Bürger schützen Bürger

Waldkraiburg bekommt eine Sicherheitswacht - „Keine Hilfspolizisten"

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Bayernweit sind derzeit knapp 800 Bürger bei der Sicherheitswacht in mehr als 130 Kommunen aktiv und engagieren sich auf diesem Wege unmittelbar für die Sicherheit. Ein bayerisches Erfolgsmodell, wie die in den vergangenen 20 Jahren gesammelten Erfahrungen zeigen, heißt es von der Polizei. Auch in Waldkraiburg können zukünftig Bürger der Region eng, partnerschaftlich und unmittelbar mit Polizisten der Inspektion Waldkraiburg zusammenarbeiten und gemeinsam für noch mehr Sicherheit sorgen. Bewerber gesucht …

Bürger schützen Bürger – so der Grundgedanke, der der Sicherheitswacht zu Grunde liegt. Deren Angehörige fungieren dabei als wichtiges Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung und werden sich in der Regel an zentralen öffentlichen Plätzen aufhalten, um sichtbarer Ansprechpartner für die Sicherheitsanliegen der Bürger zu sein.

Hilfspolizisten sind die Angehörigen der Sicherheitswacht nicht, ihnen stehen grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten zu, wie jedem anderen Bürger auch. Das reicht von der Festhaltung eines auf frischer Tat betroffenen Straftäters, bis hin zum Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger.

Darüber hinaus können Angehörige der Sicherheitswacht Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, sofern dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist. Außerdem können sie bei Gefahr im Verzug einen Platzverweis erteilen.

Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, stellt klar: „Die Sicherheitswacht ist keine Bürgerwehr, also kein unkontrollierter Zusammenschluss von Bürgern, die glauben, selbst für Recht und Ordnung sorgen zu müssen. Die Wahrnehmung hoheitlicher Befugnisse ist und bleibt in unserem demokratischen Rechtsstaat Aufgabe der Polizei.“

Bereits im Dezember hat sich der Waldkraiburger Stadtrat in einstimmiger Beschlussfassung für die Errichtung einer Sicherheitswacht ausgesprochen. Eine verantwortungsvolle Entscheidung, wie Polizeipräsident Robert Kopp und EPHK Georg Deibl, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, betonen. „Wir als Polizei sind auf ein Klima des Vertrauens und eine Kultur des Hinsehens in unserer Stadt angewiesen. Die Sicherheitswacht hat eine wichtige Vorbildfunktion für die Bevölkerung, bei Straftaten hinzusehen, die Polizei zu verständigen und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen“, so EPHK Deibl.

Waldkraiburgs Erster Bürgermeister Robert Pötzsch betont, dass die Errichtung einer Sicherheitswacht, ungeachtet der Tatsache, dass die Stadt Waldkraiburg bisher schon als sehr sicher gilt, nur von Vorteil sein könne. „Gerne haben wir mit unserem Stadtratsbeschluss vom 13. Dezember 2016 dem Vorschlag der Polizei zugestimmt und hoffen nun auf zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber aus unserer Stadt und dem Umland. Ich sehe den Mehrwert besonders im präventiven Bereich“, so Bürgermeister Robert Pötzsch.

Die Bewerbungsphase für Interessenten der Sicherheitswacht in Waldkraiburg läuft seit 3. Februar. Der Dienststelle liegen bereits Bewerbungen vor, weitere Interessenten werden gesucht. Detaillierte Informationen hierzu gibt es direkt bei der Polizeiinspektion Waldkraiburg unter Tel. 08638/9447-0. Auch den zukünftigen Einsatz der Sicherheitswacht wird die Polizeiinspektion eigenverantwortlich regeln. Dienstplangestaltung, Einsatzzeiten und Einsatzörtlichkeiten legt die Dienststelle in enger Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen fest.

Schon etwa 40 Freiwillige unterstützen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd Beamtinnen und Beamte verschiedener Polizeiinspektionen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement. Bayernweit sind bereits in knapp 130 Gemeinden Ehrenamtliche im Auftrag der Sicherheit aktiv.

Mehr Augen und Ohren im öffentlichen Raum bedeuten auch mehr Sicherheit auf unseren Straßen und Plätzen. Ich würde mich freuen, wenn sich viele couragierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region, getreu unserem Motto „Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick“, für die Sicherheitswacht Waldkraiburg melden würden.“, so Polizeipräsident Robert Kopp.

Informationen zur Sicherheitswacht in Bayern:

Die Sicherheitswacht in Bayern wurde ursprünglich als Modellprojekt in drei Städten, Degendorf, Ingolstadt und Nürnberg, eingeführt und nach dreijähriger Pilotphase 1997 dauerhaft eingerichtet und ausgebaut. Immer mehr Kommunen entschließen sich, eine Sicherheitswacht zu beantragen. Inzwischen gibt es sie mit etwas mehr als 760 Mitgliedern in mehr als hundert Städten und Gemeinden in Bayern. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sind derzeit Bürgerinnen und Bürger in Rosenheim (13), Burghausen mit Burgkirchen (13), Freilassing (7) und Schongau (7) in der Sicherheitswacht aktiv. In Laufen und in Traunstein laufen derzeit Bewerbungs- und Auswahlverfahren für Sicherheitswachten.

Umfangreiche Informationen zur Bayerischen Sicherheitswacht, von den Aufgaben bis hin zu den Voraussetzungen für eine Bewerbung, können auf der Internetseite der Bayerischen Polizei unter folgenden Link abgerufen werden:

https://www.polizei.bayern.de/wir/sicherheitswacht/

Foto: Polizei

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