Lebensretter mit Lasertechnik

Fünf Jahre lang getüftelt: Zwei Feuerwehrmänner aus dem Landkreis erfinden den ALF

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Bei einem Feuerwehreinsatz zählt jede Minute. Zwei Bad Aiblinger haben jetzt ein Lasergerät erfunden, das dem Maschinisten noch vor dem Ausfahren der Drehleiter anzeigt, ob das tonnenschwere Fahrzeug richtig positioniert ist. Informatiker Philipp Höfler (unser Foto) hat den Advanced Location Finder, kurz ALF genannt, erfunden. Es ist ein schwarz-rotes Kästchen, in dem ein Laser versteckt ist. Das Gerät ist etwa so groß wie ein Smartphone.

Höfler ist Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Aibling. Er und Thomas Mitterer kamen bei einem Einsatz auf die Idee für den Abstandsmesser, der den Feuerwehrmännern im Ernstfall kostbare Zeit spart: „Der Einsatz war undramatisch bei der örtlichen Sparkasse. Die haben ein Flachdach, auf dem Wasser war, das nicht abgelaufen ist. Da hat die Drehleiter nicht ganz gereicht. Und da haben wir im Feuerwehrhaus so geredet, ‚es muss doch eine Möglichkeit geben, dass man das vorhersagen kann‘.“

 

Foto: Vom Protoypen (l.) über eine Zwischenstufe zum handlichen ALF (r.)

 

Die Beiden beschlossen, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. Fünf Jahre lang tüftelten und programmierten sie. Höfler hat darüber sogar seine Masterarbeit in Informatik an der Hochschule Rosenheim geschrieben. Die Erfindung sei genial, sagt Christian Staudhammer, der zweite Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Aibling. Diese hat sich ALF bereits zugelegt und im Einsatz.

„Oft wird mal blöd geparkt oder Bäume sind so gepflanzt, dass man nicht hinkommt. Da ist das Gerät einfach wunderbar, weil ich seh: Komm ich hin oder komm ich nicht hin. Ich kann mir zu Fuß einen anderen Standort suchen, ohne dass ich mit der Leiter rumrangieren muss“, sagt Christian Staudhammer (Foto).

 

ALF gebe dem Maschinisten mehr Sicherheit und helfe mit, Menschenleben zu retten, bestätigt auch der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank. „Oft entscheidet ein Meter, ob ich Hilfe leisten kann oder nicht.“

Der Markt für das rund 2.000 Euro teure ALF sei in Deutschland, aber auch international da, sind sich seine Erfinder sicher. Jetzt müsse sich das innovative Gerät nur noch herumsprechen.

Christine Haberlander

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