Zur Vorsicht: Keine Gastro im Haus am See

Soyen: Wasser weiter abkochen - Ausfall der Elektronik beim Wasserturm als Ursache vermutet

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Auch wenn keine „Gefahr im Verzug“ sei, Soyen muss weiterhin das Trinkwasser abkochen. Und der Gastro-Betrieb Haus am See hat sich sogar vorsichtshalber so entschieden: „Liebe Gäste und Freunde des Hauses am See: Wegen des vom Gesundheitsamt Rosenheim temporär verordneten Abkochgebots für Trinkwasser in Soyen bleibt unsere Gastronomie bis zur Aufhebung des Gebots durch das Gesundheitsamt geschlossen! Es handelt sich um eine rein persönliche Vorsichtsmaßnahme. Hotelübernachtungen mit Frühstück sind weiter möglich.“ Die Wasserburger Stimme sprach heute mit Bürgermeister Karl Fischberger zum Abkochgebot …

Wie berichtet wird seit nun knapp einer Woche in Soyen das Wasser gechlort, aber die nötige Konzentration sei noch nicht an allen Mess-Punkten erreicht, so der Rathauschef. Nachdem morgen schon Freitag sei, rechne er nicht damit, dass das Abkochgebot des Gesundheitsamtes noch in dieser Woche aufgehoben werde. Die Gemeinde habe das ja ohnehin nicht zu entscheiden. Aber es sei halt noch nicht in allen Endsträngen der erforderliche Chlorwert von 0,1 mg pro Liter erreicht worden, sagt der Bürgermeister am Donnerstagvormittag.

Ganz grundsätzlich müsse allen klar sein, dass zu keinem Zeitpunkt ‚Gefahr im Verzug‘ gewesen sei – die Keim-Belastung mit coliformen Bakterien sei absolut gering gewsen. Aber die Vorschrift besage nun mal, das Trinkwasser dürfe bei uns keinen einzigen Keim enthalten.

Sofort habe man in der vergangenen Woche alle Betriebe, Ärzte, Apotheken, die irgendwie mit Trinkwasser zu tun haben, eigens telefonisch persönlich von der Gemeinde aus informiert. Da das Gesundheitsamt wiederum über die Pressestelle das Abkochgebot an alle örtlichen Medien gemeldet habe, seien die Bürger informiert worden. Zudem habe es sich schnell in der ganzen Gemeinde herumgesprochen, so Fischberger. Eine eigene Information an alle Haushalte sehe man nur vor, wenn tatsächlich eine Gefahr bestehen würde.

Zur Ursache der Wasser-Verunreinigung erklärte der Bürgermeister, dass man in der Gemeinde Soyen davon ausgehe, dass der Ausfall der Elektronik beim Wasserturm einige Tage zuvor – durch das schwere Gewitter (wir berichteten) – vermutlich ausschlaggebend gewesen sei. Da der Turm leer war, musste das Wasser quasi rückwärts laufen. Durch eine Rückwärts-Bewegung des Wassers käme eine Schwachstelle ins System, ähnlich einer Situation wie bei einem Wasserrohrbruch, so Fischberger. Ein Wasserrohrbruch, den wiederum Pfaffing für seine Wasser-Verunreinigung als Ursache vermute (wir berichteten) …

Eine Verunreinigung des Soyener Wassers durch die Landwirtschaft werde grundsätzlich schon allein wegen der betroffenen Örtlichkeiten ausgeschlossen, heißt es aus dem Rathaus.

Foto: Haus am See Soyen

 

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