„Wir sind öfter vor Ort, als die Bürger glauben“

Polizei nimmt bei Sicherheitsgespräch in Haag Stellung

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aj Sicherheit Haag  (25)_kIm Rathaus Haag trafen sich kürzlich die Bürgermeister aus Rechtmehring, Gars, Kirchdorf, Reichertsheim, Maitenbeth und Haag sowie die  Leiter der Polizei in Haag und Waldkraiburg zum Sicherheitsgespräch. Um die Sicherheitslage im westlichen Landkreis Mühldorf zu beleuchten, war auch Erster Polizeihauptkommissar Georg Deibl vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd nach Haag gekommen.

Deibl berichtete, dem neuen Rosenheimer Polizeipräsidenten Kopp sei es sehr wichtig, aus erster Hand von den Bürgermeistern zu erfahren, „wo sie der Schuh vor Ort drückt“.

Die sichtbare Präsenz der Polizei vorwiegend während der Nachtzeiten komme nach Ansicht der Bürgermeister gemessen an den letzten Ereignissen mit Einbrüchen meistens zu kurz. Laut Georg Marchner, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, wären zusätzliche Streifen an manchen Tagen wünschenswert. Die Wünsche nach „mehr sichtbarer Präsenz“ würden aber auch in der Nacht erfüllt. Der Zuständigkeitsbereich der Inspektion Waldkraiburg umfasst  derzeit zwölf Gemeinden. Eine flächendeckende Prävention durch polizeiliche Präsenz nannte Marchner als  „erklärtes Ziel“.

Die Bürgermeister Norbert Strahllechner aus Gars und Josef Kirchmaier aus Maitenbeth bestätigten, dass allein die Präsenz der uniformierten Streifen einen positiven Effekt hätten. Die Bürger fühlten sich sicherer und verhielten sich auch im Straßenverkehr korrekter.

Ebenso konnte man die Umtriebe in der Freinacht schon mal positiv beeinflussen, aber die aktuelle Präsenz sei aus Sicht der Gemeinden immer noch zu wenig, so „kommt die Polizei nur, wenn es brennt“ sagte Josef Kirchmeier.

Selbst mittelfristig bleibt aber nach Aussage der Polizeivertreter eine Erweiterung der Polizeidienststelle Haag auf einen 24-Stunden-Dienst unrealistisch. Ziel müsse es sein, Waldkraiburg personell auf einem zufriedenstellenden Niveau zu halten.

Einbrüche sind laut Marchner im gesamten Präsidialbereich ein Problem. Sie beeinträchtigten das objektive und subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, da die Täter in die Privatsphäre der Opfer eindringen. Aufgrund von zielgerichteten Fahndungsmaßnahmen habe die Polizei schon Ermittlungserfolge und Festnahmen verzeichnen können, die Fallzahlen seien am sinken. Nicht unterschätzen dürfe man den Einsatz von Zivilstreifen, die aber die Bürger nicht wahrnehmen. „Wir sind öfter vor Ort, als Sie glauben“, versicherte Marchner.

Bürgermeister Sebastian Linner aus Rechtmehring regte den landkreisübergreifenden Einsatz in seiner Gemeinde an, da Rechtmehring näher an Wasserburg als an Waldkraiburg liege.

Die Bürgermeister vereinbarten, in einem Schreiben an den Innenminister und die örtlichen Landtagsabgeordneten „für den Schutzbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg einschließlich der Polizeistation Haag mehr Stellen, insbesondere für Prävention durch sichtbare Polizeistreifen“, zu fordern.

Als kurzfristiges Ziel wurde der Wunsch an die Dienststellenleiter von Haag und Waldkraiburg gerichtet, bei Ereignissen wie Volksfesten und Freinacht auch in der Nacht vor Ort zu sein. Marchner konnte dies zumindest für das erste Wochenende des Herbstfestes zusichern, nahm aber auch die Veranstalter und die Gemeinde in die Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Festbetrieb in der Nacht rechtzeitig und ordnungsgemäß beendet wird.

Das Schlusswort hatte Georg Deibl vom Polizeipräsidium: „Die Bürger sollten sich nicht scheuen, die Notrufnummer 110 zu wählen. Lieber eine Mitteilung zu viel als eine zu wenig.“ AO

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