Schädling eingeschleppt

Der Moschusbockkäfer aus Asien macht sich über unsere Bäume her

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAAchtung Baumbesitzer! Im Raum Rosenheim und Kolbermoor wurden bereits mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden. Hierbei handelt es sich für Deutschland um den ersten amtlich bestätigten Befall. Bereits 2011 wurde ein solcher Käfer in Kolbermoor gesichtet. Der Asiatische Moschusbockkäfer Aromia bungii gilt als Baumschädling, stammt aus Asien und ist in Europa bisher nicht angesiedelt. Die Einschleppung erfolgt in Pflanzen oder in Holz, insbesondere im Verpackungsholz. Als Wirtsbäume sind vor allem Kirsche, Pflaume und deren Zierformen sowie Zwetschge, Aprikose, Pfirsich und die Pappel betroffen.

Der erwachsene Käfer ist  2,5 – 4 cm lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf und die schwarzen Flügeldecken, vor allem aber der rote Halsschild. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln. Nach der Eiablage erfolgt schnell der Schlupf der Larven, die sich für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein fressen und breite Gänge im Holz hinterlassen.

Das letzte Larvenstadium nagt ein Ausbohrloch (ca. 12 mm Durchmesser). Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und feine Bohrspäne aus dem Loch. Der befallene Baum wird besonders durch die großen Larvengänge geschädigt. Der durch Aromia bungii verursachte Schaden ist dabei nicht unerheblich.

Durch de Verletzung besiedeln auch Fäule verursachende Pilze die Äste und den Stamm. Wenn ein Baum über mehrere Jahre immer wieder von Käfern besiedelt wird, werden Äste und Stamm morsch und brechen. Durch Aromia bungii befallene Bäume sterben langfrristig ab und stellen ein Risiko einer weiteren Verbreitung des Käfers dar.

In Bayern wurden aktuell aus mehreren Bäumen in Rosenheim und Kolbermoor geschlüpfte Käfer sichergestellt. Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim suchen in den nächsten Wochen in diesem Gebiet nach Bäumen mit Spuren des Käfers. Dafür werden auch Fallen aufgestellt, in denen eine Mischung aus Wein, Zucker und Essig den Käfer anlocken soll.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim bittet Gartenbesitzer um ihre Mithilfe. Alle Gartenbesitzer sind aufgefordert, dem Amt den Fund eines Asiatischen Moschusbockkäfers zu melden.

Nicht verwechselt werden sollte Aromia bungii dabei mit dem heimischen Moschusbock Aromia moschata, der in ganz Europa verbreitet ist. Dieser tritt an anderen Wirtsbäumen wie z. B. Weiden auf. Die Färbung der heimischen Art ist metallisch glänzend und kann variieren. Manche Moschusböcke schimmern kupfern oder bronzefarben, andere sind blauviolett oder grünlich.

Bei weiteren Rückfragen und zur Klärung von Verdachtsfällen unterstützt das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim Telefon 08031/3004-0.

Bildaufnahmen z. B. Käfer bzw. verdächtige Bohrlöcker können auch an folgende E-Mailadresse
poststelle@aelf-ro.bayern gesendet werden.

Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

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