Gründe einer Flucht – Eritrea!

Unsere neue Reihe zum Thema Asyl: Was wissen wir über das fremde Land?

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eritreaWas wissen wir über das Fremde, das uns nun durch die Flüchtlings-Situation so nah ist im Altlandkreis – was über die vielen verschiedenen Länder der Asylbewerber? Wir starten hiermit eine neue Reihe. Es wird das Nordkorea Afrikas genannt – Eritrea! Hunderttausende Eritreer machen sich auf den Weg – wegen Terror und Verfolgung, Folter und lebenslangem Militärdienst. Die Lage in ihrer abgeschotteten Heimat – ausländische Journalisten dürfen nicht ins Land – wird immer bedrohlicher. Als Flüchtlinge kommen sie nach Europa, viele bleiben in Deutschland, acht leben seit Monaten in einer Wohnung in Pfaffing …

Sie kannten sich nicht und leben doch seit Wochen in friedlicher Gemeinschaft zusammen. Ibrahim spielt gerne Volleyball, eines Tages fasste er all seinen Mut zusammen, ging einfach zum Training in der neuen Pfaffinger Sporthalle und fragte: Can I play with you?

Sie lernen mit Hilfe von jungen Ehrenamtlichen in Pfaffing die deutsche Sprache sehr fleißig und verstehen schon so manches. Jeder der acht jungen Männer hat seine eigene Geschichte, seine eigene schicksalshafte Flucht hinter sich.

Es gibt keine unabhängige Berichterstattung über das Land, in dem weder Presse- noch Religionsfreiheit herrschen. Es gibt kein Gesetz.

Ab 1890 war Eritrea eine italienische Kolonie. Ab 1941 stand das Land unter britischer Verwaltung und war ab 1952 föderativ mit dem damaligen Kaiserreich Abessinien verbunden, ehe es 1961 als Provinz Eritrea des Äthiopischen Kaiserreiches von Haile Selassie zentralistisch eingegliedert wurde. Nach einem 30-jährigen Krieg wurde Eritrea 1993 erstmals wieder von Äthiopien unabhängig.

Ein UN-Bericht über Eritrea aus diesem Sommer 2015 liest sich wie ein Bericht aus der Hölle. Er basiert zu großen Teilen auf Schilderungen von Flüchtlingen, denn die Menschenrechtsbeauftragte der Vereinten Nationen für Eritrea wurde nicht ins Land gelassen. Der Bericht spricht von Tötungen, willkürlichen Verhaftungen, Folter. Menschen werden in Straflager, Erdlöcher oder Schiffscontainer gesperrt, heißt es dort.

Fast ein Dutzend Nationalspieler aus Eritrea wollte im Oktober nicht mehr nach Hause. Nach einem WM-Qualifikationsspiel in Botswana weigerten sich die Fußballer, in den Flieger zu steigen – und beantragten Asyl. Diese Nachricht verbreitete sich in den Medien vor wenigen Wochen. ‚So einfach‘ haben es die ’normalen‘ Menschen, die aus Eritrea fliehen, nicht.

Ihr Weg ist schwer, lang und gefährlich. Wer über die Grenze flieht, riskiert, als Deserteur erschossen zu werden. Trotzdem fliehen die Menschen. Die Mehrzahl der Flüchtlinge aus Eritrea wählt die zentrale Mittelmeerroute. Diese führt von Libyen oder von Tunesien aus nach Italien, heißt es.

Der Haupt-Fluchtgrund ist der Militärdienst, von dem ist jeder einzelne Eritreer betroffen. Im UN-Bericht wird er als Versklavung auf unbestimmte Zeit beschrieben. Wer Asyl beantragt bei uns, der hat gute Chancen, denn die sogenannte Schutzquote ist sehr hoch, sie liegt fast bei 100 Prozent.

 

 

 

 

 

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