TSV: „Schul- und Vereinssport gefährdet“

Wasserburg: Unterschriften-Aktion für Erhalt der Sporthallen für die Kinder und Integration

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Unterschriftenliste_TSV„Natürlich wissen wir, dass die Lage alles andere als einfach ist und das Landratsamt tut, was es kann. Und eines ist auch klar: Wir haben nichts gegen Flüchtlinge und wir müssen diesen Menschen helfen. Aber es muss doch Alternativen dazu geben, alle Sporthallen zu belegen.“ Dr. Martin Niehues, der Vorsitzende des TSV Wasserburg, sagt dies alles mit Bedacht. Man hört es seiner Stimme an, dass er und seine Vereinsgremien es sich nicht einfach gemacht haben. „Dennoch mussten wir jetzt etwas unternehmen. Wir haben deshalb eine Unterschriften-Aktion für den Erhalt der Sporthallen für die Vereine, Schulen und letztlich auch für die Integration der Flüchtlinge gestartet.“ 

Martin_web„Damit das die Menschen auch richtig verstehen: Wir sind dafür, dass die Flüchtlinge, die zu uns kommen, auch menschenwürdig untergebracht werden. Und wir fragen uns, ob da die Sporthallen auf Dauer wirklich die ideale Lösung sind. Noch dazu, wo wir uns mit deren Belegung auch einen Teil möglicher Integration durch Sport verbauen“, so Dr. Niehues.

Alle Vereinsgremien, Abteilungen und Ausschüsse hätten deshalb gemeinsam versucht, eine politisch einwandfrei formulierte Unterschriften-Aktion ins Leben zu rufen. „Wir haben vereinsintern viel miteinander geredet und uns letztlich auch auf einen Text einigen können.“

Man wolle jetzt noch nicht den Teufel an die Wand malen, „aber wenn nach der Realschul-Halle die Halle des Luitpold-Gymnasiums demnächst wie geplant gesperrt wird, dann wird’s schon ein bisschen schwierig.“ Echt gefährdet sei der Vereins- und Schulsport sowie der Sport zur Integration bei weiteren Schließungen.

„Noch können wir alles irgendwie auffangen, aber wenn mal die städtischen Hallen drankommen sollten, dann wird’s echt haarig. Wir dürfen das Problem mit den wachsenden Flüchtlingsströmen, das wir alle gemeinsam angehen müssen, nicht auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen austragen.“

Dr. Martin Niehues weiter: „Sicher ist das Landratsamt da in der Zwickmühle, wenn jede Woche 150 neue Flüchtlinge ankommen und untergebracht werden müssen. Aber wir sind uns sicher, dass es zu den Sporthallen auch Alternativen gibt.“

Man habe bei Besprechungen erfahren, dass der Umbau der Gymnasium-Halle zur Notunterkunft und der Rückbau wohl 100.000 Euro verschlingen würden. Mit diesem Geld könne man doch sicher andere Lösungen ins Auge fassen.

Der Vorsitzende des TSV Wasserburg beruhigend: „Noch brennt es in den Abteilungen nicht, wir bekommen alles geregelt, wenn’s auch beim Basketball ein bisschen schwierig wird. Vielleicht ist das jetzt eine gute Gelegenheit für uns, enger zusammenzurücken. Wir haben uns in unserer Wohlstandsgesellschaft einfach über Jahre einlullen lassen. Jetzt sind wir gefordert.“

Die Unterschriften-Listen sind derzeit noch vereinsintern unterwegs, sollen aber schon bald auch in Wasserburger Geschäften aufliegen. HC

 

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