und Bürger aus der Region für dieses wichtige Ehrenamt bewerben.

Das gaben Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner, Polizeipräsident Robert Kopp und Inspektionsleiterin Angelika Deiml gestern bei einem Pressegespräch bekannt.

„Die Öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten ist nicht alleine Auftrag an die Polizei, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Kerngedanke soll durch das ehrenamtliche Engagement von Frauen und Männern in einer Sicherheitswacht allen Bürgern bewusst werden.

Die Grundidee dazu lautet: Bürger schützen Bürger, denn Sicherheit geht alle an“, so Polizeipräsident Robert Kopp, der sich aus Überzeugung für die Sicherheitswacht stark macht.

Sicherheitswacht hat Vorbildfunktion

Im Oktober hatte sich der Stadtrat Mühldorf mit Beschluss einstimmig für die Errichtung einer Sicherheitswacht ausgesprochen. Dadurch wird den rund 19.500 Einwohnern der Stadt Mühldorf die Möglichkeit gegeben, im Rahmen der Bürgerbeteiligung an der Stärkung der Inneren Sicherheit mitzuwirken. Eine gute, weil verantwortungsbewusste Entscheidung, wie Polizeioberrätin Angelika Deiml, Leiterin der Polizeiinspektion Mühldorf, herausstellte: „Wir als Polizei sind auf ein Klima des Vertrauens und eine Kultur des Hinsehens in unserer Stadt angewiesen. Die Sicherheitswacht hat die wichtige Vorbildfunktion für die Bevölkerung, bei Straftaten hinzusehen, die Polizei zu verständigen und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen.“

Bewerber gesucht

Nach Zustimmung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern startete gestern die vierwöchige Bewerbungsphase. Mühldorfs Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner betonte: „Ungeachtet der Tatsache, dass die Stadt Mühldorf bisher schon als sehr sicher gilt, haben wir mit unserem Stadtratsbeschluss dem Vorschlag der Polizei gerne zugestimmt und hoffen nun auf zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber. Die Angehörigen der Sicherheitswacht sind auch an zentralen öffentlichen Plätzen anzutreffen und dadurch ein wichtiger Ansprechpartner für die Sicherheitsanliegen unserer Bürgerinnen und Bürger.“

Alle engagierten Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich bei der Polizeiinspektion Mühldorf für dieses herausgehobene Ehrenamt zu bewerben. Detaillierte Informationen hierzu gibt es unter der Telefonnummer 08631/36730. Auch den zukünftigen Einsatz der Sicherheitswacht wird die Polizeiinspektion Mühldorf eigenverantwortlich regeln. Dienstplangestaltung, Einsatzzeiten und Einsatzörtlichkeiten legt die Dienststelle in enger Abstimmung mit den Ehrenamtlichen fest.

 

Sicherheitswacht ist kein Ersatz für die Polizei

Hilfspolizisten sind die Angehörigen der Sicherheitswacht nicht. Ihnen stehen grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten zu, wie jedem anderen Bürger auch. Das reicht von der Festhaltung eines auf frischer Tat betroffenen Straftäters, bis hin zum Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Darüber hinaus können Angehörige der Sicherheitswacht Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, sofern dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist. Bei Gefahr im Verzug können sie zudem einen Platzverweis erteilen.

„Erfolgreich unterstützen mittlerweile 74 engagierte Bürgerinnen und Bürger eine unserer acht Sicherheitswachten. Ehrenamtliches Engagement hat zurecht seinen festen Platz in unserer Gesellschaft. Ich würde mich freuen, wenn sich viele couragierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region, getreu unserem Motto „Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick“, für die Sicherheitswacht in Mühldorf melden würden“, betont Polizeipräsident Robert Kopp.

Darüber hinaus werden weitere Bewerberinnen und Bewerber für die Verstärkung der Sicherheitswacht in Waldkraiburg, bei der seit dem 5. Juli 2017 elf engagierte Bürgerinnen und Bürger erfolgreich ihren Dienst verrichten, gesucht. Informationen hierzu sind bei der Polizeiinspektion Waldkraiburg unter der Telefonnummer 08638/94470 erhältlich.

 

Die Sicherheitswacht in Bayern

Die Sicherheitswacht in Bayern wurde ursprünglich als Modellprojekt in drei Städten (Deggendorf, Ingolstadt und Nürnberg) eingeführt und nach dreijähriger Pilotphase 1997 dauerhaft eingerichtet und ausgebaut. Immer mehr Kommunen entschließen sich, eine Sicherheitswacht zu beantragen. Inzwischen gibt es sie mit über 800 Mitgliedern in mehr als 130 Städten und Gemeinden in Bayern.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sind derzeit Bürgerinnen und Bürger in Rosenheim (16), Traunstein (7), Waldkraiburg (11), Burghausen mit Burgkirchen (18), Freilassing (9), Schongau (9) und Wolfratshausen (4) in der Sicherheitswacht aktiv.

Umfangreiche Informationen zur Bayerischen Sicherheitswacht, von den Aufgaben bis hin zu den Voraussetzungen für eine Bewerbung, können auf der Internetseite der Bayerischen Polizei unter folgenden Link abgerufen werden: Die Sicherheitswacht in Bayern

 

Foto (von links): Polizeihauptkommissar Karl Sanladerer (PI Mühldorf), Polizeioberrätin Angelika Deiml (Leiterin PI Mühldorf), Polizeipräsident Robert Kopp (PP Oberbayern Süd), Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner, Daniela Schwarz (Ordnungsamt Stadt Mühldorf), Yvonne Helzel (Sicherheitswacht Waldkraiburg) .

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