„Pokémon Go“: Polizei klärte auf

Einzigartige Aktion zum Monster-Fang - Gefahr vom Handy am Steuer bis zur Sucht

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IMG_2442Der mediale und reale Hype rund um „Pokémon Go“ waren für das Polizeipräsidium in Rosenheim heute der ideale Anlass, sich soeben am Freitagnachmittag während einer bislang einzigartigen Präventionsveranstaltung mit den Gefahren und rechtlichen Folgen von Computerspielen auseinanderzusetzen. Die durchwegs positiven Reaktionen und das große Interesse bereits im Vorfeld und während der Veranstaltung bestätigten diesen Vorstoß …

Als vor gut einer Woche der deutschlandweite Startschuss für das Spiel ‚Pokémon Go‘ gegeben wurde, konnte man die Ausmaße noch nicht abschätzen.

Zwischenzeitlich ist die App ein globales Thema, das die Menschen in ihrem medialen Alltag begleitet (wir berichteten bereits mehrmals dazu aus dem Altlandkreis).

Momentan aber sind viele von dem weltweiten Hype schlichtweg überfordert. Dies hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zum Anlass genommen, Hilfestellung in der Bewertung und dem Umgang mit dem Spiel zu leisten, aber auch auf mögliche Gefahren hinzuweisen. Zusammen mit Experten aus den Bereichen Social Media, Jugendarbeit, Prävention, Verkehr und Cybercrime wurde auf einen kommunikativen Dialog mit Spielern, Eltern und auch Lehrern gesetzt um einen verantwortungsvollen Umgang mit der App zu erreichen.

„Kein Pokémon ist es wert, die eigene Gesundheit oder die von anderen Menschen aufs Spiel zu setzen!“

so Polizeipräsident Robert Kopp zu der Thematik. „Uns ist es wichtig, zu diesem Thema schnell und umfassend zu informieren. Daher haben wir diese ungewöhnliche und zeitnahe Aktion gewählt, um umfassend über den Reiz und die Risiken von Computerspielen zu informieren.“

Die Berührungspunkte für die Polizei sind sehr vielfältig. Im Komplex Verkehr soll vorrangig Gefahrenbewusstsein für Spieler geschaffen werden, die „kopflos“ durch die Straßen irren und so zur Gefahr für sich und andere werden.

Ferner ist allem voran die Handynutzung am Steuer eines Fahrzeugs gefährlich, denn das Ablenkungspotential des Spiels ist enorm. Wer seinem Hobby nachgeht sollte sich auf jeden Fall bewusst Zeit dafür nehmen und keinesfalls nebenher im Straßenverkehr Pokémons fangen.

Kriminalität

Nicht jeder ist ein Fan von Pokémon und hat Verständnis für seine Anhänger. Hausfriedensbruch oder Ruhestörungen sind im Dienstbereich zwar noch kein Thema geworden, allerdings sollten Spieler die Grenzen kennen. Der Fang eines seltenen Wesens rechtfertigt es nicht, auf fremden Grundstücken herumzustöbern oder lautstark als Gruppe die Sichtung eines solchen in Ruhe- und Nachtzeiten zu verkündigen. Die Spielergemeinschaft trat bisher immer als offen, freundlich und verständnisvoll auf, daher geht die Polizei davon aus, dass man in dem Bereich keine Auffälligkeiten feststellen werde.

Datenschutz / Suchtprävention

Die Polizei dazu heute in Rosenheim:

Datenschutz, Medienkompetenz aber auch vor allem Suchtprävention sind uns besonders wichtig und liegen uns sehr am Herzen. Viele Nutzer sind sich gar nicht bewusst, welche umfassenden Daten im Hintergrund gesammelt werden und zu deren Weitergabe man sein Einverständnis gibt. Ferner sind der Umgang mit einem solchen Spiel, aber auch die Bewertung ein wichtiger Aspekt. Hier will die Polizei Hilfestellung für Spieler, Eltern, aber auch Lehrer leisten und so umfassend und aktuell informieren. Das Suchtpotential einer kompetitiven Anwendung wie Pokémon Go darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. Man ist im ständigen Konkurrenzkampf mit anderen Spielern und misst dabei ständig seinen Fortschritt. Der damit verbundene Leistungsdruck und enorme Zeitaufwand sollte keinesfalls unterschätzt werden.

Spiele wie Pokémon Go werden zukünftig immer mehr in der Medienlandschaft zu finden sein. Es bietet sich jetzt die Möglichkeit, sich mit Chancen und Risiken auseinander zu setzen. Wir als Polizei wollen dabei Unterstützung geben. Neben unseren Präventionsexperten und Jugendbeamten wird das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auch auf seinen Social Media Kanälen (facebook und twitter) das Thema weiterhin behandeln und begleiten.

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