Es trifft fast jede Familie

Hochschule zur Situation von pflegenden Angehörigen - Mehr kommunizieren

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Einen Einblick in die Situation von pflegenden Angehörigen gab Prof. Dr. Martin Müller aus Pfaffing (rechts im Bild) bei seinem Vortrag: Im Rahmen der Mühldorfer Generationengespräche fand jetzt die bereits zweite Ringvorlesung der Vortragsreihe in den neuen Gebäuden des Campus der Hochschule statt. Im thematischen Fokus stand dabei die „Angehörigenpflege neben dem Beruf – Chancen und Herausforderungen für Familien und Betriebe“.


Prof. Dr. Müller stellte dar, dass es für jede Familie sehr wahrscheinlich sei, mit dem Thema Pflege von Angehörigen konfrontiert zu werden.

Wichtig sei es, mit den Herausforderungen rechtzeitig umzugehen und Maßnahmen zu ergreifen, die Belastung nicht zu hoch werden zu lassen. Er zeigte auch, dass die Pflege von Angehörigen auch positive Seiten haben könne – zum Beispiel durch das Gefühl, etwas zurückgeben zu können.

Wichtig für Angehörige sei es, in der Familie rechtzeitig über Wünsche und Möglichkeiten mit Blick auf plötzlich einsetzende Pflegebedürftigkeit zu sprechen.

Prof. Dr. Julian Löhe hat eine betriebliche Perspektive aufgenommen und aufgezeigt, dass die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Betriebe in Zukunft immens an Bedeutung gewinnen wird. Von großer Bedeutung sei auch hier, dass über das Thema gesprochen werde.

Nur wenn der Betrieb wisse, wer betroffen ist und was diese Personen konkret brauchen, könnten Angebote zur besseren Vereinbarkeit gemacht werden. Hier fange es bei Kleinigkeiten an, wie ein Parkplatz vor der Tür. Darüber zu sprechen erhöhe auch die Akzeptanz bei den Kollegen.

Der Einsatz eines „Change-Agents“, der Prozesse zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf initiiert und aufrecht erhält, sei leicht installiert und könne viel bringen, um das Thema zu platzieren. Etwa bei der Mitarbeitervertretung oder in der Unternehmenszeitschrift. Die Aufgabe eines Change-Agents könne etwa an Beschäftigte der Personalabteilung angedockt werden.

In der sich anschließenden offenen Diskussion mit den Gästen waren sich alle einig, dass das Thema noch zu viel wenig präsent sei und Informationen über gesetzliche Möglichkeiten, wie die Zehn-Tage-Lohnersatzleistung im Akutfall von Pflege, vielfach fehlen. Ein wichtiger und erster Ansatzpunkt bestehe darin, mehr darüber zu sprechen. Sei es in der Familie oder im Beruf.

Das nächste Mühldorfer Generationengespräch findet im Sommer 2018 statt, in dem wieder ein gesellschaftliches Thema von der Hochschule anschaulich und praxisnah aufbereitet wird.

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