25 Flüchtlinge kommen ins Schulhaus

Interessanter Infoabend zum Thema Asyl in Oberndorf und Winden

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aj Asylinfo Oberndorf (2)_kOberndorf bekommt im alten Schulhaus Zuwachs – das war die Hauptaussage von Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz bei der Infoveranstaltung mit über 140 Besuchern zum Thema „Asyl in Oberndorf und Winden“ beim Wirt in Stauden. 25 neue Flüchtlinge wird die Gemeinde demnächst aufnehmen, die im alten Schulhaus in Oberndorf wohnen werden. Wobei auch noch einige Unterbringungsmöglichkeiten wie das alte Fischergebäude neben dem Bürgersaal, der Bolzplatz in Rosenberg und auch der Zehentstadel derzeit vom Landkreis auf Verwendbarkeit geprüft werden.

Patrick Schumann vom Landratsamt in Mühldorf, der als Sachgebietsleiter für Asylbelange und Unterbringung zuständig ist, gab einen aktuellen Überblick zum Flüchtlingsstatus im Landkreis Mühldorf und antwortete zu gängigen Fragen gleich im Vorfeld.

Bereits am Mittwoch zogen acht Männer aus Eritrea in Winden in eine privat zur Verfügung gestellte Unterkunft. Schumann führte weiter aus, das Verfahren für Asylbewerber aus Syrien und dem Westbalkan derzeit die kürzesten Laufzeiten haben, wohingegen die Verfahren aus Afrika fast ein Jahr dauern würden.

Derzeit sind im Landkreis Mühldorf 1294 Asylbewerber untergebracht – in 70 dezentral angemieteten Unterkünften mit zwischen fünf und 25 Personen pro Einrichtung. Die wöchentlichen Zuweisungen seitens der Regierung betrug im April 2015  zehn Asylbewerber pro Woche, steigerte sich im August auf 21 , seit dem 1. November auf 34 Personen und wird vermutlich ab Dezember auf 50 Flüchtlinge wöchentlich erhöht.

Der Dank gelte hier vor allem den vielen Helfern und Ehrenamtlichen vor Ort, „denn wenn seitens des Landkreises die wöchentlichen Zuweisungen nicht mehr erfüllt werden können, sitze man in der Zwickmühle und man wird um die Schließung von Turnhallen nicht mehr herum kommen.“

Die Prognose für den Landkreis Mühldorf laufe derzeit auf 1800 Flüchtlinge bis zum Jahresende 2015 hianus.

Im alten Schulhaus in Oberndorf werden maximal 25 Asylbewerber vorerst ein neues Zuhause finden, welche bis Mitte Dezember erwartet werden. Aus welchen Ländern diese kommen werden, wird erst zwei Tage vor der Freimeldung von der Regierung bekanntgegeben.

Schumann erklärte ferner, um mit manchen Stammtischparolen aufzuräumen: „Asylbewerber der Phase Zwei bekommen 330 Euro monatlich plus Unterkunft und ärztliche Kosten erstattet, was unter dem Hartz4-Satz liegt.  Nicht wie vorsätzlich verbreitet, kostenlose Einkäufe in den Discountern oder Zahlungen für Verkehrsmittel oder Ähnliches.“

Sollten hier Unstimmigkeiten oder Informationsbedarf vorhanden sein, stehen das Landratsamt Mühldorf oder auch Sandra Abany, die persönlich jeden Dienstag im Haager Rathaus ist, für Fragen zur Verfügung. Per Email: sandra.abany@lra-mue.de.

Bei der anschließenden Diskussion, war auch Gemeinderat Josef Hederer überrascht, denn von den neuen Bewohnern aus Eritrea habe er erst gestern erfahren. Ansonsten verlief die Veranstaltung ruhig und sachlich, obgleich auch immer wieder Bedenken in Bezug auf nächtliche Ruhestörungen und mögliche Polizeieinsätze aufkamen. Hier sei es nach Schumann auch so wie bisher: „Bei Bedarf einfach die Polizei anrufen.“

Ulrike Peyerl gibt derzeit in Haag Deutschunterricht für die Neuankömmlinge und brachte vor, dass die Meisten „lieb und nett“. „Aber es gibt auch Deppen  -so wie bei uns halt auch“.

Ehrenamtliche Helfer können sich gerne in der Gemeinde Haag oder auch im katholischen Pfarramt melden.

Matthias Kurzmeier aus Winden meinte: „Stadt ist nicht Land – wir sollten versuchen aufeinander zuzugehen. Ein Lächeln schadet nie“. Auch Pfarrer Idkoviac musste abschließend etwas über die Frage schmunzeln, „ob es bei so vielen Moslems nicht nötig sei, dass nicht die Kirche tätig werde“: „Ich werde Niemanden missionieren.“ AO

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