Löwen weiter auf dem Zahnfleisch

EHC Waldkraiburg: Nur ein Punkt gegen direkte Tabellennachbarn

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img_3644-623x600Nur einen mickrigen Zähler holte der EHC Waldkraiburg am vergangenen Wochenende gegen zwei direkte Tabellennachbarn und Mitkonkurrenten um den umkämpften achten Tabellenplatz. Nachdem man in Lindau am Freitag mit 2:3 in der Verlängerung verloren hatte, ging man am Sonntag in der Raiffeisen-Arena gegen Sonthofen nach 60 Minuten bereits als Verlierer vom Eis. Am Ende unterlag das Team von Trainer Rainer Zerwesz den Bullen aus dem Oberallgäu mit 3:4.

Rainer Zerwesz wirkte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Sonthofen wirklich niedergeschlagen und hatte im ersten Moment auch keine richtige Erklärung dafür, wie seine Spieler diese Partie noch herschenken konnten. Bis zur 47. Spielminute hatten die Löwen nämlich noch mit 3:2 vorne gelegen, in einer Begegnung, die sicherlich weder einen Schönheitspreis gewinnen, noch in die Geschichte eingehen sollte. Nach zehn extrem höhepunktlosen Minuten gingen die Gäste aus Sonthofen mit einem schnellen Konter durch Marc Sill in Führung (10:38), knapp vier Minuten später fand Jakub Marek aber im ersten Waldkraiburger Powerplay irgendwie die Lücke und erzielte den Ausgleich (14:24). Das vierte Saisontor für den Tschechen, der nach seiner langen Verletzung richtig in Schwung kommt und auch schon in Lindau zwei Tage zuvor ein Tor erzielen konnte. Auch seine Mitspieler Lukas Wagner und Max Kaltenhauser profitieren vom Aufschwung des 25-Jährigen, blöd nur, dass die zweite Angriffsreihe derzeit etwas Ladehemmung hat und somit nicht alle Reihen die im Rahmen ihrer Möglichkeiten passende Durchschlagskraft haben.

Das zweite Drittel eröffneten die Gäste mit dem 2:1 durch Maximilian Hadraschek (21:41), der EHC-Keeper Björn Linda überwinden konnte. Erneut ließen sich die Löwen aber nicht entmutigen, sondern schlugen zurück: Kaltenhauser zog über die linke Seite ins gegnerische Drittel und schoss auf Keeper Marc-Michael Henne, den Abpraller verwertete Wagner zum abermaligen Ausgleich (24:51).

Im Schlussabschnitt gingen die Industriestädter durch Kaltenhauser dann erstmals in Führung und dies entsprach zu diesem Zeitpunkt auch dem Spielverlauf: Der Löwen-Kapitän zog ansatzlos ab, der Puck ging an Freund und Feind vorbei und schlug im Kreuzeck ein (45:32). Die Löwen also auf der Siegerstraße, doch wie so oft in den letzten Wochen ließen sie sich die Butter noch vom Brot nehmen: Zunächst kassierten sie eine Strafe und Sonthofen konnte die Überzahl prompt in das 3:3 durch Michael Neal umzumünzen (53:27)- sollte nicht, kann aber passieren. 2 Minuten und 50 Sekunden vor dem Ende gerieten die Löwen dann erneut in Unterzahl und diese sollte eigentlich nicht passieren. Und noch weniger passieren sollte die taktische Strafe, die dann 18 Sekunden später folgte und dank des üblich erhöhten Redebedarfs noch mit einer zehnminütigen Disziplinarstrafe garniert wurde. 15 Sekunden brauchte Sonthofen mit 5 gegen 3 Mann, da traf Chris Stanley zum 4:3-Endstand für die Gäste.

„Im Moment finden wir keinen Weg, über 60 Minuten konstant zu spielen. Sondern ziehen immer wieder dumme Strafen“, erklärte Rainer Zerwesz am Tag danach. „Wir stehen uns da eher selbst im Weg und finden immer eine Möglichkeit, uns selbst zu schlagen. So eine Phase hatten wir letztes Jahr auch und ja, das ist ärgerlich. Aber wir müssen weiterarbeiten“, gab sich der 47-Jährige zuversichtlich und warnte: „Wir dürfen uns nicht zerfleischen, sondern müssen uns schon bewusst sein, dass das eine schwere Liga ist.

Man hat mal solche Phasen, da ist man die bessere Mannschaft, aber kann das Spiel trotzdem nicht rüber reißen.“ Dennoch müsse man mit den Ansprüchen in Waldkraiburg aufpassen: „Wir sind nicht total weit weg von Platz 8, aber auch da, wo wir hingehören. Das ist eine Bayernliga-Mannschaft und kein Oberliga-Top-Team. Aber dennoch sind wir kein Kanonenfutter, sondern spielen gut mit“, so Zerwesz, der hofft, dass vielleicht schon ab dem kommenden Wochenende ein neues Gesicht mitspielt. Spruch- und erst recht schriftreif ist bezüglich der Kontingentstelle aber noch lange nichts.

Eishockey-Oberliga-Süd 2016/ 2017, 19.Spieltag. EHC Waldkraiburg – ERC Sonthofen 3:4 (1:1/ 1:1/ 1:2). Tore: 0:1 10:38 Sill M. (Kronawitter B., Guth M.), 1:1 14:24 Marek J. (Paderhuber A., Hilpert D. PP1), 1:2 21:41 Hadraschek M. (Kronawitter B., Guth M.), 2:2 24:51 Wagner L. (Kaltenhauser M., Hilpert D. PP1), 3:2 45:32 Kaltenhauser M. (Wagner L., Marek J.), 3:3 53:27 Neal M. (Stanley Ch., Kames V. PP1), 3:4 57:44 Stanley Ch. (Sill M., Kames V.). Strafen: EHC Waldkraiburg 12 Strafminuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Kaltenhauser M., Beschimpfung von Offiziellen), ERC Sonthofen 10 Strafminuten. Zuschauer: 770.

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