„Eine Watschn für die Ehrenamtlichen“

Neue Weisung der Staatsregierung sorgt für Ärger bei den Asylhelfern

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Asylbewerber ohne gute Bleibeperspektive dürfen nicht mehr arbeiten. Einige müssen ihre Stellen sogar aufgeben, oder ihre Ausbildung abbrechen – mit dieser neuen Weisung sorgt die Bayerische Staatsregierung bei den ehrenamtlichen Asylhelfern für einigen Ärger. „Das ist eine Watschn für uns. Wir geben uns Mühe, die Menschen zu integrieren und dann das“, sagt Monika Rieger, Wasserburgs Asylbeauftragte.

„Auf der einen Seite werden wir gelobt und mit Urkunden ausgezeichnet und dann wirft man uns solche Knüppel zwischen die Beine. Es gibt nichts Hilfreicheres für die Integration von Asylbewerbern, als die Sprache zu lernen und einen Job zu haben. Das wird jetzt zum Teil torpediert. Einige von uns überlegen sich ernsthaft, die Urkunden an den Freistaat zurückzuschicken.“

Und das ist der Auslöser für den Ärger der Asylhelfer: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF) schätzt nur für Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Irak, Iran und Somalia die Bleibechancen als hoch ein. Künftig sollen nur noch Asylbewerber aus diesen fünf Ländern arbeiten dürfen.

Für Afghanen, Pakistani und Nigerianer heißt das: Ausharren in der Unterkunft, keine Chance auf einen Job. Und das trifft auch alle Asylbewerber, die bereits arbeiten oder eine Ausbildung begonnen haben.

Rieger dazu: „Da gibt es echte Härtefälle. Ich kenne beispielsweise zwei junge Männer, die stecken mitten in einer Ausbildung zum Krankenpfleger am kbo-Inn-Salzach-Klinikum.

Die könnten, wenn die Reglung hart umgesetzt wird, von heute auf morgen wieder auf der Straße stehen, obwohl das Klinikum dringen qualifiziertes Personal braucht.“

Gerade in Wasserburg habe man viele Flüchtlinge aus Ländern, die von der neuen Regelung hart getroffen würden. „Die harren oft monatelang aus, bis sie wissen, was mit ihnen passiert. Da wäre es eine große Hilfe, wenn sie arbeiten und nicht in den Unterkünften versauern müssten“, so Rieger.

Indes: Wie die Regelung genau umgesetzt werden soll, ist scheinbar noch nicht ganz klar. „Ich war vorgestern bei einer Besprechung im Landratsamt. Da hieß es, man müsse sich erst eingehend mit der Thematik auseinandersetzen. Ich bin gespannt, wie schlimm es wirklich wird.“

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