Fachkräfte weiter gesucht

Die vielen Klein- und Mittelbetriebe bei uns ein Garant für einen stabilen Arbeitsmarkt

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Die Situation bleibt positiv: Der Landkreis Rosenheim hat eine Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent (Vorjahr 2,5 Prozent) im vergangenen Dezember. Hier sind 1 860 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 129 mehr als im Vormonat.
Im Jahresdurchschnitt waren 3 461 Personen im Landkreis ohne Erwerbstätigkeit. Die Chefin der Rosenheimer Arbeitsagentur, Dr. Nicole Cujai, blickt mit Zufriedenheit auf den gesamten Arbeitsmarkt 2016 zurück …

„Ähnlich wie im Jahr 2015 konnte die Winterarbeitslosigkeit zu Beginn des Jahres 2016 relativ schnell wieder abgebaut werden. Bereits im März ging die Zahl der Arbeitslosen auf 9 440 zurück und die Arbeitslosenquote sank auf 3,3 Prozent. Durch den milden Winter hatten viele Beschäftigte im Bau- und Baunebengewerbe sowie in der Garten-, Land-, und Forstwirtschaft bereits im März ihre Arbeit wieder aufgenommen und beendeten dadurch ihre Arbeitslosigkeit.

Die gute wirtschaftliche Lage der Betriebe, gepaart mit einem entsprechenden Arbeitskräftebedarf, brachte gute Zahlen für den Arbeitsmarkt, so dass die Arbeitslosenquote bereits im Mai wieder unter drei Prozent fiel (2,8 Prozent). Seitdem konnten wir Monat für Monat eine gute Arbeitslosenquote vermelden, jeweils die niedrigste in den Monaten Juni und Oktober mit 2,6 Prozent.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im gesamten Agenturbezirk (kreisfreie Stadt Rosenheim, Landkreise Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen) mit mehr als 183 600 so hoch wie nie. Auch bei den sogenannten besonderen Personengruppen, wie Langzeitarbeitslose, Ältere ab 55 Jahren und junge Menschen ohne Berufsabschluss konnten wir Erfolge verbuchen. Sie fanden auf Grund des guten Arbeitsmarktes immer wieder nicht nur einen kurzfristigen Job, sondern konnten auch dauerhaft in Beschäftigung bleiben.

Eine besondere Herausforderung war und ist die Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte in Arbeit und Ausbildung. Im Laufe des gesamten Jahres haben unsere Arbeitsvermittler in der Agentur für Arbeit und im Jobcenter viele Gespräche mit Asylsuchenden, geduldeten und anerkannten Flüchtlingen geführt. Bei verwertbaren Sprachkenntnissen gelang immer wieder die Vermittlung in Praktika, unterstützt durch eine Maßnahme beim Arbeitgeber (MAG), durch die Einstiegsqualifizierung (EQ), wenn eine Ausbildung angestrebt wurde, oder durch direkte Arbeits- oder Ausbildungsaufnahme.“

Cujai weiter mit dem Jahresrückblick: „Der Februar war mit 10 080 statistisch erfassten Erwerbslosen der Monat mit der höchsten Arbeitslosenzahl. Bis zum Juni sank die Zahl auf 7 590 Betroffene. Die Folgemonate waren geprägt von einem leichten Auf und Ab, bis im Oktober mit 7 570 Arbeitslosen der niedrigste Stand erreicht wurde. Die durchweg niedrige Arbeitslosenquote – seit Mai unter der Drei-Prozent-Marke – spiegelt die insgesamt positive Lage auf dem Arbeitsmarkt wider.“

Cujai zu den Dezemberzahlen: „Das Jahr 2016 verabschiedet sich – wie schon im Vorjahr – mit einer für den Monat Dezember sehr niedrigen Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent, bei 8 100 erfassten Erwerbslosen. Mitverantwortlich für dieses gute Ergebnis ist – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – das gute Wetter bis zum 14. Dezember, dem statistischen Zähltag. Milde Temperaturen, wenig Nachtfrost und kaum Niederschlag ermöglichten die Fortführung und/oder Fertigstellung von Arbeiten im Außenbereich.

Insbesondere im Baugewerbe herrschte noch rege Betriebsamkeit, folglich hat die Winterarbeitslosigkeit noch nicht eingesetzt. Bei den meisten Beschäftigten in Außenberufen (Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Straßenbau, Land- und Forstwirtschaft) tritt die Arbeitslosigkeit größtenteils erst nach den Weihnachtsfeiertagen ein.

Damit Kündigungs- und Meldefristen eingehalten werden können, hat so mancher Arbeitgeber trotz der guten Witterung „vorsorglich“ die Entlassung ausgesprochen. Für den Januar bleibt daher die Entwicklung abzuwarten, es ist aber mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu rechnen.“

Ein Blick auf die Bewegungsdaten im Jahresverlauf zeigt, dass sich im Agenturbezirk Rosenheim monatlich zwischen 4 140 (Höchststand im Januar 2016) und 2 340 (niedrigster Stand im Juni 2016) Menschen arbeitslos gemeldet haben. Das ergibt in der Summe über 34 500 Zugänge in die Arbeitslosigkeit, darunter 16 900 aus einer Erwerbstätigkeit heraus.

Cujai dazu: „Die vielen Klein- und Mittelbetriebe hier in der Region sind bei der derzeitigen guten wirtschaftlichen Lage ein Garant für einen stabilen Arbeitsmarkt. Viele haben ihren Beschäftigtenstand gehalten oder sogar moderat ausgebaut, zum Teil mit Älteren und/oder Langzeitarbeitslosen, mit Arbeitskräften aus EU-Ländern wie Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sowie aus dem Pool der Asylbewerber und anerkannten Flüchtlinge.

Die geforderte beziehungsweise gewünschte Qualifikation der Bewerber verschiebt sich allerdings: Arbeitsplätze für An- und Ungelernte gibt es immer weniger, gleichzeitig werden Fachkräfte gesucht. Es wird daher auch im Jahr 2017 nicht einfach sein, Menschen mit Vermittlungshemmnissen (ungenügende Sprachkenntnisse, fehlende Ausbildung, gesundheitliche Probleme usw.) in Beschäftigung zu bringen. 2016 konnten insgesamt 13 660 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit verzeichnet werden.“

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen:

Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zeigt sich jedes Jahr ein ähnlicher Verlauf. In den Anfangsmonaten ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen höher, sie flacht dann ab, steigt in den Ferienmonaten wieder an und fällt dann bis Ende des Jahres wieder. Im Jahresdurchschnitt waren 935 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, darunter auch junge Menschen mit Fluchthintergrund.

Bei der Altersgruppe der 55-Jährigen und älter gab es bereits ab April eine positive Entwicklung, hier waren im Schnitt 1 970 Arbeitslose gemeldet.

Bei den Langzeitarbeitslosen errechnet sich ein Jahresdurchschnitt von 1 730 Betroffenen, 130 weniger als im Vorjahr. Ein spezielles Programm aus dem europäischen Sozialfonds setzte genau bei diesem Personenkreis an. Gelder für Lohnkosten-Zuschüsse, Coachings und spezielle Stellenakquise standen zur Verfügung, Beschäftigungsverhältnisse konnten so angebahnt und gefestigt werden.

Bei Arbeitslosen mit ausländischer Nationalität ist die Zahl deutlich angestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 2 230 Ausländer als arbeitslos erfasst, 360 mehr als im Vorjahr. Die Agenturleiterin dazu: „Der Anstieg bei den Ausländern beruht auf zwei Faktoren. Zum einen arbeiten ausländische Arbeitskräfte in diversen sozial-versicherungspflichtigen Jobs und haben bei Eintritt der Arbeitslosigkeit auch einen Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung, zum anderen stehen immer mehr Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Deren Integration gelingt nicht von heute auf morgen, aber wir sind auf einem guten Weg.“
Insgesamt liegt die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2016 mit 8 435, davon 4 760 SGB III-Kunden und 3 675 SGB II-Kunden, um 60 unter der des Vorjahres. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das Jahr 2016 liegt bei 2,9 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Zur Stellensituation

Im Dezember meldeten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit 1 020 zu besetzende Stellen, darunter 960 sozialversicherungspflichtige. Im Laufe der letzten zwölf Monate gingen insgesamt fast 13 000 freie Arbeitsplätze ein, darunter waren 12 320 sozialversicherungspflichtig. Das ist ein leichtes Minus von circa 100 gegenüber dem Vorjahr.
Zum Zähltag (14. Dezember) gab es insgesamt 3 870 zu besetzende Arbeitsangebote, die größtenteils auch in der Jobbörse auf der neuen Homepage mit der gewohnten Adresse www.arbeitsagentur.de unter der Rubrik Privatpersonen => Arbeitslos und Arbeit finden => Jobsuche zu finden sind. Nutzen Sie die Chance zur Arbeitssuche!

Der Arbeitsmarkt In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für den Landkreis Rosenheim – siehe auch ganz oben. Beim Jobcenter des Landkreises Rosenheim sind 1 437 erwerbslose SGB II-Kunden gemeldet, fünf weniger als im November. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 3 297. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 429 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 769 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich im Dezember eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent). Derzeit sind 1 536 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 33 auf 590. Für 946 (plus 24) SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 257 erwerbsfähige Leistungsbe-rechtigte, die in 1 761 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Jahresdurchschnittlich waren 1 619 Menschen im Bereich der Stadt Rosen-heim ohne Beschäftigung, es errechnet sich eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten folgende Ergebnisse: Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche Bestand an Arbeitslosen um 29 niedriger und im SGB II-Bereich sogar um 51 niedriger als im Vorjahr.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Dezember eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent) aus. 1 851 Bürger/innen sind beschäftigungslos. Davon sind 1 200 Männer und Frauen, 77 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 651, das sind sechs weniger als im November, werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 015 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 628 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
1 898 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Bereich des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt liegt bei 2,8 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich erhöhte sich der jahresdurchschnittliche Bestand an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 153, im SGB II-Bereich dagegen ist er um 35 niedriger als im Vorjahr.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 417 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 2,7 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent) entspricht. Davon sind 887 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 40 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach mit seinem Jobcenter alleine zuständig. Hier werden 530 Arbeitslose betreut, 14 mehr als im Vormonat. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 237 erwerbsfähige Leistungs-berechtigte, die in 996 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Jahresdurchschnittlich waren 1 456 Menschen ohne Erwerbstätigkeit im Bezirk des Landkreises Miesbach gemeldet, die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt liegt bei 2,8 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten folgende Ergebnisse: Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche Bestand an Arbeitslosen um fünf höher als im Vorjahr, im SGB II-Bereich um 65.

Wichtiger Hinweis für alle, die Arbeitslosengeld und aufstockend Arbeitslosengeld II beziehen:

Ihr neuer Ansprechpartner in allen Fragen rund um die Arbeitsaufnahme ist ab Januar die Agentur für Arbeit. Sie erhalten automatisch eine Einladung und müssen selbst nichts unternehmen. Bei allen Fragen rund um das Arbeitslosengeld II bleibt das Jobcenter der Ansprechpartner.

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