Wetter unfassbar: Bis 16 Grad am 2. Advent          

Und kein Schnee in den Niederungen in Sicht - Start in den Dezember viel zu warm

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003 Endlich Sonne Mike P.Bis auf 13 Grad haben es die Temperaturen am gestrigen Start des meteorologischen Winters geschafft. Das war ein extrem warmer Start in die eigentlich doch kalte Jahreszeit. Wer aber nun meint, dass sei das höchste der Gefühle, der wird schon am kommenden Nikolaus-Wochenende eines Besseren belehrt werden. „Die Temperaturen könnten am 2. Advent noch mal anziehen. Aktuell gehen wir für den kommenden Sonntag von Spitzenwerten bis zu 16 Grad aus“, sagt unser Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„Für einen Frühlingsanfang wären das sicherlich Anfang März angenehme und erfreulich Werte. Für Anfang Dezember ist das aber einfach nur noch ungewöhnlich. Grillwetter am Nikolaustag? Das ist kaum zu fassen und bildeten einen einprägsamen Hintergrund für die aktuell stattfindende Klimakonferenz in Paris“, so der Diplom-Meteorologe.

„Hinter uns liegt gerade erst der wärmste November seit dem Jahr 1761. So lange reichen die Wetteraufzeichnungen zurück. Und nun legt auch der Dezember einen Rekord-Start hin, der seinesgleichen sucht. Es gibt im Dezember natürlich immer wieder mal Tage, die Temperaturen über 10 Grad bringen, aber das sind meist einzelne Ausreißer. Doch in den kommenden Tagen bleibt es konstant bei diesen extrem hohen Werten. Am zweiten 2. Advent und am kommenden Montag erreichen wir mit Spitzenwerten bis 16 Grad denn einen ersten Höhepunkt.“

Jung weiter: „Bis zur Monatsmitte ist keine Änderung der Wetterlage in Sicht. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch der Dezember sich zu einem neuen Rekordmonat in Sachen Wärme mausern könnte. Die bisher beiden wärmsten Dezembermonate waren 1934 und 1974 mit einer durchschnittlichen Temperatur von jeweils 4,8 Grad.“

Normal sind für den Dezember rund 0,8 Grad. Diese beiden Dezember waren also satte 4 Grad wärmer als normal. Der gestrige 1. Dezember brachte eine mittlere Tagestemperatur von 7,2 Grad. Damit lag man sogar 6,4 Grad über dem langjährigen Durchschnitt!

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

Mittwoch: viele Wolken, ab und zu in der Mitte und im Süden auch mal Sonnenschein, 10 bis 14 Grad warm

Donnerstag: trocken, mal Sonne, mal Wolken, 7 bis 13 Grad

Freitag: aus Westen Regenwolken, 7 bis 13 Grad warm

Samstag: weiterhin mit 7 bis 13 Grad für die Jahreszeit viel zu warm, dabei ein Gemisch aus Sonne und Wolken und trocken

Sonntag (Nikolaus / 2. Advent): Frühlingswetter mitten im Dezember, 10 bis 16 Grad warm, im Norden Wolken und etwas Regen, im Süden überwiegend freundlich, bei Sonnenschein kann man das Wetter im Straßencafe genießen

Montag: 10 bis 16 Grad, mehr Wolken als Sonne und Regen, windig bis stürmisch

Dienstag: 8 bis 13 Grad, weiterhin für die Jahreszeit viel zu warm, immer wieder im Nordwesten einzelne Schauer, sonst auch mal Sonnenschein

 

BIS MONATSMITTE KEIN WINTER IN SICHT!

Das extrem milde Wetter setzt sich nach heutigem Erkenntnisstand mindestens bis zu Monatsmitte fort. Ob dann aber die große Umstellung Richtung Winterwetter kommt ist fraglich. Vor rund einer Woche deuteten die Wettermodell bereits zum Nikolaustag eine winterliche Wetterlage an. Was daraus geworden ist, kann man ja weiter oben nachlesen: der Nikolaus darf statt im Mantel im T-Shirt anrücken.

„Der Trend hin zu mehr Winterwetter ab dem 15. Dezember ist zwar da, aber die Wahrscheinlichkeit ist derzeit nicht sonderlich hoch. Man muss einfach abwarten. Vielleicht haben wir ja Glück bzw. die Freunde einer weißen Weihnacht haben Glück und die Großwetterlage stellt sich genau zu den Festtagen um. Irgendwann muss das extrem milde Wetter ja mal ein Ende haben. Würde der ganze Dezember auf diesem hohen Niveau weitermachen, dann wäre das wirklich ein ungewöhnlicher Rekord“, so Wetterexperte Jung.

Für die Wintersportorte in den deutschen Mittelgebirgen sieht es derzeit sehr übel aus. Das bisschen Schnee, das lag, ist längst abgetaut. Neuer Schnee ist nicht in Sicht und selbst dort wo Schneekanonen stehen, bringt das bei diesen hohen Werten nicht wirklich etwas. Auch in den Alpen dürfte der Start in die Wintersport-Saison eher problematisch ausfallen.

WINTERDIENSTE UND MIETER SPAREN BARES GELD!

Für alle Kommunen, die sich um Winterdienst kümmern müssen spart die aktuelle Wetterlage bares Geld. Es muss derzeit nicht gestreut oder geräumt werden. Und auch alle Mieter und Hausbesitzer freuen sich, denn die Heizung läuft meist nur auf Sparflamme. Und das nachdem man bereits in den vergangenen beiden Wintern kräftig an Energie sparen konnte, denn die waren auch recht mild.

Bild: Mike Pfitzmaier

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