Moritaten und das Haager Amtsgericht

Starkbierfest begeistert auch heuer Besucher aus Nah und Fern

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Das war ein Auftakt nach Maß! Gleich zu Beginn des Haager Starkbierfestes präsentierten Anna und Ewald Wegerer Moritaten mit Drehleier. Es ging um die Verantwortlichen und Akteure des Festes. Im Anschluss nahm Bernd Furch den ersten Maßkrug mit Starkbier und sprach die altbekannte Hymne des Starkbieres „Salve Pater patriae“.

Dann wurde es dunkel im Stadl in Sandgrub, als Florian Haas als „Pater Florianus“ vom Rednerpult herab alle bierseligen Freunde des Starkbieres grüßte. Und der ließ auch heuer keine Ungereimtheit im Haager Land und auf der großen politischen Bühne aus. Der Pater: „Der Gauball der Schützen ohne Essen im letzten Jahr hat sich deutlich gebessert. In diesem Jahr stand in der Speisekarte: Selbst mitgebrachte Speisen dürfen nicht verzehrt werden. Zum Leidwesen der nahen Pizzeria, die selbst dann nichts ausliefern darf, wenn’s im Bürgersaal nichts mehr gibt.“

Auch im traditionellen Haager Hofgarten gebe es jetzt ein neues Motto: „Slow Food“. Manchmal bedeute dies sogar „No Food“, was manchen hungrigen Besucher doch sehr leiden lasse.

Dann ging’s natürlich um das Jubiläum der Haager Feuerwehr, die zu den Festtagen mit einer Lösch-Dich-Aus-Party und einer nackten Frau in Flammen auf dem Plakat wirbt: „15 Jahre Lobbyarbeit für eine anständige Feuerwehr – einfach so den Bach runter“, meinte der Prediger..

Dafür habe das „langweilige Spektakel bei der Schlossturmeröffnung“ auf einen Schlag Feuer gefangen. „Zum Glück konnte das aber auch schnell wieder gelöscht werden.“

Dass es im Landkreis Mühldorf eine AFD-Fraktion gibt, habe er erst durch den Rauswurf des Fahrers vom Landrat Huber erfahren. „Schorsch, da hast aber gute Werbearbeit für die AFD geleistet“, sagte der Prediger.

Und weiter ging’s mit „Haag aktiv“. Der medienwirksame Haager „Klapperl“, gemeint war Thomas Sax, seines Zeichens Vorstand des hiesigen Gewerbeverbandes, grüße munter gemeinsam mit Bürgermeisterin Sissi vom ersten Blatt des Veranstaltungskalenders. Immerhin besser als die langweilige Webseite der Haager Gmoa. Der Prediger: „Da brauchst dich auch nicht wundern, wenn selbst die Wasserburger Lokalzeitung Haag gekonnt ignoriert.“

Im anschließenden Singspiel zeigte der Haager Viergsang auf, dass in Haag derzeit wegen der Baustelle ohne einem Navi nix mehr geht. „Und der Haag Aktiv-Sigi zeigt einem deutlich: Ob i hifahrn kann, oder ned, des sig i dann.“

Auch übers „Haager Monopoli“ zogen die Singspieler her: „Aa ned schlecht: Der Czap kauft die Häuser in der Hauptstraße, da Sax die Münchener Straße, der Mayr Franzi die Mühldorfer Straße und der Jäger die Schloßallee.“

So endete das Hogga Amtsgericht obligatorisch: „Das Leben geht weiter. Ob Freispruch oder Zuchthaus. Eine liebe Zeit – trotz der Vorkommnisse, menschelt´s hoid.“ Das Publikum war wie immer begeistert.

Alex Obermeier/Fotos: Obermeier

 

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