Letztes Aufgebot schlägt sich wacker

Waldkraiburger Oberligisten unterliegen im Löwen-Duell mit Bad Tölz 1:4

image_pdfimage_print

Mit 1:4 mussten sich die Waldkraiburger Oberligisten im Löwen-Duell mit Bad Tölz am Sonntagabend in der Raiffeisen Arena geschlagen geben. Dabei konnten die Industriestädter nur eine Rumpftruppe aufbieten und verloren im Laufe der Partie noch zwei weitere Leistungsträger. Bei einem Blick auf die Verteilung der Strafminuten konnte man den Ärger von EHC-Coach Rainer Zerwesz nach dem Spiel nachvollziehen, doch blieben die Waldkraiburger gegen die beste Abwehr der Liga auch vor dem Tor zu harmlos – Besserung soll jedoch in Sicht sein.

Ihm tue es besonders für seine Spieler leid, die sich Woche für Woche den Allerwertesten aufreißen, dafür aber keine eine Belohnung erhalten. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, wie man ein so faires Spiel derart verpfeifen könne, schimpfte Rainer Zerwesz auf der Pressekonferenz nach Abpfiff in der Raiffeisen Arena. Es war ihm auch nachzusehen, denn sein Team- bisher mit Abstand eines der fairsten der ganzen Liga – hatte 67 Strafminuten kassiert, die Gäste aus Bad Tölz ganze zehn.

Ob sich die Tölzer im Zweikampf cleverer verhalten muss jeder für sich entscheiden, bitter war aber in jedem Fall die Spieldauerstrafe gegen Fabian Zick nach nicht mal einer Viertelstunde. Der beste Torjäger der Löwen musste wegen eines vermeintlichen Knie-Checks gegen einen Gegner, der in ihn krachte, unter die Dusche. Der Hauptschiedsrichter selbst hatte die Aktion mitten auf der Eisfläche gar nicht gesehen hatte und erst nach heftigem Einreden seiner Kollegen die Strafe ausgesprochen.

Nach knapp 28 Minuten kassierte Daniel Hilpert eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen Schiedsrichterbeleidigung, weil er den Unparteiischen darauf hingewiesen hatte, dass das Tor verschoben worden war. Gegen Ende des Spiels erhielt Hilpert den zweiten Zehner wegen eines Checks von Hinten- automatisch also eine Spieldauerstrafe und er fehlt wie Zick am kommenden Freitag im Derby auf eigenem Eis gegen Landshut.

Doch alles schimpfen hilft im Nachhinein nicht, die Waldkraiburger Löwen hatten im Duell mit dem klaren Favoriten selbst auch oft die Chance gehabt, Tore zu erzielen und so für etwas mehr Entspannung auf dem Eis zu sorgen. Und das, obwohl man mit dem wirklich letzten Aufgebot angetreten war: Martin Führmann ist schon länger verletzt, Lukas Wagner zog sich eine Knieverletzung am Freitag in Peting zu, Andreas Paderhuber litt noch unter den Folge eines Infekts, Jakub Marek schluckte Antibiotika wegen einer hartnäckigen Entzündung.

Mit Daniel Schmidt und Alexander Kanzelsberger rückten somit zwei Nachwuchsspieler ins Team, aus der 1b-Bezirksligamannschaft kam Bastian Rosenkranz ins Löwenrudel. Michael Trox sorgte erstmals für Gefahr im ersten Powerplay des EHC nach fünf Minuten, eine Minute später konnte Tölz-Keeper Anian Geratsdorfer einen Schuss von Andreas Andrä parieren. Die Gäste machten es dagegen besser und Jordan Baker nutzte das erste Überzahlspieler der Bad Tölzer nach 14 Sekunden zum 1:0 (08:12). Der EHC kämpfte, die junge Mannschaft versuchte ihr möglichstes und auch die Zuschauer honorierten den Auftritt ihres Teams.

Im zweiten Durchgang gerieten die Industriestädter wieder früh in Unterzahl und nun dauerte es nur 10 Sekunden, da hatte Thomas Schenkel Keeper Björn Linda überwunden und auf 2:0 erhöht (23:03). Als Jordan Baker einen schön herausgespielten Konter im Doppelpass mit Michael Endraß zum 3:0 abschloss (26:51) konnte man schon das Schlimmste befürchten, doch die Hausherren gaben sich nicht auf. Schiedsrichterentscheidungen, Personalmangel und Gegentoren zum Trotz kämpfte der EHC leidenschaftlich und Philipp Seifert schloss einen Pass von Max Kaltenhauser per Direktabnahme ins lange Eck dann auch zum 1:3-Anschlusstreffer ab (36:54).

Das Schlussdrittel wurde dann deutlich hektischer und auf dem Eis ging es auch intensiver zu. Die Waldkraiburger kämpften weiter aufopferungsvoll, nahmen kurz vor dem Ende auch ihre Auszeit und dann Keeper Linda vom Eis. Doch ein zweites Tor war dem letzten Aufgebot nicht mehr vergönnt und so erzielte Stefan Reiter per Treffer ins leere Tor den 1:4-Endstand.

Eine gute Nachricht gab es dann aber doch noch: Die Löwen haben sich mit Tomas Vrba vom EHV Schönheide auf einen Vertrag bis Saisonende geeinigt. Der Tscheche wird Anfang der Woche nach Waldkraiburg ziehen und für den EHC auflaufen, sobald der Pass freigegeben wird.   GM

Eishockey Oberliga Süd 2016/ 2017, 23.Spieltag. EHC Waldkraiburg – Tölzer Löwen 1:4 (1:0/ 2:1/ 1:0). Tore: 0:1 08:12 Baker J. (Sedlmayr J., Endraß M. PP1), 0:2 23:03 Schenkel Th. (Sedlmayr J., Endraß M. PP1), 0:3 26:51 Baker J. (Endraß M., Vehmanen I.), 1:3 36:54 Seifert Ph. (Kaltenhauser M., Trox M.), 1:4 59:44 Reiter St. (Kathan K., Mangold F. Empty Net). Strafen: EHC Waldkraiburg 17 Strafminuten + 20 Minuten Spieldauerstrafe (Zick F. Check mit dem Knie) + 10 Strafminuten (Hilpert D. Disziplinarstrafe) + 20 Minuten Spieldauerstrafe (Hilpert D. Check von Hinten), Tölzer Löwen 10 Strafminuten. Zuschauer: 840.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.