Pyro-Chaos: Im Stadion heulten die Sirenen!

Eishockey: Gestern grandioser EHC-Derby-Sieg gegen Erding überschattet

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„Solche Leute haben im Eishockey und im Sport nichts zu suchen!“ Massiv verärgert war der Gäste-Coach. Von einem Pyro-Chaos überschattet war der gestrige klare Derby-Sieg des EHC Waldkraiburg gegen die Gladiators aus Erding! Es war ein perfekter Abend gewesen für die Eishockey-Welt in Waldkraiburg – bis zu unschönen Szenen, die den Sport in den Hintergrund rücken ließen. Im Gästeblock hatten sich nach Abpfiff einige der so genannten ‚Fans‘ eine Choreo-Folie über den Kopf gezogen, auf der „TSV“ stand. Darunter wurden erst zwei grüne Rauchbomben gezündet …

… anschließend folgten noch drei rote bengalische Fackeln (unsere Fotos).

In der Raiffeisen Arena, die seit der Eisstock-Weltmeisterschaft neuesten Brandschutzordnungen entspricht, ging der Feueralarm los und auch in der Stadiongaststätte heulten die Sirenen.

Erst als die Feuerwehr eingetroffen war, konnte der Alarm gegen 22.30 Uhr abgestellt werden. Szenen, die man unabhängig von der Sportart weder in offenen, noch in geschlossenen Stadien sehen möchte, ein Feuerwehreinsatz, der die Täter teuer zu stehen kommen wird und insgesamt etwas, das niemand gutheißen konnte und wollte.

Auch nicht Erdings Trainer Thomas Vogl, der auf der Pressekonferenz deutliche Worte fand: „Zuerst muss ich mich ganz offiziell entschuldigen für das, was gerade passiert ist“ erklärte Vogl. „Solche Leute haben im Eishockey und im Sport nichts zu suchen“, so der 40-Jährige weiter.

Zum Spiel

Mit einem 6:2-Heimsieg gegen die Erding Gladiators haben die Löwen vom EHC Waldkraiburg ihr letztes Heimspiel vor dem Start der Playoff-Viertelfinals abgeschlossen! Damit verteidigte das Team von Coach Rainer Zerwesz den ersten Platz der Gruppe B in der Verzahnungsrunde und bekommt am Sonntag das Endspiel um den Gruppensieg in Lindau.

Heim-Trainer Rainer Zerwesz sparte sich einen Kommentarzu der Pyro-Action im Stadion und freute sich über die konstant gute Leistung seiner Mannschaft über 60 Minuten und die Tatsache, dass alle vier Angriffsreihen Tore erzielt hatten.
Vor knapp 1000 Zuschauern, davon rund 80 aus Erding, kassierten die Gäste früh zwei Strafzeiten. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis schlug Andreas Paderhuber, der einen starken Auftritt feierte, dann erstmals zu und stellte mit einem Kracher von der blauen Linie auf 1:0 (02:55) für die Löwen.

Nur 92 Sekunden später musste sich Erdings Schlussmann Andreas Gerlspeck erneut geschlagen geben und die Hausherren hatten ihr noch immer bestehendes personelles Übergewicht zum nächsten Mal genutzt: Nico Vogl hatte nach einer tollen Einzelaktion den Abschluss gesucht, den Erdings Keeper parieren konnte, Fabian Zick netzte im Nachschuss aber ein (04:27).

Die Löwen mit einem Auftakt nach Maß und die Gäste waren mit dem 2:0 zu diesem frühen Zeitpunkt sogar noch gut bedient:

Dieses Bild sollte ganz oben stehen bei unserem Bericht – denn der überragende EHC-Goalie Björn Linda parierte gleich zwei Penaltys im Derby gegen Christian Poetzel. Doch unschöne Fan-Szenen lassen den Sport leider in den Hintergrund treten …

Hätten Max Kaltenhauser, Thomas Rott und Tomas Vrba nämlich ihre Chancen auch genutzt, wäre es wohl wieder eine Partie wie im Hinspiel geworden, als die Gladiatoren mit 1:9 unterlegen waren. In der 14.Minute bekam Erding einen Penalty zugesprochen, doch Christian Poetzel scheiterte an Björn Linda, zuvor rettete die Gäste beim Schuss von Daniel Hilpert der Pfosten. Genauso auch in der 17.Minuten, als Nico Vogl nur das Torgestänge traf.

Von Thomas Rott perfekt in Szene gesetzt, stellte Bastian Rosenkranz im mittleren Abschnitt früh auf 3:0 (23:28), nach einer halben Stunde traf Michael Trox erstmals gegen seinen Ex-Klub (29:27)- damit hatten alle eingesetzten vier Reihen Treffer erzielt.

Die Gäste konzentrierten sich nun mehr aufs Schimpfen, denn aufs Spielen und Sebastian Lachner erhielt eine zehnminütige Disziplinarstrafe.

Nichtsdestotrotz erhielten die Gladiatoren in der 35. Minute erneut einen Penalty zugesprochen und wieder trat Poetzel an, der wieder an Linda scheiterte.

Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels verkürzte Tim Berndt für die Gäste (39:09), nachdem die Löwen nach dem 4:0 einen Gang runter geschaltet hatten.
Im Schlussabschnitt wurde das Tempo aber wieder erhöht und Trox freute sich zunächst über sein zweites Tor, nachdem er einen Schuss von Paderhuber unhaltbar abgefälscht hatte (45:27).

Den letzten Treffer für die Löwen erzielte dann erneut Paderhuber im Powerplay und wer den Schläger in die Flugbahn des Pucks gehalten hätte, hätte sich wohl ein neues Spielgerät holen müssen (54:01), da der alte Schläger sicher gebrochen wäre. In doppelter Überzahl traf 132 Sekunden vor dem Ende dann noch Daniel Krzizok zum zweiten Mal für die Gladiators, doch dieses Tor war nicht mehr, als die berühmte Ergebniskosmetik.

Eishockey Oberliga Süd 2016 / 2017 – Verzahnungsrunde, 9.Spieltag.

EHC Waldkraiburg – TSV Erding 6:2 (2:0/ 2:1/ 2:1).

Tore: 1:0 2:55 Paderhuber A. (Hilpert D., Kaltenhauser M. PP2), 2:0 4:27 Zick F. (Vogl N. PP1), 3:0 23:28 Rosenkranz B. (Rott Th., Andrä A.), 4:0 29:27 Trox M. (Führmann M., Hämmerle D.), 4:1 39:09 Berndt T. (Deubler M.), 5:1 45:27 Trox M. (Paderhuber A., Hämmerle D.), 6:1 54:01 Paderhuber A. (Hilpert D., Marek J. PP1), 6:2 57:48 Krzizok D. (Gantschnig A., Schwarz S. PP2).

Strafen: EHC Waldkraiburg 6 Strafminuten, TSV Erding 14 Strafminuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Lachner S.).

Zuschauer: 991.

mg

Fotos: EHC Waldkraiburg

 

 

 

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