Geht der Winter heuer komplett baden?

US-Wetterbehörde berechnet den Trend für Jahreswechsel 2015/2016 immer wärmer

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Jung wetter„Am gestrigen Montag wurden im Südwesten fast 17 Grad im Schatten gemessen. Das ist Frühling pur und das mitten in einem Monat, den wir eigentlich zum Winter zählen. In Freiburg im Breisgau wurden gestern 16,7 Grad gemessen. Aber auch im Rheinland war es mit Werten zwischen 15 und 16 Grad extrem warm. Dazu gab es im Süden viel Sonnenschein. Das Frühlingswetter war damit perfekt“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Bereits im September hatte Wetterexperte Jung den aktuellen Klimatrend der Monate Dezember, Januar und Februar vorgestellt. Erstellt wurde der Trend von der bekannten US-Wetterbehörde NOAA. Diese betreibt ein weltweites Wetter- und Klimamodell. Schon damals standen die Zeichen auf einen zu milden Winter wie Wetterexperte Jung in einem entsprechenden Wettervideo Ende September berichtet hatte.

Es weiß zwar immer noch kein Mensch wie der Winter letztlich in seiner Bilanz ausfallen wird, der neuste aktualisierte Klimatrend der US-Wetterbehörde für Europa ist allerdings mehr als eindeutig.

Nachfolgend der aktuelle Temperaturtrend gemittelt über die Monate Dezember, Januar und Februar. Dieser geht davon aus, dass der Winter in Deutschland nun bis zu 3 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt ausfallen könnte.

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Winter 2015/2016 könnte europaweit deutlich zu warm ausfallen, Quelle: NOAA

Außerdem könnte der Winter diesen Erkenntnissen zufolge auch lokal deutlich mehr Niederschlag bringen als normal. Beides zusammen deutet auf einen typischen milden Westwindwetter-Winter hin: vom Atlantik kommen immer wieder Tiefs mit Regen und warmer Luft zu uns.

 

„Sollte sich das bewahrheiten könnte uns erneut ein extrem milder Winter bevorstehen, der es sogar in die Top 5 der wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen bringen könnte. Sicher ist da aber noch lange nichts. Das ist nur ein Klimatrend. Allerdings lassen die ersten Dezembertage und die Prognose der kommenden 10 bis 14 Grad bereits vermuten, dass der Dezember schon mal deutlich zu warm ausfallen könnte“ so Jung weiter.

Hier die Temperaturprognose bis zum 4. Advent:

Mittwoch: 7 bis 11 Grad, im Südosten noch Regen, sonst freundlich

Donnerstag: 6 bis 10 Grad, freundlich, ab und zu Sonne

Freitag: 5 bis 10 Grad, aufziehender Regen

Samstag: 6 bis 11 Grad, viele Wolken, ab und zu Regen, in den Hochlagen der Mittelgebirge auch Schneeregen oder Schnee, dazu vor allem im Norden Sturmgefahr!

3. Advent: 7 bis 12 Grad, trüb und vor allem im Norden wieder Regen

Montag: 7 bis 13 Grad, im Norden Wind und Regen, nach Süden bewölkt aber trocken

Dienstag: 5 bis 10 Grad, viele Wolken und Regen

Mittwoch: 5 bis 13 Grad, Gemisch aus Sonne und Wolken, im Süden etwas Regen

Donnerstag: 5 bis 13 Grad, bedeckt und viele Wolken, ab und zu Regen

Freitag: 6 bis 13 Grad, bedeckt, starker Regen, im Nordosten zeitweise auch Schneeregen

Samstag: 5 bis 11 Grad, viele Wolken, ab und zu Regen, im Nordosten Schneeregen möglich

4. Advent: 7 bis 13 Grad, stark bewölkt, ab und zu Regen

 

Nach diesem Trend könnte es tatsächlich einen neuen Rekord-Dezember geben. Der bisher wärmste Dezember war im Jahr 1934 beziehungsweise 1974 mit einem deutschlandweiten Durchschnittswert von 4,8 Grad. Aktuell liegen wir bei 6,8 Grad, also noch mal zwei Grad über diesem Rekordwert! Sein Sonnenscheinsoll hat der Monat übrigens schon heute zu fast 40 Prozent erfüllt. Ein trüber Wintermonat sieht sicherlich anders aus.

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