Gedenken an einen wertvollen Zeitzeugen

Landrat Georg Huber und Bürgermeisterin Marianne Zollner erinnern sich an Max Mannheimer

image_pdfimage_print

fotoLandkreis Mühldorf – Im Alter von 96 Jahren verstarb der ehemalige KZ-Häftling und Überlebender der Schoah, Max Mannheimer. Landrat Georg Huber und Bürgermeisterin Marianne Zollner (Foto links) erinnern sich bei einem Eintrag in das gemeinsame Kondolenzbuch der Stadt, des Landkreises Mühldorf und dem Verein für das Erinnern. Das Buch liegt in den Räumen der NS-Dauerausstellung im Haberkasten, zweites Obergeschoss, für Eintragungen bis Montag, 10. Oktober, offen.

„Mit größter Betroffenheit habe ich vom Tod von Max erfahren. Mit ihm ist eine großartige, herzliche, weise und beeindruckende Persönlichkeit von uns gegangen, die das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte am eigenen Leib miterleben musste“, so Landrat Georg Huber.

Besonders wichtig war Mannheimer die Erinnerungsarbeit im Landkreis: „Seine Besuche in den Schulen im Landkreis waren von unschätzbarem Wert, durch ihn wurde Geschichte erleb- und erfahrbar. Immer wieder besuchte er die Mühldorfer Schulen und berichtete als Zeitzeuge von seinen Erlebnissen im KZ-Außenlagerkomplex Mühldorf“, sagt der Landrat.

Auch Bürgermeisterin Marianne Zollner sind die Begegnungen mit Mannheimer (Foto unten: Mitte) genau im Gedächtnis geblieben.img_5432

Neben seiner Erinnerungsarbeit an Schulen im Landkreis war der Zeitzeuge auch eng mit dem Kreismuseum Mühldorf verbunden. 1985 eröffnete der damalige ehrenamtliche Museumsleiter Dr. Rudolf Spagl die Ausstellung „Bis alles in Scherben fiel“, die die Geschichte des Nationalsozialismus und des Bunkergeländes darstellte.

„Das Kreismuseum Mühldorf war eines der wenigen bayerischen Museen in dieser Zeit, das sich dieser Thematik gestellt hat“, so Bürgermeisterin Marianne Zollner. Max Mannheimer, der selbst im KZ-Außenlager Mühldorf inhaftiert war, besuchte dieser Ausstellung im selben Jahr und war von der Arbeit und der Ausstellung so angetan, dass er dem Museum ein Werk von seiner künstlerischen Arbeit überließ. „Dieses Bild ist heute in der neuen Ausstellung ‚Alltag – Rüstung – Vernichtung – Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus‘ im Haberkasten zu sehen“, erklärt die Bürgermeisterin.

Die Malerei diente Max Mannheimer als therapeutische Maßnahme, den erlebten Gräuel zu vergessen. Zwei Jahre später, 1987, drehte Mannheimer zusammen mit Josef Wagner und Rainer Ritzel den Film „Mit 22 Jahren wollte man noch nicht sterben“. Es war das erste Mal, dass Max Mannheimer über seine Erlebnisse im KZ-Mettenheim öffentlich sprach. Seit dieser Zeit setzte er sich unermüdlich für eine Gedenkstätte im Mühldorfer Hart ein.

„Von unschätzbarem Wert war auch seine Mitarbeit an der Errichtung einer Gedenkstätte im Mühldorfer Hart“, so Landrat Georg Huber. Vor einem Jahr erreichte er in einem Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer, dass für den Bau der Gedenkstätte in Mühldorf genügend Mittel bereitstehen. „Ich bin Max Mannheimer unbeschreiblich dankbar, dass er uns auch hier noch so großartig unterstützt hat“, sagt der Landrat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.