150 Jahre bewegte Geschichte

Zum Jubiläumsjahr: Ein Einblick in die Historie der Haager Feuerwehr

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150 Jahre Feuerwehr – dieses Jubiläum feiert Haag in weniger als sieben Wochen! Die Vorbereitungen für den großen Festakt vom 18. bis 21. Mai laufen bereits auf Hochtouren (wir berichteten) und alle sind gespannt und freuen sich auf die Feierlichkeiten. Zur Einstimmung auf das Jubeljahr gibt es von der Feuerwehr und der Haager Stimme heute einen Einblick in die Geschichte der Floriansjünger.

 

Der Rote Hahn über Haag

Am 17. April 1867 wurde die Feuerwehr Haag gegründet. Dies geschah aus einer Not heraus: Mehrere verheerende Brände im 19. Jahrhundert konnten mit Eimerketten nicht schnell genug gelöscht werden – es brannten vielen Häuser ab.

1831 wütete ein großer Brand in Haag, dem 24 Häuser zum Opfer fielen. Der Brand war gegen 16 Uhr im Haus des Seiler-Meisters Heilingbrunner beim Sieden von Pechschmiere ausgebrochen
und verbreitete sich, begünstigt vom Ostwind und der Schindelbedachung der Gebäude, rasch über den ganzen oberen Markt.

1849 kam es zu einer vernichtender Feuersbrunst, bei dem 60 Häuser niederbrannten – unter anderem auch die Häuser um den Kirch- und Marktplatz, die ganze mittlere Hauptstraße, die Wasserburger Straße, die Pfarrkirche, das Spital und das Landgerichtsgebäude.

 

Dies veranlasste die Haager Bürger, eine Mannschaft zur Brandbekämpfung auszubilden, die bereits 1865 beim Kirchenbrand in Winden im Einsatz war.

Am 17. April 1867 erhielt diese Mannschaft
eine Fahne. Als älteste Feuerwehr im Landkreis Mühldorf ist sie damit bis heute im Einsatz für die Bürger von Haag.

 

 

Anfang 20. Jahrhundert

Die Mittel der Feuerwehren am Anfang des 20. Jahrhunderts waren – gelinde gesagt – eher bescheiden: Meist gab es pferdebespannte, handbetriebene Pumpen und Eimer. Die Alarmierung der Feuerwehrleute geschah durch abgestuftes Geläute der Kirchenglocken oder durch einen Hornisten.

Eine wesentliche Verbesserung der Ausrüstung erfolgte in den 1920er und 1930er Jahren, als eine Benzin-betriebene Motorspritze, die als Anhänger an einen Lastwagen angehängt wurde, zum Einsatzort gebracht werden konnte. Ebenfalls wurden Steigleitern und Schlauch-Haspeln angeschafft.

Diese Motorspritze versah viele Jahre ihren Dienst – sie war auch im Einsatz, als die Haager Feuerwehr nach verheerenden Luftangriffen wiederholt zum Löscheinsatz nach München beordert wurde.

In dieser Zeit, als die Haager Feuerwehrmänner in München waren, mussten Frauen den Brandschutz in Haag sicherstellen.

 

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende 1945 konnte die Haager Feuerwehr aus Restbeständen der Wehrmacht ein intaktes Tanklöschfahrzeug, das einst auf einem Fliegerhorst diente, requirieren. Somit besaßen die Floriansjünger zu der damaligen Zeit eine recht moderne Ausrüstung und konnte wirkungsvoll in Brandfällen helfen.

 

Weniger gut war man zu dieser Zeit für Verkehrsunfälle gerüstet: Im Herbst 1959 wurde die Haager Feuerwehr zum ersten Einsatz auf die B12 gerufen und musste einen eingeklemmten Fahrer aus einem umgefallen LKW befreien. Die Ausrüstung im Tanklöschfahrzeug war zur Brandbekämpfung ausgelegt, so gab es nur Pickeln und Schaufeln.
Man musste sich vom Schmied in Winden einen Schneidbrenner samt Zubehör ausleihen, um den Fahrer zu befreien.

 

85-jähriges Gründungsfest

13. Juli 1952: Beim 85-jähriges Gründungsfest wurde eine neue Standarte geweiht, Patenverein war die Feuerwehr Wasserburg.

 

Neue Autos – Neue Männer  – Neue Outfits

Nachdem sich in Haag genug junge Männer bereit erklärt hatten, Ersatzdienst zu leisten, wurde 1964 ein Löschfahrzeug, finanziert durch Bundesmittel, auf Magirus-Eckhauber in Haag stationiert.

 

 

1968 wurden die Ressourcen der Feuerwehr gehörig ausgebaut: Im „Werndlhof“ an der Münchener Straße wurden ein Feuerwehrgerätehaus, eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen und ein Schlauchturm gebaut. Für Ausbildungsveranstaltungen konnte von nun an das „Florianstüberl“ im Rathaus genutzt werden.

 

Und auch der Fuhrpark wurde vergrößert:

1969: Erwerb eines neuen Tanklöschfahrzeuges, mit dem auch die „Ära Atemschutz“ in Haag eingeleitet wurde – im gleichen Jahr wurde ein fahrbarer Pulverlöscher stationiert, der von der Firma Marathon beschafft worden war.

 

 

1972 wurde ein gebrauchter VW Bus Teil der Feuerwehr-Familie

 

 

 

 

 

1972: Auflösung des Landkreises Wasserburg durch die Gebietsreform. Die Feuerwehr Haag gehörte von nun an zu Landkreis Mühldorf.

 

 

 

 

 

1975: Die steigende Unfallrate auf der B12 und B15, die technische Hilfeleistung erforderte, veranlassten die Kreisbrand-Inspektoren und den Landkreis zur Beschaffung eines Rüstwagens RW2 für die Haager Floriansjünger.

 

 

 

 

1977 sorgte man für Zuwachs, indem eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Ernst Noller bekleidete das Amt des ersten Jugendwartes.

 

 

 

 

 

Zur Ausleuchtung von Einsatzstellen bei Dunkelheit wurde 1981 ein Lichtmast-Anhänger (kurz „Lima“) besorgt. Aus Platzgründen stand dieser im Lokschuppen an der Bahnstraße und musste dort erst für Einsätze abgeholt werden. „Lima“ ist bis heute im Dienst der Feuerwehr Haag.
Nach langem hin und her begann der Markt Haag 1983 mit dem Bau eines neuen Gerätehauses an der Bahnstraße mit vier Stellplätzen, Wasch-Halle, Büros und Schulungsraum. Gemeinsam mit dem Gerätehaus wurde 1984 die neue Standarte geweiht.

 

 

 

 

1984 wurde ein neuer Mannschaftstransporter besorgt – Platz gab es ja jetzt zur Genüge.

 

 

 

 

Im Dachgeschoss des Gerätehauses entstand 1985 die erste Atemschutz-Übungsanlage, gebaut von den Kameraden Franz Oberkandler, Karl Böhm und Sepp Grimm. Diese wurde 1989 nach DIN-Vorschriften und Vorgaben um- und ausgebaut

 

 

 

1987 wurde aus Vereinsmitteln ein gebrauchter VW-Bus als Versorgungsfahrzeug und für Transportaufgaben finanziert.

Nach dem Abzug des Bundfahrzeuges stand der Feuerwehr Haag kein Löschfahrzeug mehr zur Verfügung, weshalb der Markt Haag 1988 ein Löschgruppenfahrzeug beschaffte.

 

 

 

1989 wurde ein weiteres Löschfahrzeug, finanziert aus Bundesmitteln, in Haag stationiert.

 

 

 

 

 

Durch eine Spende der Firma Ford Schneider erhielt die Feuerwehr im Jahr 1991 ein umgebautes Unfallfahrzeug als Einsatzleitwagen.

 

 

 

 

 

Im September 1992 wurde das 125-jährige Gründungsfest der Wehr zwei Tage lang gefeiert.

Als Höhepunkt konnte die erste motorisierte Drehleiter bestaunt werden, die Ende 1992 in Dienst gestellt wurde. Notwendig war diese geworden, um im Notfall die Menschenrettung aus dem Museum im Schlossturm gewährleisten zu können.

 

 

 

 

Der Kauf der Drehleiter stellte den Neukauf eines Tanklöschfahrzeugs im Jahr 1992 zurück, weshalb man sich kurzfristig für die Beschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs der Stadt Neuötting entschied.

 

 

Zwei Jahre später vergrößerte ein neuer Versogungs-Lkw den Fuhrpark. Aus Vereinsmitteln konnte ein Fahrgestell bei der Firma Magirus erworben werden, die Firma Geidobler aus Soyen fertigte den Aufbau mit Ladebordwand.

 

 

 

Durch eine Umstrukturierung der Bundfahrzeuge erhielten die Floriansjünger 1996 einen Schlauchwagen mit 2000-Meter-B-Schlauch für lange Schlauchleitungen zur Wasserversorgung.

 

 

 

 

Neue Outfits für die Feuerwehr! 1998 wurde die  Einsatzkleidung umgestellt, nachdem die bisherigen Schutzanzüge bereits in die Jahre gekommen waren. Statt grünem „Tarnanzug“ hieß gab es jetzt blaufarbene Anzüge mit Leuchtstreifen – die konnten sich sehen lassen!

 

 

 

 

Von Iveco-Magirus wurde 1999 das dritte Tanklöschfahrzeug der Wehr gebaut und ausgestattet. In diesem Jahr wurde außerdem ein Mehrzweckfahrzeug der Marke Ford aus Vereinsmitteln gemeinsam mit dem Markt Haag erworben.

 
Von der Autobahndirektion-Süd konnte 2004 ein gebrauchter Verkerssicherungsanhänger
erworben werden. Nach einer Generalsanierung stand er der Feuerwehr Haag für Absicherungsmaßnahmen zur Verfügung.

Ein Jahr darauf wurde ein gebrauchtes Notarzt-Fahrzeugs der Marke Land Rover finanziert, das zum Einsatzleitfahrzeug der Haager Floriansjünger umgebaut wurde.

 

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