Arbeitslosigkeit: Landkreis mit niedrigster Quote

Drei Prozent ist die aktuelle Zahl - Im Bezirk Situation so erfreulich, wie noch nie im Februar

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marktDer Landkreis Rosenheim hat aktuell mit genau drei Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk! Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt für den Februar bei 4 086. Hier sind 2 622 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 36 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 464 arbeitslose SGB II-Kunden, 57 mehr als im Januar. „Hier in der Region ist es durchaus üblich, dass im Monat Februar …

… die Arbeitslosigkeit eigentlich noch einmal ansteigt. Gegenüber dem Vormonat ist die Veränderung mit einem Plus von 220 Arbeitslosen im kompletten Bezirk jedoch sehr moderat“, so Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur.

Im gesamten Agenturbezirk (Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) waren am 15. Februar, dem statistischen Zähltag, insgesamt 10 080 Arbeitslose gemeldet. Mit 3,5 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent, Vorjahr 3,7 Prozent) ist die Arbeitslosenquote so niedrig wie noch nie in einem Februar-Monat.

Cujai weiter: „Aufgrund der milden Witterung und nur vereinzelten Tagen mit frostigen Temperaturen haben viele Firmen, vor allem mit Beschäftigten in Außenberufen, die Arbeit wieder aufgenommen. Manche haben sogar nach Abbau von Überstunden und Kurzurlaub direkt weiter gearbeitet. Bei den Hotels und Gaststätten sieht es ein wenig anders aus. Die Skisaison ist heuer bei diesen Wetterverhältnissen äußerst schwierig.

Ein stabiler Frühling mit wärmeren Temperaturen lässt aber noch auf sich warten, so dass die Saison in den Fremdenverkehrsgebieten bis dato nicht begonnen hat. Die Häuser sind daher nur zum Teil ausgelastet und haben das Personal noch nicht in vollem Umfang wieder eingestellt“.

Der Blick auf die Bewegungszahlen: Von Mitte Januar bis Mitte Februar haben sich 3 210 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, über 900 weniger als im Vormonat, aber um fast 300 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig haben sich im selben Zeitraum 2 990 Männer und Frauen wieder abgemeldet, 540 mehr als im Januar und 230 mehr als im Februar letzten Jahres. „Diese für einen Monat Februar hohe Zahl an Abmeldungen ist dem milden Winter – der schon eher ein zarter Frühling ist – geschuldet“, so Dr. Cujai.

„Von unseren Vermittlungsfachkräften, die die Arbeitslosen aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe betreuen, höre ich, dass Abmeldungen täglich hereinkommen. Die Auftragslage der Betriebe ist gut und so fällt die Personalfreistellung heuer sehr kurz aus. Ich bin mir daher sicher, dass die Arbeitslosigkeit im nächsten Monat schon wieder deutlich niedriger ausfallen wird“, bekräftigt die Agenturleiterin.

Abhängig von den individuellen Rechtsansprüchen werden die Arbeitslosen entweder von der Agentur für Arbeit im Rechtskreis SGB III oder in den Jobcentern im Rechtskreis SGB II betreut. Im aktuellen Berichtsmonat führte dabei die Agentur Rosenheim mit ihren Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen 6 230 Personen im Bestand. Bei den Jobcentern von Stadt und Landkreis Rosenheim, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sowie das Jobcenter der Options-Kommune Miesbach sind 3 845 Menschen als Arbeitslose gemeldet.

Die Agenturleiterin zum Personenkreis der Langzeitarbeitslosen (insgesamt 1 820), die überwiegend bei den Jobcentern gemeldet sind: „Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen, die seit mehr als 12 Monaten ohne Beschäftigung sind, hat sich im Vorjahresvergleich deutlich verringert (minus 150 oder minus 7,5 Prozent). Wenn man bedenkt, dass bei diesem Personenkreis kleine Schritte notwendig sind und es nicht einfach ist, eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erreichen, ist diese Entwicklung sehr positiv zu sehen.

Dennoch möchte ich sowohl Arbeitgeber, als auch Betroffene darauf hinweisen, dass wir derzeit in beiden Jobcentern in Rosenheim ein spezielles Programm (Förderung aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds) laufen haben, bei denen Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber, Coaching nach Arbeitsbeginn und die Übernahme von Qualifizierungskosten möglich sind, sozusagen eine Brücke in Beschäftigung! Spezielle Betriebsakquisiteurinnen kümmern sich um den Kontakt zu Arbeitgebern.“

Cujai weiter: „Bei den unter 25-Jährigen wurden zum Stichtag 1 090 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe durch die Agenturen und Jobcenter betreut, ein Anstieg von 120 Personen zum Januar. Dieser Anstieg ist zum Großteil mit der Beendigung von Ausbildungen zu erklären (Ausbildungen mit einer Dauer von dreieinhalb Jahren oder verkürzte Ausbildungen auf Grund guter Leistungen enden im Februar).

Diese fertig ausgebildeten Fachkräfte brauchen eine neue Perspektive, eine neue Arbeitsstelle. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf die Woche der Ausbildung vom 7. bis 11. März 2016 hinweisen. Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne beabsichtigen wir Arbeitgebern und jungen Menschen gezielt den Stellenwert, die Chancen und die Vorteile einer beruflichen Ausbildung vor Augen zu führen. Die Unterstützungsmöglichkeiten sind vielfältig, ich erwähne hier nur abH, die ausbildungsbegleitenden Hilfen, oder AsA, die assistierte Ausbildung, ein neues Förderinstrument. Gerne besuchen wir Sie in Ihren Betrieben. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns über unsere kostenfreie Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20.“

Im Februar konnten die Vermittlungsfachkräfte 1 190 neue sozialversicherungspflichtige Stellenangebote entgegennehmen. Das ist ein Plus von 350 zum Vormonat und 150 Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Arbeitgeber im Agenturbezirk Rosenheim haben weiterhin einen hohen Personalbedarf. Derzeit werden 3 530 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote durch den Arbeitgeber-Service betreut.

Der Arbeitsmarkt In den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Derzeit sind 1879 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um neun auf 789. Für 1 090 arbeitslose SGB II-Kunden, zwölf mehr als im Januar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 425 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 853 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Januar eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent Das entspricht 2278 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1 569 Männer und Frauen, 79 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 709 (68 mehr als im Januar) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 882 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 486 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 835 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 3,5 Prozent Davon sind 1 253 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 30 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 582 Arbeitslose, 18 mehr als im Januar, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 242 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 992 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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