Ein Drama in drei Dritteln

EHC Waldkraiburg übernimmt gegen den ECDC Memmingen wieder die Führung

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ehcbDer EHC Waldkraiburg hat am Sonntagabend in der Viertelfinal-Serie gegen den ECDC Memmingen wieder die Führung übernehmen können. Nach einem spannenden 6:5-Erfolg über die Indians steht es in der „Best-of-5“-Serie jetzt 2:1 für die Löwen, EHC-Coach Rainer Zerwesz war trotz aller Dramatik aber zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

„In den Playoffs kann Jeder Jeden schlagen, das sehen wir derzeit Woche für Woche“, erklärte Zerwesz nach dem Sieg. „Wir haben gut gearbeitet und wir haben gut gespielt. Memmingen ist eben eine echte Top-Mannschaft, hervorragend zusammengestellt und mit ganz viel Erfahrung. Das haben sie wieder gezeigt“, so der 47-Jährige weiter. Für die Zuschauer- egal ob neutral, Anhänger der Löwen oder Fan der Indians- war es jedoch eine mehr als spannende Angelegenheit.

Ex-Bürgermeister Klika ließ über Facebook verlauten, dass das Spiel „beste Werbung für den Eishockeysport“ gewesen sei, mancher Zuschauer sprach von drei unterschiedlichen Spielen innerhalb einer Partie und besonders letzere Beschreibung traf es recht gut. Im ersten Durchgang ging Memmingen zwar zunächst durch Patrick Zimmermann, der EHC-Keeper Thomas Hingel überwand, in Führung (01:00), dann aber spielten sich die Löwen förmlich in einen Rausch. Michael Trox glich aus der Drehung schießend erst aus (05:43), Max Kaltenhauser traf dann nach elf Sekunden der ersten Überzahl nach einem starken Pass von Lukas Wagner zur Führung (09:49).

In der Defensive zeigte sich Waldkraiburg zwar erneut ungewohnt anfällig und löchrig, wodurch auch Memmingen zu Chancen kam- doch Thomas Hingel hielt seinen Kasten jetzt souverän sauber und machte mit klugen Pässen das Spiel oft unmittelbar nach einer Aktion seinerseits wieder schnell. So leicht anfällig man sich in der Verteidigung präsentierte, so leicht tat man sich noch aber auch  vor des Gegners Tor. Daniel Hämmerle, der gemeinsam mit Daniel Hilpert ein großartiges Spiel machte, täuschte in der 13.Minute bei einem fein herausgespielten Konter zunächst ein Abspiel an, schloss dann aber selbst ab und überwand Alexander Reichlmeir im Gästetor zum 3:1 (12:58).

Nur eine Minute später konnte Jakub Marek nach starkem Solo, bei welchem er die komplette Memminger Hintermannschaft narrte, zum vierten Mal für die Löwen treffen (13:58), rund zwei Minute drauf schlug Max Kaltenhauser in der zweiten Überzahl mit einem Traumtor erneut zu. Andreas Paderhuber zog an der blauen Linie ab, Kaltenhauser hielt den Schläger rein und die Scheibe jagte unhaltbar ins linke Kreuzeck (16:02).

So stark der EHC in den ersten 20 Minuten aufspielte und so viel den Löwen dabei gelang, umso stärker bauten sie im zweiten Durchgang aber ab und brachten die Gäste in einer vermeintlich schon entschiedenen Begegnung zurück ins Spiel. In Unterzahl traf Petr Sikora zunächst zum zweiten Mal für den ECDC (21:39), der brandgefährliche Patrick Weigant verkürzte wenig später auf 3:5 (25:44). Martin Führmann traf im Gewirr vor Reichelmeirs Gehäuse dann zwar irgendwie zum sechsten Mal für die Löwen (29:34), in der Folge gaben jedoch wieder nur die Gäste den Ton an. Mit zwei Überzahltoren durch Weigant (31:38) und Antti-Jussi Miettinen (34:37) verkürzten die Indianer erneut und Miettinen beendete mit seinem Treffer auch den Arbeitstag von Keeper Hingel. Das Spiel war auf dem Kopf, die zweiten 20 Minuten gehörten klar den Gäste und so waren die gut 800 Zuschauer schon Zeugen von zwei unterschiedlichen Partien in einer.

Im letzten Drittel gab es dann den dritten Teil des Dramas zu sehen: Hier agierten beide Teams auf Augenhöhe, Memmingen mit einem leichten Chancenplus, der EHC war jedoch genauso nachlässig was die Verwertung der Möglichkeiten anging. So blieb es eng und spannend bis zur letzten Minute, Tore fielen aber keine mehr. „Für die Zuschauer war das in jedem Fall spannend, aber ich bin zufrieden mit der Leistung. Du machst einen Fehler und kriegst ein blödes Tor trotz Überzahl, dann schlägt Memmingen zweimal im Powerplay zu und schon steht‘s nur noch 5:4- das sind die Playoffs“, kommentierte Löwen-Trainer Zerwesz im Anschluss.

Am Freitag geht es für den EHC zum vierten Spiel der maximal über fünf Begegnungen gehenden Serie erneut nach Memmingen. Hier sollen die Löwen wieder lautstark unterstützt werden und Fanbusse fahren. Anmelden kann man sich am schnellsten mit einer kurzen Nachricht über die Facebook-Seite des EHC Waldkraiburg, oder per Email an WBW2010onTour@web.de.

Eishockey-Bayernliga 2015/ 2016, Playoff-Viertelfinale, Spiel 3. EHC Waldkraiburg – ECDC Memmingen 6:5 (5:1/ 1:4/ 0:0). Stand Serie „Best-of-5“: 2:1. Tore: 0:1 01:00 Zimmermann P. (Miettinen A.), 1:1 05:43 Trox M. (Vogl N., Andrä A.), 2:1 09:49 Kaltenhauser M. (Wagner L., Hilpert D. PP1), 3:1 12:58 Hämmerle D. (Hilpert D.), 4:1 13:58 Marek J. (Kaltenhauser M., Wagner L.), 5:1 16:02 Kaltenhauser M. (Marek J., Paderhuber A.), 5:2 21:39 Sikora P. (Miettinen A. SH1), 5:3 25:44 Weigant P. (Hoffmann M., Zimmermann P.), 6:3 29:34 Führmann M. (Hradek Ch., Hämmerle D.), 6:4 31:38 Weigant P. (Sikora P., Miettinen A. PP1), 6:5 34:37 Miettinen A. (Sikora P. PP1). Strafen: EHC Waldkraiburg 6 Strafminuten ECDC Memmingen 8 Strafminuten,. Zuschauer: 827.

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