Mach es wie die Sonnenuhr …

... zähl die heiteren Stunden nur: Vortrag und Exkursion mit Fachmann in Wasserburg

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SonnenuhrKein alltäglicher Vortrag – einer über Sonnenuhren! Er findet am Donnerstag, 21. Juli, um 19 Uhr in Wasserburg im großen Sparkassensaal an der Rosenheimer Straße 2 statt. Referent ist Willy Bachmann, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie. Von ihm stammen u. a. die bekannten Sonnenuhren im Terrassengarten des Zisterzienserklosters in Kamp, die Sonnenuhr an der Rheinuferpromenade in der Düsseldorfer Altstadt und die Zwillings-Sonnenuhren an der Rottmooser Kapelle (Foto) bei Wasserburg …

Inhalte des Vortrags werden sein:
– Was ist eine Sonnenuhr?
– Wer baute die ersten Sonnenuhren?
– Welche Zeit zeigt eine Sonnenuhr an?
– Wie lese ich eine Sonnenuhr ab?
– Haben Sonnenuhren ausgedient?
– Wo finde ich Sonnenuhren in Wasserburg und Umgebung

Der Eintritt ist frei, eine kleine Spende ist gerne gesehen. Veranstalter ist der Förderverein Rottmoos.

Sonnenuhren-Exkursion

Aufbauend auf diesem Vortrag über Sonnenuhren findet mit Bachmann eine Exkursion zu interessanten Sonnenuhren in Wasserburg und Umgebung statt – und zwar am Samstag, 23. Juli, um 14 Uhr (Dauer etwa vier Stunden).

Man ist mit dem Bus unterwegs zu Sonnenuhren in Weikertsham, Attel, Rottmoos und Kirchdorf bei Haag und erkundet zu Fuß Sonnenuhren in Wasserburg.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 25 Personen.

Ameldung deshalb bitte unter Telefon 08071 5880 (Müller).

Kosten pro Person, einschließlich Bustransfer: 12,50 €.

Zu Rottmoos:

Die Rottmooser Kapelle steht auf dem Gelände einer Gehörloseneinrichtung bei Wasserburg und eine ihrer Besonderheiten ist, dass sie im Grundriss die Form eines Ohres hat. In der anfänglichen Planungsphase war es dem Förderverein Rottmoos ein Anliegen ein ‚offenes Ohr‘ zu bauen für alle Konfessionen und für Behinderte und Nichtbehinderte. Im weiteren Verlauf der Planung wurde diese kleine Kapelle dann im wahrsten Sinne des Wortes ein offenes Ohr, denn sie bekam eine große Glasfaltwand, die im Bedarfsfall geöffnet werden kann, um so den Andachtsraum nach draußen zu vergrößern. Beides dürfte derzeit noch einmalig sein. Die Ausstattung der Kapelle ist auf das Wesentliche begrenzt, mit viel Symbolkraft.

Eine Besonderheit der Kapelle ist auch der Namenspatron, denn die Kapelle wurde dem Heiligen Filippo Smaldone geweiht, dem Patron der Gehörlosen und Schwerhörigen. 2006 wurde er von Benedikt XVI. heiliggesprochen. Es ist die erste Kapelle im deutschsprachigen Raum, die diesem Heiligen geweiht ist und sie besitzt eine Reliquie von ihm. Anlässlich der Einweihung der Kapelle am 1. Juli 2011 wurde diese von den Salesianerinnen vom Heiligsten Herzen aus Lecce / Rom als Geschenk für die Kapelle überreicht. Die Kongregation wurde von Filippo Smaldone gegründet.

Die Rottmooser Kapelle hat eine weitere Besonderheit:
Zwillings-Sonnenuhren, die in Gestaltung und Ausführung weltweit einmalig sind. Der Betrachter soll sich im Zeitalter von Hektik, Stress und Zeitdiktat an das natürliche Leben erinnern. Es wird daher nicht die gesetzliche Zeit angezeigt, sondern ein Bezug zum natürlichen Tagesablauf hergestellt.

Die Licht- und Lebensspenderin Sonne weist darauf hin, dass das Leben ein Zyklus ist, der durch den Tag dargestellt wird – mit einem Anfang und einem Ende. So zeigt die Sonnenuhr auf der Ostseite an, wie viel Zeit seit Aufgang der Sonne vergangen ist (babylonische Zeit), die Uhr auf der Westseite zeigt an, wie viel Zeit noch verbleibt bis es dunkel wird (italische Zeit).

Der bedeutendste Sonnenuhrenbauer Italiens und Filippo Smaldone, der Patron der Kapelle, waren Zeitgenossen. Guiseppe Sarto, der seine Sonnenuhren mit einem
Lochgnomon versah, wie dies auch bei den Rottmooser Sonnenuhren der Fall ist, ging später als Papst Pius X. in die Geschichte ein.

Die Sonnenuhren wurden von Willy Bachmann aus Richrath berechnet und konstruiert.

Die Kapelle wurde ausschließlich aus Spenden finanziert, die die ehrenamtlichen Vorstände des Fördervereins über Firmen, Privatpersonen und spezielle Veranstaltungen erworben haben.

Quelle: Kirchen und Kapellen

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