Goldener Herbst, aber null Winter?

Wetterexperten prognostizieren wieder mal Regen und wenig Schnee

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„Endlich stellt sich bei uns zumindest für einige Tage der goldene Herbst ein. Die Wolken lösen sich in den nächsten Stunden aus Westen immer mehr auf. Das haben wir dem Hoch Queena zu verdanken. Es ist ein Ableger des Azorenhochs und wird uns in den nächsten Tagen weitgehend freundliches und ruhiges Herbstwetter bringen. In den klaren Nächten müssen wir dann aber häufig mit einstelligen Nachtwerten und auch mit Bodenfrost rechnen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Grafik oben: Hoch Queena kommt heute aus Westen zu uns und läutet den goldenen Herbst ein.

„Hoch Queena erreicht heute den Westen Deutschlands und breitet sich dann in den nächsten Tagen weiter aus. Auch am Wochenende wird es überwiegend freundlich bleiben. Lediglich im Osten kann es hin und wieder ein paar dichtere Wolken und lokal vielleicht auch mal ein paar Regentropfen geben. Und morgens müssen wir zudem überall mit Frühnebel rechnen. Der Herbst lässt grüßen“, so Jung.

So geht’s in den nächsten Tagen weiter:

Donnerstag: 17 bis 24 Grad, vielfach freundlich und trocken

Freitag: 17 bis 24 Grad, überwiegend freundlich

Samstag: 18 bis 23 Grad, nach Nebel Sonnenschein, nach Osten hin auch einzelne Schauer möglich

Sonntag (Bundestagswahl): 18 bis 24 Grad, überwiegend freundlich und trocken

Montag: 18 bis 25 Grad, freundliches Herbstwetter

Dienstag: 18 bis 25 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, nur ganz vereinzelt Schauer

Mittwoch: 18 bis 26 Grad, mal Sonne, mal Wolken oder Nebel, kaum Schauer

 

Der Wettertrend zeigt es bereits: es gibt in den nächsten Tagen kaum größere Temperaturschwankungen. Es scheint sich tatsächlich eine recht stabile Wetterlage einstellen zu wollen, eben der goldene Herbst, gerne auch „Altweibersommer“ genannt.

„Der Begriff Altweibersommer kommt dabei nicht von älteren Damen, sondern von dem Wort „Weben“, damit sind die Spinnweben gemeint. Die sind bei schönem Wetter nach klaren Nächten besonders gut zu sehen, da sich an ihnen nächtliche Feuchtigkeit ablagert, also Tau“, erklärt Wetterexperte Jung.

BEKOMMEN WIR EINEN JAHRUNDERTWINTER?

Seit Tagen geistern besonders in Medien aus Österreich Gerüchte umher, dass es aufgrund eines „neuen Klimazyklus“ zu einem Jahrhundertwinter kommen könnte.

„Das ist sicherlich eine schöne Geschichte und dürfte die Herzen aller Winterfans höher schlagen lassen. Leider ist es aber wissenschaftlich gesehen total unseriös.

Kein Mensch und auch kein Meteorologe weiß heute, ob wir einen Jahrhundertwinter bekommen werden oder nicht. Und mit einem neuen Klimazyklus hat das schon mal gar nichts zu tun. Klima ist etwas langfristiges und nichts, wo von heute auf morgen ein Schalter umgelegt wird und siehe da – wir haben einen Jahrhundertwinter“, erklärt Jung.

Folgt man dem Klimatrend der US-Wetterbehörde NOAA für den kommenden Winter, dann steht uns sogar eher ein „zu warmer“ Winter bevor und ein Winter der „nasser als im langjährigen Durchschnitt“ ausfallen könnte, also alles andere als ein Jahrhundertwinter.

„Nach echten wissenschaftlichen Berechnungen sieht es aktuell eher nach einem Winter der wärmeren Art aus“, so Jung. Aber auch in einem Winter der letztlich zu warm ausfällt, kann es natürlich immer wieder einzelne Phasen mit Schnee und Eis geben. Das darf man nicht vergessen!“

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