Ganz Haag ist eine Baustelle

Nach einer Woche Bauzeit: Geschäftsleute bemängeln Beschilderung

image_pdfimage_print

Bagger, schwere Lkw und Sperrtafeln: Derzeit ist die Ortsmitte von Haag eine einzige Großbaustelle (wir berichteten). Auch wenn die Gemeinde und „Haag Aktiv“ Anwohner und Geschäftsleute lange Zeit auf diesen „Ausnahmezustand“ vorbereiten konnten, ist die Baustelle doch eine enorme Belastung für die Betroffenen. Wir sprachen mit Haagern, wie es ihnen eine Woche nach Baubeginn geht: 

Josef Sax, Schuhgeschäft Sax: „Ich möchte erst einmal ein großes Lob an die Baufirma aussprechen: Wir sind von dem freundlichen Umgang und Fleiß wirklich positiv überrascht. Die Mitarbeiter sind fleißig und es wird alles versucht, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Auch das Umleitungskonzept und die Informationsfunktion „sigi“ von ,Haag aktiv‘ kommen sehr gut an. Unsere Kunden kommen trotzdem und besuchen uns, die Baugesellschaft sorgt stets für Durchgangsmöglichkeiten, Parkplätze gibt es rundherum genügend. Gerade haben wir ein großes Loch auf der Straße vor dem Geschäft. Da geht’s natürlich rund, aber die Arbeiten müssen eben gemacht werden – und in zwei Tagen zieht die Baustelle weiter und der Lärm ist wo anders. Eine Baustelle ohne Trubel gibt es eben nicht. Insgesamt sind wir zufrieden und positiv eingestellt.“

 

Ein Mitarbeiter der betroffenen Haager Tankstelle: „Die Stimmung bei uns ist nicht so gut! Die Absperrungen der Baustelle weisen darauf hin, dass Anlieger durchfahren dürfen – aber Kunden, die den Weg zufällig bis zu uns finden, beschweren sich dass der Weg bis zur Tankstelle für sie komplett gesperrt sei. Selbst wenn der Abschnitt direkt vor der Tankstelle wieder frei ist, kommt ja auch nur ein Teil der Kunden wieder, denn man muss die Baustelle dann ja trotzdem noch von der anderen Seite umfahren. Um betroffenen Geschäftsleuten zu helfen, sollte es von der Gemeindeseite her noch deutlicher gemacht werden, dass alles frei befahrbar ist. Vielleicht durch große Plakate oder Hinweise. Die Ausschilderung ist wirklich denkbar unglücklich, die Leute glauben, hier sei alles zu.“

 

Emilio Falcone, Pizzeria Casa Tropea: „Ganz ehrlich? Das Geschäft läuft deutlich schlechter, seitdem die Bauarbeiten begonnen haben. Die Umleitung über die Rainbachstraße kennt und findet doch kein Mensch! Durch die Beschilderung ist nicht erkennbar, dass bis zur ehemaligen Post und zur Löwen-Apotheke alles frei befahrbar ist. Wir haben hier einen großen Wendeplatz und Parkmöglichkeiten rundherum, doch woher sollen das die Kunden wissen? Das sollte wirklich noch besser gekennzeichnet werden. Unsere Stimmung ist im Keller.“

 

Johann Mets, Kfz-Werkstatt Mets: „Wir haben Glück, weil wir den Zaun zur Norma hin öffnen konnten und dadurch eine Einfahrt da ist – sonst wäre die Werkstatt schlecht erreichbar. Durch die Baustelle bleibt uns natürlich nun die Laufkundschaft merklich aus, auch ist der übliche Durchgangsverkehr der Hauptstraße nicht gegeben. Wenn jedoch der Abschnitt, der uns betrifft, fertig ist, wird es etwas leichter werden. Die Beschilderung ist auch für uns ein Thema – die wenigsten Leute wissen, wie sie zu uns finden können. Man hat auch das Gefühl, dass die Geschäfte, die zu „Haag aktiv“ gehören, besser ausgeschildert sind. Da sind wir jetzt eben außen vor. Aber damit muss man sich halt abfinden.“

 

Christina Mayerhofer, Löwen-Apotheke: „Grundsätzlich ist unsere Stimmung sehr positiv. Ich persönlich freue mich sehr auf das Ergebnis, die neue Straße. Ich hege auch den Wunsch, dass durch die Sanierung der Radverkehr gestärkt wird. Natürlich macht sich die Baustelle auch bei uns bemerkbar – immerhin liegen wir an einer Schnittstelle und sind somit von zwei Bauabschnitten betroffen. Viele Kunden finden den Weg nicht zu uns oder sind sich bezüglich der Umleitungen unsicher. Eine neue, geschäfte-übergreifende Beschilderung mit „sigi“ als Leitsystem wird die Leute ermutigen, trotz eines kleinen Umweges wieder zu uns zu finden. Für die Angestellten ist die Baustelle nicht belastend. Wir machen auch das Beste draus – nehmen Urlaube und bauen Überstunden ab. Auch hat der Laden einen neuen Anstrich verdient, die Zeit können wir jetzt gut nutzen. Dass man insgesamt durch so ein Projekt mit Verlusten rechnen musste, war uns ja schon zuvor bewusst. Ich denke, sobald sich der Trubel um die Baustelle wieder etwas gelegt hat und das Thema auch für die Kunden etabliert ist, kann sich jeder damit arrangieren.“ FH

 

Hier geht’s zum Baustellen-Blog von „Haag aktiv“ …

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

8 Gedanken zu „Ganz Haag ist eine Baustelle

  1. ein unzufriedener anwohner

    Warum ist die Umleitung über die Schulstraße nicht bei der Einfahrt mit einem Schild 30 Zone gekennzeichnet?

    Ich wohne in der Schulstaße und habe festgestellt, dass die Auswärtigen fast alle schneller fahren. Hier würde so ein Schild bestimmt helfen.

    Antworten
    1. da Finsterwalder

      steht doch vorne beim Rosenberger Tor !!

      Antworten
      1. ein unzufriedener anwohner

        Aber nicht an der Schulstrasse

        Antworten
        1. da Finsterwalder

          30er Zone sagt nicht dass pausenlos wiederholungen gemacht werden – Anfang und Ende der 30er Zone – reicht normal aus für den „mündigen Raser“

          Antworten
    2. Haag aktiv - Gruppe Baustellenmarketing

      Danke für den Hinweis. Am Dienstag ist wieder Besprechung mit Bauleitung und Bauamt. Wir werden diese Anregung gerne weiterleiten. Gerne auch noch mehr davon uns ist das Feedback aller Beteiligten wichtig, damit wir die Öffentlichkeitsarbeit darauf abstimmen können. Viele Grüße Haag – aktiv

      Antworten
      1. In der Westendstraße ab Früchte Larasser, hinterm Norma vorbei wird geheizt ohne Ende. Ebenso in der Schulstraße von der Schule aus kommend und dann die Enzensperger runter. Zusätzliche Tempo 30 Schilder, oder auch mal eine Blitzaktion dann und wann, wären für viele Anwohner und vor allem die Kinder welche die Straßen als Schulweg nutzen, eine große Hilfe. Außerdem „verirren“ sich noch recht viele LKW, welche sicherlich nicht alles Zulieferer sind, in die Umleitungsstraßen.
        Positiv wäre allerdings zu bemerken, dass die Anzahl „rasender Elterntaxis“, seit dem Parkverbot am Schulberg, angenehm abgenommen hat 😀

        Antworten
  2. Schade, das nicht immer so wenig Verkehr ist. Da wäre unser Haag noch viel lebenswerter wenn man es schaffen würde, den wirklich überflüssigen Durchgangsverkehr aus dem Ort draussen zu halten! Sind eigentlich Begrenzung auf 30 geplant?

    Antworten
    1. Haag aktiv - Gruppe Baustellenmarketing

      Lieber Anwohner,
      leider ist der Durchgangsverkehr an sich relativ gering. Nicht mal 30% des gesamten Verkehrs. Das hat das extra in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten der Gemeinde ergeben. Egal welche Maßnahme, sie wird es nicht schaffen, den Durchgangsverkehr zu 100% aus dem Ort zu bringen. Aus anderen Orten gibt es entsprechende Erfahrungswerte.

      Eine Verkehrsberuhigung wird also nur nachhaltig erreicht werden können, wenn wir die Leute, die nach Haag kommen, um hier einzukaufen, Besuche zu machen, hier zu arbeiten oder Termine wahrzunehmen, motivieren vom Auto auf z.B. das Radl umzusteigen. Da müssen wir uns dann alle selbst an der Nase packen 😉 und Vorbildfunktion übernehmen 🙂

      Bisher ist unseres Wissens keine Geschwindigkeitsbegrenzung geplant. LG Haag-aktiv Baustellenmarketing

      Antworten