Fußball: Künftig keine A-Jugend mehr?

Direkter Wechsel der U19 in den Herren-Bereich angedacht - Kreisliga-Tagung

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kreisligaFußball-Kreisspielleiter Bernd Schulz (links – aus Großkarolinenfeld) zog bei der Inn/Salzach Kreisliga-Tagung in der Sportgaststätte beim TuS Traunreut jetzt eine durchwegs positive Bilanz – vor 29 Vereinen, darunter Reichertsheim, Wasserburg, Edling, Amerang, Grünthal – über die bevorstehende Saison, die am letzten Juli-Wochenende bereits beginnt. Zudem informierte Andreas Mayländer vom BFV über geplante Neuerungen des Verbands. Es sei angedacht, die U19 (A-Jugend) komplett aus dem Juniorenalter raus zu nehmen und dafür im Herrenbereich mitspielen zu lassen …

 

Doch hierzu sei noch keine definitive Entscheidung gefallen.

Der hochrangige BFV-Funktionär erläuterte zudem noch die §33 und §34 mit der Spielberechtigung und den Einsatz in verschiedenen Mannschaften.

Schulz konnte ein vollzähliges Funktionärskollegium begrüßen, neu in seinem Team ist Marcus Fischer (Rosenheim), der seit dem Jahreswechsel Spielleiter der Gruppe Chiem ist. Der Kreisvorsitzende konnte auf eine reibungslose Saison 2015/16 zurückblicken, bei dem auch das Wetter mitspielte. Ein Punkt hat Schulz nicht gefallen, ein Verein hat den Platz gesperrt und keinen informiert, das wäre bald schief gegangen. „Da würde ein Anruf genügen“, so Schulz.

Im Toto-Pokal machten der TuS Traunreut und der SV Aschau/Inn positive Schlagzeilen. Beide Vereine bekamen aus den Händen des Spielleiters einen Spielball des BFV überreicht.
Nicht so gut verlief der Erdinger Meistercup, hier hatte der Funktionär eine Schelte parat: „Von 13 Meistern aus dem Kreis war nur ein Verein dabei, das ist schlichtweg beschämend“.
Sensationell dagegen sei die Relegation mit 35 Spielen in zehn Tagen verlaufen. „Hier gilt mein Dank sämtlichen Platzvereinen“.

Ein Verein machte seinen Unmut über eine Spielansetzung Luft: „Unglaublich, was man sich am Telefon alles anhören muss, da verliert man die Lust“, ärgerte sich Schulz. „Ich bin ein Mann der offenen Worte, man kann über alles reden, allerdings mit Maß und Ziel“, so der Großkarolinenfelder zum Abschluss seiner Eingangsrede,.

Im Anschluss bat er alle Vereine um eine kurze Vorstellung.
Bayernliga-Spielleiter Andreas Mayländer hatte wiederum Neuerungen und Entwicklungen des BFV-Online-Angebotes im Gepäck. Widgets, Liveticker, VideoApp, Fotos sowie die Antragstellung online waren eine Palette der Vorstellungen: „Was bringt den Vereinen das Online-Angebot?“ Mayländer betonte, dass ohne den elektronischen Spielbericht (ESB) und alles, was dazu gehört, ein Spielbetrieb gar nicht mehr vorstellbar wäre.

Er appelierte an die Vereine, den Liveticker zu nutzen: „Fans und Zuschauer werden es danken!“ Leider war am letzten Spieltag nur ein Liveticker geschaltet, das war sehr mager.

Ab August kommt eine neue „BFV-App“, die weiter ausgebaut ist. Mittlerweile sind im BFV-Spielplus 92.000 Fotos von Spielern hinterlegt. „Ein Foto beim Spielerprofil ersetzt den Pass und es ist auch juristisch abgesichert. Es kann dann eigentlich nichts mehr passieren“. 72 Prozent der bayerischen Vereine nutzen die Passbeantragung online. „Ein toller Wert“, freut sich Mayländer. Die Kampagne „Pro Amateurfußball“ weitet seine Schulungen aus, im Herbst folgen mit der „Modernen Vereinsverwaltung“ und der „Kreativen Vereinshomepage“ zwei weitere Schulungsangebote in den Fußballkreisen.

Rote Karten werden in Zukunft auf den Wettbewerb bezogen (Meisterschaft, Pokal) und getrennt behandelt. Zum Abschluss gab Mayländer noch den Hinweis, dass Spiele im Ausland und gegen ausländische Mannschaften einer Zustimmung des BFV bedürfen. „Das kann sonst versicherungstechnische und rechtliche Folgen nach sich ziehen“.

Der Sportgerichtsvorsitzende Stephan Bierschneider (Altenmarkt) berichtete von einer „zwiespältigen Saison“. Die eine bis Ende April und dann die letzten fünf Wochen. Zwar gingen die Fallzahlen um acht Prozent auf 600 Fälle zurück, dennoch war wieder Einiges geboten. Die Nichtantretungen der Schiedsrichter und die Anzeigen wegen unberechtigten Einsatzes eines Spielers gingen zurück. „Das hat mit dem ESB zu tun und jeder Verein hat drei Beauftragte, die anderen Vereine zu kontrollieren“.

Neun Fälle gingen in die Berufung – krass war allerdings der „Muttertagsspieltag“: Hier waren mit 25 Nichtantretungen alleine 20 Prozent des Jahres zu verbuchen.

Bei zwei Fällen bekam Bierschneider und seine Mitstreiter des Sportgerichts eine Rüge des Bezirkssportgerichtes, zu milde gehandelt zu haben. „Aus unserer Sicht war das ausreichend“, meinte der Altenmarkter. Er warnte auch die Wiederholungstäter und die Trainer mit Vorstrafen. „Angezählte Trainer droht beim nächsten Mal ein Innenraum-Verbot“.

Er informierte auch, dass Facebook-Beleidigungen verfolgt werden und berichtete vom aktuellen Fall des Relegationsspieles FC Bischofswiesen gegen SV Leobendorf, bei dem sich ein Gästespieler weit daneben benommen habe. „Sechs Spiele Sperre und eine beachtliche Summe an Geldstrafe für Spieler und Verein waren die Folge“.

Schiris fehlen

„Es wird immer schwerer alle Spiele zu besetzen, dass betrifft vor allem die C-Klasse und den Juniorenbereich“, informierte Kreisschiedsrichter-Obmann Sepp Kurzmeier aus Ramerberg. Kurzmeier berichtete von 464 Aktiven und 236 passiven Schiedsrichtern in den Gruppen Inn, Chiem und Ruperti.

Neulingskurse brachten 48 Nachwuchsschiedsrichter heraus. Insgesamt wurden 13 000 Spiele geleitet, eine stolze Summe. Für die Kreisliga sind 42 Unparteiische am Start, der Kreis umfasst auch noch 24 Gespanne für die Einsätze ab der Bezirksliga aufwärts. Aushängeschilder sind Florian Kornblum (TSV Chieming) und Michael Bacher (SV Amerang – wir berichteten ausführlich), die in der 3. Liga pfeifen.

Kurzmeier informierte über die Ergebnisse der Umfrage zur „Gewinnung und Erhalt“ der Schiedsrichter in der „Arbeitsgruppe 8“, zudem gab es eines Streifzug der Regeländerungen („10 Big Points“), die ab 1. Juli in Kraft getreten sind. Zudem sollte jeder Verein einen Vereinsschiedsrichterobmann haben, der sich um die eigenen Referees kümmert.

Auf der Suche nach einem Nachfolger/in in Carmen Jutta Gardill (Pittenhart), die Kreisehrenamtsbeauftragte. Die Doppelbelastung mit der Spielleitung der Frauen und Mädchen geht nicht mehr. Sie brachte die verschiedenen Ehrungsmethoden näher – vom DFB-Sonderpreis bis zur „Goldenen Raute“.
Abschließend ging Bernd Schulz noch in die neue Saison hinein. Kostenfreie Verlegungen sind bis 17. Juli gestattet, in der Winterpause ist der Korridor von 1. Dezember 2016 bis 31. Januar 2017. Bei den beiden letzten Spieltagen werden keine Verlegungen mehr angenommen.
Die Vereine, die über einen Kunstrasen verfügen sollten vor dem Spiel den Gegner informieren. Schulz wünschte allen Vereinen eine spannende und verletzungsfreie Spielzeit. 

Unser Foto ganz oben: Für die Leistungen im Toto-Pokal erhielten die Abteilungsleiter Roland Höpfinger (SV Aschau/Inn – Mitte) und Markus Tesche (TuS Traunreut, rechts) von Bernd Schulz einen Spielball des BFV überreicht.

Foto: bfv

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