Drei Kilo Pyrotechnik als Sprengstoff dabei

Junge Männer angezeigt - Erste Silvester-Bilanz des Polizeipräsidiums in Rosenheim

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Möglicherweise verändere sich diese vorläufige Lageeinschätzung noch auf Grund derzeit nicht angezeigter Delikte: Vorsichtig zieht das Polizeipräsidium in Rosenheim heute am Mittag des Neujahrs-Tages mit diesen Worten Bilanz zur gestrigen Nacht. Erhöhte Präsenz hatten die Beamten der Polizei in ganz Oberbayern und somit auch in unserer Region unter dem Gesichtspunkt aktueller Gefährdungslagen gezeigt. Letztendlich erwartete die eingesetzten Kräfte eine typische Silvesternacht, mit kleineren und größeren Ereignissen zum Jahreswechsel 2016 / 2017, heißt es heute. Mehr als drei Kilo „pyrotechnische Gegenstände der Klasse IV“ führten zum Beispiel junge Männer in Trostberg mit sich, für deren Einsatz sprengstoff-rechtliche Erlaubnisse hätten vorliegen müssen. Beamte stellten die Gegenstände sicher, Anzeigen blieben unausweichlich. …

278 Notrufe, eingegangen in der Zeit zwischen 20 Uhr am Silvesterabend bis 6 Uhr an Neujahr, verzeichnete die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Rosenheim. Das sei zwar ein im Vergleich zu sonstigen Wochenenden erhöhter, nicht jedoch dramatischer Wert. Daraus ergaben sich letztendlich 202 Einsätze für die Beamten in den neun Landkreisen und der kreisfreien Stadt Rosenheim zwischen Zugspitze und Watzmann. 22 mehr oder weniger schwere Körperverletzungsdelikte mussten bearbeitet werden, Sachbeschädigungen, Brände und wenige Verkehrsunfälle führten zu Sachschäden in Höhe von knapp 100.000 Euro (nach ersten Schätzungen).

In Wolfratshausen gelang es Polizeibeamten den Brand eines Müllcontainers neben einem Mehrparteienhaus zu löschen, bevor Schlimmeres passieren konnte. Lediglich Rußschaden ist an dem Haus nach jetzigem Stand entstanden.

Auch in Holzkirchen brannte ein Müllcontainer, auch hier blieb der Sachschaden gering. In Miesbach kam es zu einem Balkonbrand, eine Anwohnerin wurde wegen einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert. 10.000 Euro Sachschaden lautet die erste Bilanz eines Brandes an einem Gartenhaus in Altötting. Hierbei wurden Fassade und Fenster des nebenstehenden Wohnhauses in Mitleidenschaft gezogen. Brandursächlich dürfte eine Rakete gewesen sein.

Verbrennungen 2. Grades zog sich ein 18-Jähriger in Saulgrub zu, der von einer offenbar verirrten Rakete an den Beinen getroffen wurde. Der junge Mann war zusammen mit Freunden auf einer Erhöhung gestanden und offenbar von der weiter unten gestarteten Rakete getroffen worden. Seine Hose hatte sofort Feuer gefangen. Der 18-Jährige befindet sich in einem Krankenhaus.

Derzeit laufen noch groß angelegte Löscharbeiten zu einem Brand am Jochberg bei Kochel am See. Dort war gegen Mitternacht ein Brand gemeldet worden, der sich schnell weiter ausbreiten konnte. Zwei junge Männer hatten sich dort zum Zeitpunkt der Brandentstehung aufgehalten und gegen Mitternacht den Waldbrand in schwierigem Gelände gemeldet. Hier laufen zudem noch die Ermittlungen zur Brandursache.

Zu einer heftigen Auseinandersetzung kam es in der Silvesternacht in Ainring im Berchtesgadener Land zwischen zwei Männern im Alter von 50 und 55 Jahren in einem Mehrparteienhaus. Beide kamen schwer verletzt in Krankenhäuser. Der ältere der beiden Männer weist Stichverletzungen auf. Die Kripo Traunstein hat die Ermittlungen übernommen.

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